Makoto Shinohara (jap. 篠原 眞, Shinohara Makoto; * 10. Dezember 1931 in der Präfektur Osaka, Japan; † 3. März 2024) war ein japanischer Komponist.
Er absolvierte Studien ab 1952 an der Universität der Künste Tokio Komposition bei Tomojiro Ikenouchi, Klavier bei Kazuko Yasukawa, Dirigieren bei Akeo Watanabe und Kurt Wöss, ab 1954 als Stipendiat der französischen Regierung am Conservatoire National Superieur in Paris bei Tony Aubin, Olivier Messiaen, Simone Plé-Caussade, Pierre Revel sowie Louis Fourestier. Anfang der 1960er Jahre war er als Stipendiat der Bayerischen Staatsregierung in München zum Studium an der Hochschule für Musik und im Siemens-Studio für elektronische Musik, sowie an der Rheinischen Musikhochschule in Köln bei Bernd Alois Zimmermann, Gottfried Michael Koenig und am Musik-Konservatorium bei Karlheinz Stockhausen. 1964 bis 1966 arbeitete er als Assistent von Karlheinz Stockhausen. 1966 und 1967 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). 1969 bekam er ein Stipendium der italienischen Regierung und 1971 den Rockefeller Preis des Columbia-Princeton Electronic Music Center und schließlich 1978 ein Stipendium der niederländischen Regierung.
Ferner realisierte er elektronische Kompositionen am Institut für Sonologie der Reichsuniversität in Utrecht, am elektronischen Studio der Technischen Universität in Berlin, am Columbia-Princeton Electronic Music Center in New York und am Studio NHK (Nippon Hōsō Kyōkai) in Tokio. 1983 wurde er zum Hauptkomponisten des Holland Festivals erkoren. Durch Portraitkonzerte in Europa, den USA und in Japan sowie durch zahlreiche Artikel und Seminare über seine Musik sowie durch Rundfunksendungen wurde er international bekannt.
1978 war er Gastprofessor an der McGill-Universität in Montreal. Er lebte in Utrecht und Tokio.
1975 Egalisation für 24 Instrumente (Piccolo, Flöte, Alt-Flöte, Oboe, Englischhorn, Klarinette, Bass-Klarinette, Fagott, Kontra-Fagott, Horn, Trompete, Posaune, Tuba, Klavier, Celesta, Cembalo, Harfe, Gitarre, Vibraphon, Marimbaphon, Percussion, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass)
1970 Visions für 4 Flöten, 4 Oboen, 4 Klarinetten, 4 Fagotte, 4 Hörner, 4 Trompeten, 4 Posaunen, 6 Percussion, Harfe, Celesta, 24 Violinen, 8 Viola, 8 Violoncelli, 4 Kontrabässe
1975 Visions II, Auftragswerk des Japan Philharmonic Orchestra
1992 Yumeji (Ways of Dreams) für ein Orchester mit japanischen und westlichen Instrumenten und gemischtem Chor
1982/1985 Play for Nine Wind Instruments (Flöte, Alt-Flöte, Oboe, Klarinette, Bass-Klarinette, Fagott, Horn, Trompete und Posaune)
1958 Sonate für Violine und Klavier
1960 Obsession für Oboe und Klavier
1968 Fragmente für Tenor-Blockflöte
1970 Relations für Flöte und Klavier
1972 Rencontres für Schlagzeug und Tonband
1983/1993 Turns für Violine und Koto
1984 Tabiyuki (On travel) für Mezzosopran und kleines Ensemble (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune, Percussion, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass)
1986/1990 Evolution für Violoncelle Solo
1990 Cooperation für 8 traditionelle japanische und 8 westliche Instrumente (Englischhorn, Klarinette, Trompete, Posaune, Percussion, Klavier, Violine und Violoncello; 1991 bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik ISCM in Zürich aufgeführt).