An diesem Tag

Magdalena Neuner

Ehemalige deutsche Biathletin

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Magdalena Neuner (* 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen, bürgerlich Magdalena Holzer) ist eine ehemalige deutsche Biathletin.

Zwischen ihrem Debüt im Weltcup 2006 und dem Karriereende 2012 gewann Magdalena Neuner 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup und sieben Disziplinenweltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Bei Biathlon-Weltmeisterschaften ist sie mit zwölf Goldmedaillen Rekordtitelträgerin und stand insgesamt 17 Mal auf dem Podium. 2010 wurde sie bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver Doppelolympiasiegerin und einmal Zweite. Neuner galt während ihrer Karriere als eine der besten Langläuferinnen im Biathlonsport. Für ihre Leistungen wurde sie 2007, 2011 und 2012 als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.

Herkunft, Kindheit und Privatleben

Magdalena Neuner ist das zweitälteste von vier Kindern des Bankangestellten Paul Neuner und seiner Ehefrau Margit. Die weitverzweigte Familie lebt in Wallgau, einer oberbayerischen Gemeinde des Landkreises Garmisch-Partenkirchen im Oberen Isartal mit etwa 1400 Einwohnern. 1991 posierte Magdalena für Fotos in einem Werbeprospekt des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes, als der Tourismus nach der deutschen Wiedervereinigung auch im Werdenfelser Land zunahm. Der vorherrschenden Konfession in süddeutschen Regionen entsprechend, wuchs Neuner in einem durch den katholischen Glauben geprägten Umfeld auf. Kirchgänge am Wochenende gehörten ebenso zu ihrem Leben wie die regelmäßige Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen zur lokalen Brauchtumspflege. Darüber hinaus verbrachte sie als Kind zusammen mit ihrem sechs Monate jüngeren Cousin Albert Neuner viel Zeit in der freien Natur. Die Begeisterung für sportliche Aktivitäten entwickelte sich bei gemeinsamen Wanderungen oder Ausflügen mit dem Fahrrad. Bereits im Alter von vier Jahren stand sie auf Alpinski. Danach spielte sie eine Zeit lang Tennis und nutzte an der Seite ihrer Mutter die in unmittelbarer Umgebung befindlichen Loipen für Skilanglauftouren.

Neuners musikalische Neigung ist ebenfalls familiären Ursprungs. Der Vater dirigiert die ortsansässige Blasmusikkapelle und erlernte wie der jüngere Bruder das Spiel des Flügelhorns. Der ältere Bruder ist Mitglied der Volksmusikgruppe Die 3-einigen Musikanten, während der Cousin mit der Punkband Beeswax auftritt. Neuner selbst spielte anfangs Blockflöte und später Harfe, die bis in die Gegenwart zu besonderen Anlässen zum Einsatz kommt. Im weiteren Karriereverlauf wurde das Zupfinstrument neben dem Hobby Stricken zum Klischee bei der journalistischen Berichterstattung über das Privatleben und beeinflusste ihr Image nachhaltig.

Von 1993 bis 1997 besuchte Neuner die örtliche Grundschule. Auch dort zeigte sie eine Vorliebe für Sport, Musik und Handarbeiten. Nach der vierten Klasse wechselte sie in die Orientierungsstufe der Teilhauptschule I im benachbarten Krün und 1999 auf die St.-Irmengard-Realschule in ihrem Geburtsort Garmisch-Partenkirchen. Trotz der guten schulischen Leistungen waren die bereits zu diesem Zeitpunkt vielversprechenden sportlichen Aussichten maßgebend für die Entscheidung gegen Gymnasium und Abitur. Die Rektorin der unter kirchlicher Verwaltung stehenden Realschule bescheinigte Neuner eine hohe soziale Kompetenz und Empathie. Im Alter von 16 Jahren beendete Neuner 2003 die Schulausbildung mit dem mittleren Schulabschluss, um sich fortan auf ihre Karriere als Leistungssportlerin zu konzentrieren.

Seit Herbst 2009 ist Neuner mit dem 3 Tage jüngeren Zimmerermeister Josef Holzer (* 12. Februar 1987) liiert. Am 29. März 2014 fand die standesamtliche Trauung in Wallgau statt. Neuner nahm den bürgerlichen Nachnamen ihres Ehemannes an, behielt aber in der Öffentlichkeit ihren Geburtsnamen. Am 30. Mai 2014 kam in Garmisch-Partenkirchen die gemeinsame Tochter zur Welt. Am 17. Oktober 2015 feierte das Paar seine kirchliche Hochzeit. Am 7. November 2016 kam ihr erster Sohn zur Welt. Am 7. August 2021 gab sie via Instagram bekannt, zum dritten Mal Mutter geworden zu sein. Sie brachte ihren zweiten Sohn zur Welt.

Neuner ist seit ihrer Kindheit Mitglied im Heimatverein SC Wallgau, der zum Skigau Werdenfels als regionaler Zusammenschluss und damit zum Bayerischen Skiverband gehört. 1996 wurde Anneliese Holzer – eine Cousine von Neuners Vater Paul – beauftragt, eine eigene Biathlon-Trainingsgruppe ins Leben zu rufen. Die Weltmeisterschaften im Februar desselben Jahres mit 90.000 Zuschauern in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena zeigten, dass die aufstrebende Wintersportart vom deutschen Publikum angenommen wurde. Anneliese Holzer hatte Anfang der 1990er-Jahre nationale Erfolge gefeiert, so erreichte sie bei den deutschen Meisterschaften 1993 zusammen mit Uschi Disl und Martina Zellner in der bayerischen Staffel den zweiten Platz. Auf der Suche nach geeigneten Nachwuchssportlern stieß sie in der Verwandtschaft unter anderem auf die damals neunjährige Tochter ihres Cousins und deren Vetter Albert. Nachdem Neuner an einem Probetraining teilgenommen und Gefallen am Sport gefunden hatte, begann im Sommer 1996 das auf Kinder zugeschnittene Training. Zweimal die Woche musste ein Rundkurs auf Rollski auf einer asphaltierten Strecke absolviert werden. Die Druckluftgewehre befanden sich am Schießstand und die Entfernung zu den Zielscheiben betrug zehn Meter. Drei Jahre danach übernahm Bernhard Kröll die Trainingsgruppe, zunächst auf ehrenamtlicher Basis, später als hauptamtlicher Biathlontrainer im Skigau Werdenfels. Schon früh deutete sich Neuners Talent an, als sie zwischen 1999 und 2002 vier Jahre hintereinander die Gesamtwertung des Schülercups für sich entscheiden konnte. Die danach folgende Jugendklasse eingerechnet, stellte sie eine Serie von 36 Siegen in Folge auf, teilweise mit deutlichem Vorsprung. Am 1. August 2003 wurde sie in das Zoll-Ski-Team, eine Sportfördergruppe des Bundesfinanzministeriums, aufgenommen und beendete die Ausbildung im einfachen Dienst als Erste Zollhauptwachtmeisterin. Nach dem Abschluss der sportlichen Laufbahn wurde sie anlässlich des Tages der offenen Tür in Berlin am 18. August 2012 von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble aus dem Staatsdienst verabschiedet.

Nach eigenen Äußerungen waren die Schwedin Magdalena Forsberg sowie Mannschaftskollegin Martina Beck (geb. Glagow) Neuners sportliche Vorbilder. Die acht Jahre ältere Beck aus dem benachbarten Mittenwald gewann als erste Deutsche den Biathlon-Gesamtweltcup 2002/03. Sie war bis zum Karriereende im März 2010 Trainingspartnerin am Stützpunkt in Kaltenbrunn.

Neuners jüngere Schwester Anna (* 22. Januar 1994) begann ebenfalls mit dem Biathlon. Sie schloss sich dem Gebirgsjägerbataillon der Bundeswehr in Mittenwald und der Trainingsgruppe um Bernhard Kröll an. Albert Neuner blieb dem Leistungssport bis zum Alter von 20 Jahren treu. Nachdem er in den B-Kader des Zoll-Ski-Teams aufgestiegen war und Anfang Dezember 2007 Platz fünf im Junioren-Einzel beim Europacup in Obertilliach erreicht hatte, schied er aus der Sportfördergruppe aus und wurde Zollsekretär im mittleren Dienst.

Erfolge als Juniorin und Weltcupdebüt (2003 bis 2006)

Noch als Jugendliche klassifiziert, gewann Neuner Mitte Dezember 2003 beim Deutschlandpokal in Martell alle drei Rennen und erfüllte damit die Leistungsnorm der Juniorinnen. Remo Krug, damals Trainer des Perspektivkaders, nominierte sie daraufhin für den C2-Kader im Europacup der Juniorinnen. Eine Woche später absolvierte sie in Obertilliach ihr erstes Europacuprennen. Nach Platz 11 im Sprint und Platz 14 im Einzel gelangen ihr in Brusson und Méribel vier Siege und ein zweiter Rang, mit denen sie sich für die Juniorenweltmeisterschaften Ende Januar 2004 in Haute-Maurienne qualifizierte. Dort setzte sie sich mit zweimal Gold und einmal Silber erstmals bei internationalen Titelkämpfen durch und ließ Sportlerinnen wie Jekaterina Jurjewa und Helena Ekholm (geb. Jonsson) hinter sich, die wenige Jahre danach auch zu Konkurrentinnen im Weltcup wurden.

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