An diesem Tag

Marc Dutroux

Belgischer Serienmörder

Anúncio

Marc Dutroux [dy'tʁu] (* 6. November 1956 in Ixelles/Elsene in der Region Brüssel-Hauptstadt) ist ein belgischer Mörder und Sexualstraftäter, der zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt wurde. Bis Mitte der 1990er-Jahre entführte und missbrauchte er elf Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 19 Jahren sexuell und ermordete einen seiner Komplizen und zwei von ihm entführte junge Frauen im Alter von 17 und 19 Jahren. Zwei entführte achtjährige Mädchen verhungerten eingesperrt, während er im Gefängnis war.

Dutroux’ Komplizin und damalige Ehefrau Michelle Martin wurde zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt und 2012 nach 16 Jahren verbüßter Strafe entlassen. Michel Lelièvre, ein weiterer Komplize, wurde nach 23 Jahren Zuchthaus 2019 auf Bewährung entlassen. Bernard Weinstein, ebenfalls Hauptkomplize von Dutroux, wurde von ihm vergiftet.

Eklatante Fehler bei den Polizeiermittlungen, 27 teils mysteriöse Todesfälle unter Zeugen und anderen Prozessbeteiligten sowie Unstimmigkeiten beim Gerichtsverfahren gaben Anlass zu Spekulationen, Dutroux sei Teil eines Kinderschänderrings gewesen. Im Oktober 1996 demonstrierten 300.000 Menschen in Brüssel beim „Weißen Marsch“ gegen das Vorgehen der Behörden im Fall Dutroux.

Die Eltern von Marc Dutroux waren beide Lehrer. Dutroux hat drei jüngere Brüder und eine jüngere Schwester. Er verbrachte seine ersten vier Lebensjahre im damaligen Belgisch-Kongo, bis die Familie nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonie 1960 nach Belgien zog. Dutroux’ Vater Victor schlug seine Frau und seine Kinder oft wegen Kleinigkeiten. Marc Dutroux fiel als Neunjähriger in der Schule als Schläger auf, in späteren Schuljahren verkaufte er gestohlene Mofas und pornographische Bilder.

1971 verbrachte Dutroux’ Vater wegen Depressionen mehrere Monate unfreiwillig in einer Klinik, woraufhin er sich im selben Jahr von seiner Frau scheiden ließ, der er die Schuld für seinen Klinikaufenthalt zuschob. Mit dem Auszug des Vaters übernahm Marc Dutroux immer mehr die Rolle eines herrschsüchtigen, gefühlskalten Familientyrannen und schlug auch seine Mutter und seine Geschwister. Einige Monate nach der Scheidung seiner Eltern verließ er im Alter von 16 Jahren sein Zuhause, um sich zunächst als Stricher durchzuschlagen.

Im Alter von 20 Jahren heiratete er 1976 seine erste Frau, die ein Kind aus einer vorigen Ehe mitbrachte. Die beiden bekamen ein weiteres Kind, sie gaben nach einiger Zeit beide ins Heim. Nachdem Dutroux wiederholt gegen seine Frau gewalttätig geworden war, erfolgte 1983 die Scheidung. Zu dieser Zeit hatte Dutroux bereits eine Affäre mit Michelle Martin. Mit ihr hat er drei eigene Kinder. Alle fünf Kinder haben inzwischen ihren Nachnamen geändert.

Polizeilich war Dutroux für Autodiebstähle, Überfälle und Drogendelikte bekannt; als Schrotthändler stahl er über Jahre hinweg wahllos alle möglichen Dinge, die er zu Geld zu machen versuchte. Er wohnte während der 1980er Jahre häufig in seinem Lieferwagen, mit dem er quer durch Belgien fuhr.

1984 fand man nahe Brüssel die Leiche einer jungen Frau, mit der Dutroux später in Verbindung gebracht wurde, da Zeugen von einem „Marc aus Charleroi“ berichteten, mit dem das Opfer bekannt gewesen sei, jedoch blieb der Fall ungeklärt.

Am 4. Februar 1986 wurde Marc Dutroux mit seiner Lebensgefährtin Michelle Martin wegen Entführung und Missbrauchs von fünf Mädchen bzw. Frauen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren verhaftet. Dutroux hatte pornographische Aufnahmen von seinen Taten gemacht, um diese zu verkaufen. Dies war offenbar eines seiner Motive.

Am 26. April 1989 wurde Dutroux daraufhin zu 13 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus verurteilt, Michelle Martin zu 5 Jahren. Im gleichen Jahr heirateten die beiden im Zuchthaus. 1992 wurde Dutroux von Melchior Wathelet, dem damaligen Justizminister, begnadigt, nachdem er drei Jahre im Zuchthaus verbracht hatte. Seine Mutter sprach sich in einem Brief an den Zuchthausdirektor dagegen aus.

Nach Dutroux’ Entlassung bescheinigte ihm der Psychiater Emile Dumont eine seelische Schädigung aufgrund der Haft mit resultierender Erwerbsunfähigkeit auf Lebenszeit. Deretwegen bekam er eine staatliche Rente. Dumont verschrieb Dutroux Schlafmittel und Sedativa, welche dieser später zur Betäubung und Ermordung seiner Opfer einsetzte.

Dutroux baute den Keller eines seiner Häuser im Stadtteil Marcinelle von Charleroi aus, zunächst als Versteck für seine Beute aus Diebstählen, die er weiterhin unternahm, später als Verlies. Hinter einer massiven Tür, die als Regal getarnt war, befand sich ein 2,15 Meter langer, weniger als 1 Meter breiter und 1,64 Meter hoher Raum.

Am 24. Juni 1995 wurden Melissa Russo (8) und Julie Lejeune (8) entführt, in Dutroux’ Zelle gefangen gehalten und mehrfach sexuell missbraucht, wieder zu dem Zweck des Handels mit der so erstellten Pornographie. Am 22. August 1995 wurden Eefje Lambrecks (19) und An Marchal (17) entführt und ebenfalls zum Zweck der Pornographieherstellung vergewaltigt. Da sich im Kellerverlies bereits die beiden achtjährigen Mädchen befanden, sperrte Dutroux Eefje und An im ersten Stock des Hauses ein.

Vorübergehende Verhaftung, Mord an den Frauen und an Weinstein, Verhungern der Kinder

Da Dutroux wieder in Autodiebstähle verwickelt war, wurde er am 6. Dezember 1995 verhaftet. Bei der Untersuchung der Diebstähle durchsuchte die Polizei auch Dutroux’ Haus, in dem die beiden achtjährigen Mädchen gefangen gehalten wurden. Eefje und An waren zu diesem Zeitpunkt bei einem Komplizen untergebracht oder bereits vergiftet. Der leitende Beamte gab später an, im Keller Kinderstimmen gehört zu haben, nahm jedoch an, sie kämen von der Straße, daher wurden die Mädchen nicht gefunden.

Nach Dutroux’ späteren Aussagen sollte sich seine Frau um die Pflege der Kinder kümmern, während er selbst im Gefängnis war. Michelle Martin ließ die Kinder allerdings verhungern. Eines war bei Dutroux’ Freilassung am 20. März 1996 bereits tot, das andere verstarb nach Dutroux’ Aussage in seinen Armen.

Vermutlich fällt in diese Zeit auch die Ermordung seines Komplizen Weinstein, der ihn um Geld betrogen hatte.

Bei den Ermittlungen gab es immer wieder Fehler. So lag den Ermittlern schon im August 1995, einen Monat nach der Entführung von Mélissa und Julie, ein Bericht vor, in dem Dutroux’ vormaliger Komplize Claude Thirault, der der Polizei bereits als Handlanger bei Dutroux’ Raubüberfällen bekannt war, behauptete, Dutroux hätte ihm Geld angeboten, damit er auf einem Dorffest junge Mädchen entführe. Dafür wurden ihm 150.000 Belgische Franc (etwa 3700 Euro) in Aussicht gestellt. Ferner baue Dutroux im Keller eines seiner drei Häuser Zellen.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Marc Dutroux | World in Stories