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Manching

Markt in Deutschland

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Manching ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und liegt südöstlich von Ingolstadt. Der Ort kann auf eine jahrtausendelange Siedlungsgeschichte seit der keltischen Zeit zurückblicken. In seiner Nähe befindet sich heute eine Einrichtung für Testflüge, der Fliegerhorst Ingolstadt/Manching, bestehend aus der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr für Luftfahrzeuge und dem Werksgelände von Airbus Defence and Space, einem Geschäftsbereich (Division) von Airbus.

Manching gehört zur Planungsregion Ingolstadt und ist im Regionalplan als Grundzentrum eingestuft. Durch den Ort fließt die Paar der nördlich gelegenen Donau zu.

Die Gemeinde hat neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. bestand beim heutigen Manching ein keltisches Oppidum, das in seiner Blütezeit das bedeutendste Handelszentrum Mitteleuropas darstellte. Die Pfarrkirche St. Peter befindet sich mit ihrem Ostteil auf einer noch heute erkennbaren Bodenerhebung, die nordsüdlich ausgerichtet, das Ufer der Paar in einem Abstand von rund 70 Metern begleitet. Diese Bodenerhebung wurde trotz mancher Zweifel als letztes Relikt des westlichen keltenzeitlichen Ringwalles postuliert. Im Sommer 1963 waren bei Kanalisationsarbeiten in der Pfarrer-Frey-Straße drei Meter tief Steinlagen einer nordsüdlich verlaufenden Trockenmauer angeschnitten worden. Das Format dieser Steine entsprach denen der bekannten keltischen Ringwallfront.

Merowingerzeitliche Gräber wurden möglicherweise bereits im 19. Jahrhundert auf dem Gemeindegebiet von Manching entdeckt, doch sind diese frühen Funde meist schlecht bis sehr schlecht dokumentiert. Eine genauer einzuordnende Entdeckung ist aus dem Jahr 1913 überliefert. Damals wurden bei Ausschachtungsarbeiten für die Kanalisation in der Geisenfelder Straße unmittelbar südlich der katholischen Kirche St. Peter Gräber ausgehoben, wobei zu einer Bestattung ein „Säbel“ (wohl ein Sax oder eine Spatha) gehörte. Modernen wissenschaftlichen Maßstäben genügen fünf merowingische Gräber, die in den Jahren 1988 und 1991 bei Grabungen zu Tage kamen. Sie mussten Neubauten an der Münz- und Geisenfelder Straße weichen. Die datierbaren Fundstücke konnten dem 6. und 7. Jahrhundert zugeordnet werden.

Am linken Ufer der Paar, im Ortsbereich von Manching, wurden Spuren einer abgegangenen Besiedlung durch den Ingolstädter Geschichtsinteressierten Josef Reichart als frühmittelalterliche Niederschläge identifiziert. Unweit des „Steinbichels“ waren von Äckern und aus Kiesgruben nördlich der Hauptstraße Lesefunde zusammengetragen worden. Diese bestanden aus Keramik, Webgewichten, Eisenschlacken und Fragmenten von Tondüsen. Der Prähistoriker Wolfgang Hübener (1924–2015) datierte die Keramik in das 7. bis 8. Jahrhundert.

Eine erste Erwähnung findet das frühmittelalterliche Manching am 4. April 844 n. Chr. als „Mandechingon“. Damals beschenkte Ludwig der Deutsche (ca. 806–876) das Benediktinerkloster Sankt Emmeram in Regensburg mit einem Gut in Manching. Der Names des Ortes leitet sich wahrscheinlich von einem bajuwarischen Fürsten namens Mandicho ab.

Bei massiven Umbau- und Abbrucharbeiten an der Kirche St. Peter nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich Fundamente eines karolingischen Gotteshauses. Die 1955 durch den vom Landesdenkmalamt beauftragten Grabungstechniker Wilfried Titze († 1992) aufgedeckten Befunde wurden nach ihrer Dokumentation vollständig überbaut. Die heutige Kirche weist einschließlich des weitgehenden Neubaus von 1956/1957 drei Bauphasen auf. So ist der älteste Teil als spätromanische Chorturmanlage anzusprechen. Diesen Bereich umfasst neben dem Unterbau des Kirchturms, in dem sich ursprünglich der Altarraum befand, auch das anfangs flach gedeckte Langhaus. Bei dem spätgotischen Umbau in der Zeit um 1510 wurde dieser Bereich erhöht, eingewölbt und zum Chorraum der Kirche umgestaltet. Ein neues, repräsentatives Langhaus, das 1955 abgebrochen wurde, schloss sich nun an den Altbau an.

Manching (Menichingen) bildete 1231/1234 ein eigenes Schergenamt, zu dem nur die Vogteien Manching und dessen Filialdorf Pichl (Puheln) zählten. Noch im 13. Jahrhundert verlor Manching das Schergenamt wieder und kam mit Pichl zum Amt Vohburg.

Ludwig der Strenge (1229–1294) beschenkte am 20. März 1264 mit Zustimmung des Augsburger Bischofs Hartmann von Dillingen († 1286) das Stift Münchsmünster mit dem Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Manching unter Vorbehalt des herzoglichen Vogteirechtes. Die Pfarre hatte dem Stift bereits früher gehört, war aber später entfremdet worden.

Für Manching ist auch ein Ministerialengeschlecht bezeugt. Dies bestätigt eine Urkunde aus dem Jahr 1347, die einen Hanns von Maenichingen erwähnt. Höchstwahrscheinlich bestand in Manching eine Burg, die jedoch weder durch Quellen noch archäologisch belegt ist. Mit der in den Wittelsbacher Teilungsverträgen von genannte „Burg Mänching“ ist die Anlage in Merching gemeint. Als Standort der mutmaßlichen Manchinger Veste wurde stets der Burgstall Schloßberg (auch „Schlössl“ genannt) angenommen.

Im Jahr 1472 stiftete der damalige Pfarrer von Manching, Wilhelm Heuberger, eine Messe für die St.-Moritz-Kirche in Ingolstadt. Die von dem Moritzer Pfarrer genehmigte Stiftung war für einen Altar der heiligen Petrus und Johannes in einer Kapelle der Kirche vorgesehen.

Seit 1505 gehörte Manching zum Herzogtum Pfalz-Neuburg und zum Landgericht Reichertshofen. Seit 1777 war das Pfarrdorf Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert, zur Zeit des protestantischen Neuburger Pfalzgrafen Philipp Ludwig (1547–1614), herrschte in Manching der Aberglaube, die Schwindsucht könne dadurch geheilt werden, dass Nägel und Haare eines Kranken in einem Feld vergraben und daraufhin fünf Vaterunser gesprochen werden müssten. Derselbe Graf ließ im Jahr 1604 die zumeist kunstvoll gefertigten Sakramentshäuschen in den Kirchen seines Territoriums abbrechen. So auch jenes in der Kirche von Manching. Mit dieser Zerstörung ging auch ein Bildersturm einher. So wurden in St. Peter das Altarbild sowie die neben der Skulptur des Gekreuzigten angebrachten Schächer entfernt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1802, lebten in Manching zwei Brauer, ein Wirt, zwei Müller, ein Krämer, Bäcker, Metzger und andere. Zusammen umfasste das Pfarrdorf 120 Haushalte. Trotz seiner Größe besaß Manching nur ein geringes Steueraufkommen von 414 Gulden, 19 Kreuzern und etwas mehr als vier Heller. Dies lag zu dieser Zeit daran, dass dort, im Bereich von minderwertigeren Böden nur Kleinsöldner und Häusler lebten. Dazu kamen noch viele Fischer, die sich ihren Lebensunterhalt an der Paar verdienten, die durch Manching zur Donau hin fließt. Die Fischer waren es auch, die sich des Öfteren anhaltende, teils gewaltsam ausufernde Feindschaften mit den Fischern aus Ingolstadt lieferten, die manchmal auch aktenkundig wurden. Im Jahr 1817 umfasste Manching bereits 136 Häuser mit 600 Einwohnern.

Zum Tode des erst 1821 bestellten Pfarrers Heinrich Kirchberger am 19. Mai 1825 stand eine Neubesetzung des im Dekanat Neuburg gelegenen Dorfes an. Zu diesem Zeitpunkt gehörten neben Manching auch die Dörfer Niederstimm, Pühl (Pichl) und Lindach sowie die Einöde Rathmanshof (Rottmannshart) zum kirchlichen Einzugsgebiet. Laut der durch die Staatsregierung bekanntgegebenen Ausschreibung der Pfarrstelle ermöglichten die insgesamt 845 Einwohner ein auf 1197 Gulden und 25½ Kreuzern beziffertes jährliches Einkommen. Zehn Jahre später wurde nach der Versetzung des Manchinger Pfarrers Johann Nepomuk Schmid die Pfarrstelle mit Schule erneut ausgeschrieben. Die nun 1023 Katholiken ermöglichten dem neuen Pfarrer jährliche Einnahmen von 870 Gulden und 181⁄2 Kreuzern, wobei 200 Gulden und 27 Kreuzer das ständige Gehalt des Pfarrers ausmachten. Durch einen damals gerade laufenden Prozess der Pfarrei um einen Kleinzehnt in Niederstimm war ein Teil des Gesamtertrages noch nicht berechenbar.

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