Marc Degens (* 18. August 1971 in Essen) ist ein deutscher Schriftsteller, Herausgeber, Verleger und Musiker.
Marc Degens studierte nach dem Abitur Germanistik und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum. Als Mitglied der deutschen Donaldisten schrieb er seine Magisterarbeit über die Formen und Funktionen des Comiczitats in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Er war Mitglied der Musikgruppen Stendal Blast, Die blutjungen Dilettanten und Superschiff. Seit 1995 ist er Programmleiter des von ihm mitgegründeten Berliner Independent-Verlags SUKULTUR. Von 2000 bis 2012 war Degens Herausgeber und Literaturredakteur des Internetkulturmagazins satt.org und kuratierte Veranstaltungen, Wanderausstellungen und Literaturfestivals u. a. in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Von 2007 bis 2010 lebte er in Jerewan (Armenien) und von 2014 bis 2018 in Toronto (Kanada). Seit 2024 lebt Degens in Berlin.
Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays, Gedichte, Rezensionen und Feuilletons. Seine Texte erscheinen in Zeitungen, Zeitschriften (u. a. Akzente, Der Alltag, Am Erker, Kultur & Gespenster, Merkur, Metamorphosen, ndl, Der Rabe, Testcard) und Anthologien. Bekannt wurde Degens mit der Romankolumne „Unsere Popmoderne“, die von 2001 bis 2002 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und von 2005 bis 2012 in der österreichischen Literaturzeitschrift Volltext erschien. 2012 war Degens Teilnehmer des Literaturfestivals „New Literature from Europe“ in New York. 2014 wurde auf seine Initiative hin die Unterschriftenliste „Dreißig für Wolfgang Welt“ veröffentlicht, in der 30 namhafte Schriftsteller, Journalisten und Literaturwissenschaftler forderten, Wolfgang Welt mit dem Literaturpreis Ruhr auszuzeichnen.
Von 1996 bis 2015 hat Degens die ersten 147 Bände der Reihe Schöner Lesen und die ersten 11 Bände der Reihe „Aufklärung und Kritik“ herausgegeben, die in Süßwarenautomaten vertrieben werden und in Berlin über 100 000 Mal verkauft wurden. Von 2000 bis 2012 war er Herausgeber und Literaturredakteur des Internetkulturmagazins satt.org. 2009 erschien im SuKuLTuR Verlag der von ihm herausgegebene und mitlektorierte Roman Strobo des Bloggers Airen, der im Mittelpunkt der Plagiatsdebatte um Helene Hegemanns Romandebüt Axolotl Roadkill stand. Degens’ 2025 erschienener Roman Die Verführung der Unschuldigen wurde als Schlüsselroman über die Affäre gedeutet. 2017 gab er das metamorphosen-Sonderheft „Alle meine Ex-Freunde“ über Alt Lit, New Sincerity und das autobiographische Schreiben mit digitalen Schreibwerkzeugen heraus.
2021: Hamburger Zukunftsstipendium
2020: Arbeitsstipendium im mare-Künstlerhaus der Roger-Willemsen-Stiftung
2019: Shortlist für den 2. Deutschen Buchtrailer Award (für einen selbstproduzierten Eriwan-Buchtrailer)
2018: Nominierung für den Hotlist-Buchpreis der unabhängigen Verlage (für Eriwan)
2014: Förderpreis zum Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens
2013: Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW (für Fuckin Sushi)
2010: Stadtschreiber in Novi Sad, Serbien
2005: Arbeitsstipendium der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Villa Decius in Krakau
2002: Arbeitsstipendium der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur (für Hier keine Kunst)
Verführung der Unschuldigen. Roman. Ventil Verlag, Mainz 2025, ISBN 978-3-95575-247-7.
Fuckin Sushi. Roman. Dumont Buchverlag, Köln 2015, ISBN 978-3-8321-9747-6.
Das kaputte Knie Gottes. Roman. Knaus Verlag, Berlin 2011. ISBN 978-3-8135-0426-2.
Hier keine Kunst. Roman. Erata Literaturverlag, Leipzig 2008.
Vanity Love. Roman. Alkyon Verlag, Weissach i. T. 1997.