An diesem Tag

Malediven

Inselstaat im Indischen Ozean

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Die Malediven ([maleˈdiːvn̩], amtlich die Republik Malediven, Dhivehi ދިވެހިރާއްޖޭގެ ޖުމްހޫރިއްޔާ Dhivehi Raajjeyge Jumhooriyyaa) sind ein Inselstaat im Indischen Ozean südwestlich von Sri Lanka. Der Archipel besteht aus mehreren Atollen und etwa 1200 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt und weitere 144 für touristische Zwecke genutzt werden. Der Staat ist Gründungsmitglied der SAARC (Südasiatische Vereinigung für regionale Kooperation). Zudem ist er seit 1982 – mit einer Pause vom 13. Oktober 2016 bis 1. Februar 2020 – Mitglied des Commonwealth of Nations.

Der Inselstaat hat sich seit den 1970er Jahren zu einem immer beliebteren Touristenziel entwickelt, was steigenden Wohlstand für die Bewohner des Landes brachte, aber gleichzeitig ökologische und soziale Probleme verursachte.

Das Fortbestehen des Archipels ist vom durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel bedroht.

Die Malediven sind eine Kette von 19 Inselgruppen im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Sie erstrecken sich über 871 Kilometer in Nord-Süd-Richtung bis kurz südlich des Äquators. Die Inseln sind verteilt auf 26 Atolle mit Korallenriffen. Sie liegen, wie die Lakkadiven, auf dem maledivischen Rücken. Dieser wird als abgekippte und gesunkene Randscholle der indischen Landmasse angesehen. Die Malediven sind nicht, wie beispielsweise Hawaii, vulkanischen Ursprungs. Insgesamt sind von den 1196 offiziell erfassten Inseln nur 220 Inseln bewohnt. Die Inseln liegen alle rund 1 m über dem Meeresspiegel, was sie besonders anfällig für den stetig ansteigenden Meeresspiegel macht. Die höchste Erhebung mit 5,1 m befindet sich auf der Insel Vilingilli im Addu-Atoll. Der Müllberg der künstlich aus Müll erschaffenen Insel Thilafushi ragt nach einer Schätzung von 2020 rund 20 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Seit 1992 wird auf der rund sechs Kilometer westlich der Hauptstadt Malé gelegenen Insel der Abfall der Malediven entsorgt und verbrannt.

Die vorgelagerten Riffe bieten den einzigen Schutz vor den manchmal heftigen Monsunstürmen. Die Inseln sind mit Palmen und Brotfruchtbäumen bewachsen und von Sandstränden und klaren Lagunen umgeben.

Auf den Malediven wird unterschieden zwischen Inseln für Einheimische (local islands) und Inseln für Touristen (wie Kuramathi, Bandos, Vabbinfaru oder Meerufenfushi). Auf den Touristeninseln sind nur Touristen und das Personal der Resorts zugelassen. Seit 2009 ist es für Touristen möglich, auch auf den „Einheimischeninseln“ zu urlauben.

Ein Drittel der maledivischen Bevölkerung lebt auf der Hauptinsel Malé, zugleich die einzige richtige Stadt der Malediven. Malé ist eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt: Auf nur 5,7 Quadratkilometern stehen mehrstöckige Häuser dicht gedrängt, um über 134.000 Menschen zu beherbergen. Aus diesem Grund begann 1997 die Planung einer durch Landgewinnung zu errichtenden Insel etwa drei Kilometer entfernt von Malé. Die neue Insel Hulhumalé hatte 2014 eine Einwohnerzahl von 17.149.

Die Malediven haben im meist ruhigen Indischen Ozean ein konstant warmes, tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen fallen selbst nachts selten unter 25 °C.

Prägend für das Klima sind der Südwest-Monsun von Mai bis Oktober und der Nordost-Monsun von November bis April. Der Südwest-Monsun bringt normalerweise im Juni und Juli Wind und intensivere Niederschläge. Als beste Reisezeit gelten die Monate Januar bis April.

Im Jahr 2023 lebten 42 Prozent der Einwohner der Malediven in Städten.

Nachfolgend die bevölkerungsreichsten Orte bzw. Inseln (Stand Zensus 2014):

Kulhudhuffushi: 8.224 Einwohner

Malediven hatte 2023 521.000 Einwohner. Die Einwohnerzahl sank um 0,5 %. Trotz eines Geburtenüberschusses (Geburtenziffer: 13,6 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 2,8 pro 1000 Einwohner) sank die Bevölkerung durch Migration. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,7, die der Region Süd-Asien betrug 2,2. Die Lebenserwartung der Einwohner der Malediven ab der Geburt lag 2022 bei 80,8 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 30,6 Jahren. Im Jahr 2023 waren 21,7 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 5,1 Prozent der Bevölkerung betrug.

Die maledivische Sprache, Dhivehi, leitet sich vom mittelalterlichen Singhalesisch ab, ist aber inzwischen vollkommen eigenständig. Sie ist die einzige Amtssprache des Landes, in letzter Zeit gewinnt aber die arabische Sprache stark an Bedeutung. Geschrieben wird Dhivehi von rechts nach links in der Thaana-Schrift, daneben wird auch die lateinische Umschrift (Dhivehi Letin) verwendet.

Die Einwohner der Malediven sind vorwiegend sunnitische Muslime. Der Islam ist die alleinige Staatsreligion. Religionsfreiheit wird ausdrücklich ausgeschlossen: Die öffentliche Religionsausübung jeder anderen Religion ist verboten und unterliegt strafrechtlicher Verfolgung. Das muslimische Glaubensbekenntnis ist Bedingung für die maledivische Staatsbürgerschaft, seit der Verfassungsrat im Dezember 2007 eine Verfassungsänderung verabschiedete (Artikel 9 Absatz D der neuen Verfassung). Im Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks Open Doors stehen die Malediven auf Platz 19 (Stand 2026).

Die Alphabetisierungsrate liegt bei 99 %. Auf jeder kleinen Insel gibt es Schulen, in denen die Kinder ab dem Alter von sechs Jahren Englisch und Dhivehi lesen und schreiben lernen, zusätzlich die arabische Schrift, um den Koran rezitieren zu können.

Die einzigen Schulen, in denen man die Hochschulreife erlangen kann, befinden sich in Malé. Zunehmend orientiert sich das Bildungssystem an der arabischen Welt, Hauptfach ist der Islam.

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 10,0 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr 2019 praktizierten in den Malediven 21,6 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner. Die Sterblichkeit bei unter 5-Jährigen betrug 2022 5,6 pro 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung der Einwohner der Malediven ab der Geburt lag 2022 bei 80,8 Jahren (Frauen: 81,8, Männer: 80,1). Die Lebenserwartung stieg von 70,9 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 14 %.

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