An diesem Tag

Macklemore

US-amerikanischer Rapper

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Macklemore [ˈmæk.ləˌmɔːɹ] (* 19. Juni 1983 in Seattle, Washington; bürgerlich Benjamin „Ben“ Hammond Haggerty) ist ein US-amerikanischer Rapper aus Seattle. Bekannt wurde er ab 2011 als eine Hälfte des Duos Macklemore & Ryan Lewis. Später setzte er seine Karriere solo fort.

Haggerty wuchs in Capitol Hill (einem Stadtteil von Seattle) auf und ging dort zuerst auf die Garfield High School und später auf die Nathan Hale High School. Auf dem Evergreen State College erlangte er seinen Bachelorabschluss, bevor er einen Job in einem Jugendgefängnis annahm. Dort nahm er an einem Programm namens „Gateways“ teil, das sich auf Rap konzentrierte.

Im Jahr 2000 nahm Haggerty die EP Open Your Eyes als „Professor Macklemore“ auf und veröffentlichte sie im Selbstverlag. 2005 löschte er den Professorentitel aus seinem Künstlernamen und veröffentlichte sein erstes Album mit dem Titel The Language of My World.

Er verfiel in der Folgezeit dem Drogenkonsum. Neben Marihuana konsumierte er Purple drank, eine unter Rappern weitverbreitete Partydroge, die ein Gemisch aus Dextromethorphan- oder codeinhaltigem Hustensaft, Promethazin und kohlensäurehaltiger Limonade ist. Dies nannte er als Grund für seinen „Mangel an Produktivität“ in diesen Jahren. Nach einer Begegnung mit Ryan Lewis nahm er mit diesem als Produzenten das Unplanned Mixtape auf und brachte es im September 2009 heraus. Songs wie The Town und And We Danced wurden bekannt. Die Zeit und Erfahrungen des Drogenkonsums (sechs seiner Freunde starben an Überdosen) verarbeitete er im Song Otherside; der Titel stammt aus der VS. EP und erhielt insgesamt gute Kritiken.

Die EP war die erste Veröffentlichung von Haggerty und dem Produzenten unter dem gemeinsamen Namen Macklemore & Ryan Lewis. 2011 hatten sie mit dem Nummer-1-Hit Can’t Hold Us ihren gemeinsamen Durchbruch. Kurz darauf kam auch die wiederveröffentlichte Solosingle And We Danced in einigen europäischen Ländern wie Österreich und der Schweiz in die Charts. Bis 2016 waren sie aber vor allem als Duo erfolgreich. Das Soloalbum Love Not War von 2015 fand trotz Beteiligung von Lewis wenig Beachtung, ebenso wie seine Gastbeiträge bei anderen Interpreten.

Im Januar 2013 verlobte Haggerty sich mit seiner Freundin Tricia Davis, mit der er bereits seit sieben Jahren zusammen war. Am 29. Mai 2015 bekamen sie eine Tochter. Davis und Haggerty heirateten am 27. Juni 2015.

Anfang Oktober 2016 trat Macklemore in der MTV-Dokumentation Prescription for Change – Ending America’s Opioid Crisis auf, die er zusammen mit Präsident Obama produzierte. In der Dokumentation wird die Opioidkrise in den Vereinigten Staaten thematisiert, der Macklemore selbst fast zum Opfer fiel. Dazu wurde der Song Drug Dealer veröffentlicht, in dem er die Ärzte hart kritisiert und auch seine eigene Sucht thematisiert. Am 27. Oktober wurde auch ein emotionales Musikvideo veröffentlicht, das die harte Realität der Medikamentenabhängigkeit zeigt.

Im Juni 2017 veröffentlichte er die Single Glorious mit Skylar Grey als Gast. Es war das erste Mal seit 2011, dass Macklemore wieder einen Charthit ohne Ryan Lewis hatte. Good Old Days mit Kesha als Sängerin war ein weiterer internationaler Erfolg und die Vorabsingle zum Soloalbum Gemini, das am 22. September 2017 erschien. Das Album knüpfte an die Erfolge mit Lewis an, es erreichte Platz 2 in den US-Charts und Top-10-Platzierungen in Europa. Anfang 2018 war er am Hit These Days von Rudimental beteiligt. Das Lied erreichte Platz 1 in Großbritannien.

Am 16. März 2018 kam seine zweite gemeinsame Tochter mit Ehefrau Tricia Davis auf die Welt. Das dritte Kind wurde im Juli 2021 geboren.

Macklemore sprach sich 2012 mit dem Song „Same Love“ für LGBT-Rechte und die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Er ist weiters ein ausgesprochener Kritiker von Donald Trump. Im Januar 2021, nach der Vereidigung von Joe Biden, veröffentlichte er den Song „Trump's Over Freestyle“. Macklemore nahm 2017 am Women’s March in Washington DC teil. Am 16. Mai 2019 erhielt er den Stevie Ray Vaughan Award von MusiCares, aufgrund seiner Unterstützung von MusiCares und dem Suchtbewältigungsprozess.

Macklemore bekundet öffentlich seine Solidarität mit Palästina. Am 30. Oktober 2023 unterzeichnete er den offenen Brief Artists4Ceasefire, der einen sofortigen und permanenten Waffenstillstand im Gaza-Krieg fordert, sowie ein Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens.

Im Mai 2024 veröffentlichte er mit „Hind's Hall“ einen Protestsong zur Unterstützung der pro-palästinensischen Proteste an Universitäten. Sämtliche Einnahmen gingen als Spende an das UNRWA. Im August 2024 sagte er einen für Oktober desselben Jahres geplanten Auftritt in Dubai ab. Zur Begründung verwies er auf die Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate im Krieg im Sudan, den er als Völkermord und humanitäre Krise bezeichnete.

Im September 2026 trat Macklemore im MetLife Stadium in New Jersey im Vorprogramm von Ed Sheerans Loop-Tournee auf. Dabei rief er die Parole „Free Palestine“ und sagte zum Publikum: „Ich glaube, dass jeder Mensch auf dieser Erde genau die gleichen Freiheiten verdient.“ Zudem kritisierte er die US-Einwanderungs- und Zollbehörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE). Der Israeli-American Council, eine pro-israelische Non-Profit-Organisation, startete daraufhin eine an Ed Sheeran gerichtete Petition mit der Forderung, Macklemore von der Tour auszuschließen. Beim zweiten MetLife Stadium Konzert wiederholte Macklemore seine Unterstützung zu Palästina, und ergänzte, dass seine Kritik an Israel keineswegs Kritik an jüdischen Menschen ist. Am 14. September 2026 schloss ihn das Tourmanagement auf Druck der Eigentümer mehrerer Veranstaltungsorte von der Tour aus. Aus Solidarität mit Macklemore verließen daraufhin Aaron Rowe, Lukas Graham und Finneas, die ebenfalls im Vorprogramm von Ed Sheeran aufgetreten waren, sowie dessen Begleitband Beoga die Tournee.

Im Mai 2014 trat Macklemore bei einem Auftritt in Seattle verkleidet auf. Das Kostüm bestand aus einer schwarzen Lockenperücke, einem angeklebten schwarzen Bart, einer großen künstlichen Hakennase und einer dunklen Jacke. Fotos des Auftritts lösten Kritik aus, da die Aufmachung an antisemitische Karikaturen erinnere. Macklemore erklärte in einer Stellungnahme, er habe sich lediglich unkenntlich machen wollen, um unerkannt unter das Publikum zu gehen. Bei der Nase habe es sich um eine „Hexennase“ gehandelt, die er gewählt habe, weil andere Modelle nicht gepasst hätten. Medien wiesen zudem darauf hin, dass die verwendete Nase im Kostümhandel unter der Bezeichnung „Fagin“ – nach der jüdischen Figur aus Charles Dickens’ Roman „Oliver Twist“ – angeboten werde. Ein jüdisches Stereotyp habe er nicht darstellen wollen. Zugleich räumte er ein, dass das Kostüm im Kontext solcher Stereotype als jüdische Karikatur gelesen werden könne, und entschuldigte sich bei allen, die sich verletzt gefühlt hätten. Die Anti-Defamation League nahm die Entschuldigung an. Ihr Direktor Abraham Foxman erklärte, man glaube Macklemore, dass keine böse Absicht vorgelegen habe, und bezeichnete die Angelegenheit als „Sturm im Wasserglas“.

In seinem 2024 veröffentlichten Musikvideo „f*ucked up“ zeigt Macklemore neben dem ikonisch gewordenen Foto eines Jungen mit erhobenen Armen im Warschauer Ghetto das Foto eines palästinensischen Jungen mit erhobenen Armen in Dschenin im Westjordanland. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund wertete dies als Gleichsetzung des Krieges in Gaza mit dem Holocaust. Macklemore relativiere und verharmlose damit den historisch singulären Völkermord an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland.

Mehrere Experten werfen Macklemore antisemitische Stereotype, israelbezogenen Antisemitismus und Holocaustrelativierungen vor. So erklärte etwa der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Felix Klein, Macklemores Liedtexte und die Bildsprache seiner Videos enthielten „offensichtlich und völlig unzweideutig“ antisemitische Hetze. Macklemore bediene sich nahezu aller Formen des Judenhasses, vom israelbezogenen Antisemitismus über die Verschwörungsideen von einer angeblichen jüdischen Machtausübung oder einer jüdischen Kontrolle der Medien bis hin zur Relativierung der Schoah.

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