Magnar Åm (auch: Magnar Aam; * 9. April 1952 in Trondheim) ist ein norwegischer Komponist, Organist und Kantor.
Magnar Åms Eltern, der Pädagoge und Schuldirektor Olav Åm (1918–2009) und die Lehrerin Eldbjørg Kvalheim (* 1917), boten Magnar ein musikalisches Elternhaus. Die Eltern sangen mit ihm und das Klavier wurde sein bester Freund. Er wuchs in Ørsta und in Leikanger auf. Das Examen artium, die norwegische Zugangsqualifikation zum Hochschulstudium legte Åm an der U. Pihl videregående skole in Bergen ab. Magnar Åm studierte von 1969 bis 1971 am Musikkonservatorium Bergen, der heutigen Edvard Grieg Akademie. Sein Kompositionslehrer war Ketil Hvoslef, der Sohn Harald Sæveruds. 1971 legte Åm die Kantoren- und Organistenprüfung ab. An der Königlichen Musikhochschule Stockholm studierte er 1971 bis 1972 Komposition bei Ingvar Lidholm. Sein Debüt als Organist hatte er 1971. Sein Durchbruch als Komponist gelang ihm 1972 mit der Arbeit Bøn [Gebet] für Streicher, Chor und Solosoprane. Seit 1974 arbeitet er hauptberuflich als Komponist. Seit 1979 erhält er das Statens Garantiinntekt, ein vom norwegischen Staat ausbezahltes Grundeinkommen für Künstler.
Seit 1981 lebt Magnar Åm als Komponist und Dirigent in Volda. Er hielt in ganz Norwegen verschiedene Seminare zu Komposition und Improvisation. An der Hochschule Volda unterrichtete er bis 2007 Intuitiv komposisjon/improvisasjon og musikkfilosofi [Intuitive Komposition/Improvisation und Musikphilosophie]. Der Kurs war Teil des Bachelorstudiengangs Musik, konnte aber auch als eigenständiger Weiterbildungskurs belegt werden. Von 1986 bis 2008 leitete er den Jugendchor Digitalis und ab 1992 den gemischten Chor Volda Vokal.
Von der Kommune Svejo erhielt er das Fartein Valen stipendet 2003, ein Stipendium das nach dem norwegischen Komponisten Fartein Valen benannt ist. 2006 gewann Åm den Europäischen Kompositionspreis auf dem Festival Young Euro Classic für seine Komposition ‘tisn‘t the snow falling, it‘s us leaving the ground. 2009 erhielt er den Arne-Nordheim-Preis. Verliehen wurde der mit 125000 Kronen nach Arne Nordheim benannte Preis beim Ultimafestival in der Kulturkirken Jakob in Oslo. Am 24. Oktober 2014 wurde er für das Werk inngang, nærver, utgang [Eingang, Anwesenheit, Ausgang] mit dem mit fünfzigtausend Kronen dotierten Edvardpris, in der Kategorie Zeitgenössische Musik ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen eines Konzertes im Kulturhaus Fosnavåg verliehen.
Magnar Åm ist mit der Lektorin Liv Hundvebakke (* 1953), der Tochter Jon Hundvebakkes (1913–1999) und Karen Marie Nilsens (1919–1996), verheiratet.
Olav Egil Aune schreibt im Norsk biografisk leksikon man könne den Stil Magnar Åms als Nyspiritualistisk [Neue Spiritualität] bezeichnen. Er zeichne sich durch einen polyphonen, freien dissonanten Stil aus, mit einer dicht expressiven und gleichzeitig asketischen, introvertierten Tonsprache, in der melodische und experimentelle Arbeiten nebeneinander stehen. Das Store norske leksikon schreibt, Åm habe zunächst in einem traditionellen Stil komponiert und seine späteren Werke hätten sich in Richtung Freier Tonalität bewegt.
Magnar Åms Werk reicht von Kammermusik und Vokalmusik über Werke für Orchester bis hin zu Multimediainstallationen. Er schrieb Auftragswerke für die großen norwegischen Orchester, die Bergener Domkantorei, für Det Norske Solistkor, das Oslo Streichquartett, das Grieg Trio, die Geiger Geir Inge Lotsberg und Øyvind Bjorå, für Arvid Engegård und für Nils Økland auf der Hardangerfiedel, den Gitarristen Njål Vindenes, den Pianisten Jan Hovden, den Akkordeonisten Geir Draugsvoll, den Kontrabassisten Bjørn Ianke, den Fagottisten Eirik Birkeland, die Harfenisten Willy Postma und Ellen Sejersted Bødtker, den Organisten Kåre Nordstoga, den Bratscher Lars Anders Tomter, den Hornisten Julius Pranevicius und für viele weitere Musiker und Ensembles.
Bøn [Gebet].für Streicher, Chor und Solosoprane, 1972.
Song für Blechbläser und Schlagzeug, 1974
intermezzo für drei Blasinstrumente, 1976
Octet – in nude, 1977. Es wurde vom BIT20 Ensemble unter Ingar Bergby eingespielt und auf Norwegian Signatures am 30. August 1995 beim Label Aurora veröffentlicht.
Dagen viker og går bort. Studie over ein salmetone frå Luster, 1977 Der Organist Kåre Nordstoga spielte das Werk auf Norwegian Organ Music ein. Veröffentlicht wurde es am 9. Januar 1991 beim Label Aurora. 1977 verfasste Åm eine Fassung für Streichorchester, die 1979 vom Philharmonischen Orchester Bergen unter dem norwegischen Dirigenten Karsten Andersen (1920–1997) in der Grieghalle in Bergen uraufgeführt wurde.
Punkt null, 1977 Den Text schrieb Magnar Åm selbst.
1. Fassung für Chor, Sopran, Orgel, Kammerorchester und forsamling
2. Fassung für Chor, Sopran und Orgel
3. Fassung für Chor, Sopran und Orchester. Sie wurde vom Trondheim Symfoniorkester unter Ole Kristian Ruud eingespielt und am 1. Januar 1990 bei Aurora publiziert.
på glytt für Kontrabass und Orchester, 1981
Burfugls draum für Chor und Kammerensemble, 1982. Es ist ein multimediales Werk, bei dem sich Chorgruppen durch das Publikum und an ihm vorbei in verschiedene Richtungen bewegen und Töne und Klangflächen erzeugen.