Manfred Trojahn (* 22. Oktober 1949 in Cremlingen in Niedersachsen) ist ein deutscher Komponist, Dirigent und Essayist.
Trojahn, geboren in Cremlingen bei Braunschweig, studierte ab 1966 Orchestermusik an der Niedersächsischen Musikschule Braunschweig. Nach dem Examen und Erhalt des Orchesterdiploms 1970 setzte er seine Ausbildung an der Musikhochschule Hamburg fort, zunächst im Hauptfach Flöte bei Karlheinz Zöller. 1971 wurde er Kompositionsschüler von Diether de la Motte; daneben besuchte er Seminare bei György Ligeti und absolvierte ein Dirigierstudium bei Albert Bittner. 1977 und 1979/1980 hatte er Studienaufenthalte in der Villa Massimo in Rom und 1978/1979 in Paris.
Trojahns Werke werden der Neuen Einfachheit zugerechnet. Laut BR-Klassik gehört er zu den profiliertesten Komponisten seiner Generation. Seine Werkliste umfasst sechs Opern, fünf Symphonien, weitere Orchesterwerke, Kammermusik und viele Vokalwerke.
Zwischen 1991 und 2016 unterrichtete Trojahn als Professor für Komposition an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. 2004–2006 war er Präsident des Deutschen Komponistenverbandes, von 2008 bis 2012 war er stellvertretender Direktor der Sektion Musik in der Berliner Akademie der Künste.
Trojahn ist mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Dietlind Konold verheiratet. Er lebt in Düsseldorf und Paris.
1974: Kompositionspreis der Stadt Stuttgart (für Makramee; zusammen mit Horst Lohse, Wolfgang Rihm und Ulrich Stranz)
1974: Förderpreis der Alten Kirche Boswil
1975: Bachpreis-Stipendium, Hamburg
1975: Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
1976: Preis und Publikumsauszeichnung beim Kompositionswettbewerb der Sommerlichen Musiktage Hitzacker (für Hommage au temps perdu)
1977, 1979/1980: Stipendienaufenthalte in der Villa Massimo Rom
1978: 1. Preis beim International Rostrum of Composers (UNESCO) in Paris (fürs 1. Streichquartett)
1993: Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg
2001: Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2007: Mitglied der Akademie der Künste (Berlin)
2009: Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
2009: Deutscher Musikautorenpreis der GEMA
Enrico. Dramatische Komödie in 9 Szenen (1989–1991). Libretto: Claus H. Henneberg (nach Enrico IV [UA 1922] von Luigi Pirandello). UA 10. April 1991 Schwetzingen (Festspiele; mit Richard Salter [Enrico], Trudeliese Schmidt [Marchesa Matilda Spina], Frances Lucey [Frida], Lars Magnusson [Carlo di Nolli], Hans Günter Nöcker [Barone Tito Belcredi], Jan Zinkler [Dottore], Eberhard Lorenz [Landolfo / Lollo], Peter Umstadt [Bertoldo], Thomas Mohr [Arialdo / Franco], Rüdiger Trebes [Ordulfo], Nikolaus Hillebrand [Giovanni]; Dirigent: Dennis Russell Davies, Regie und Bühnenbild: Peter Mussbach)