Der Macintosh [ˈmækɪntɒʃ] des kalifornischen Unternehmens Apple erschien 1984 und war einer der ersten Mikrocomputer mit grafischer Benutzeroberfläche, der in größeren Stückzahlen produziert wurde. Der Name ist von der Apfelsorte McIntosh abgeleitet; unter Nutzern etablierte sich früh die Abkürzung Mac [mæk]. Heute tragen Apples Personal Computer auch offiziell diese Produktbezeichnung – in Kombinationen wie MacBook, iMac, Mac mini, Mac Pro etc. Der volle Name „Macintosh“ wird heute nicht mehr verwendet, außer bei der Bezeichnung der internen Festplatte, die bis heute standardmäßig „Macintosh HD“ heißt. „Mac“ ist ebenso Teil des Namens des auf den Geräten laufenden Betriebssystems: Mac OS. Davon werden zwei grundsätzliche Linien unterschieden: historisch das klassische Mac OS (bis 2001) und das aktuelle macOS, das 1999 als Mac OS X eingeführt wurde und das klassische Mac OS ersetzt hat.
Der erste Mac war der Nachfolger des technisch ähnlichen, aber wirtschaftlich erfolglosen und 10.000 USD teuren Apple Lisa. Der Macintosh 128K wurde am 24. Januar 1984 von Apple-Mitbegründer Steve Jobs vorgestellt. Der Werbespot „1984“ für den Mac wurde beim Super Bowl XVIII aufgeführt. Zum Preis von 2.495 USD (entsprachen damals etwa 7.200 DM/ungefährer Verkaufspreis in Deutschland: 10.000 DM, letzteres entspricht rund 11.360 EUR heute) erhielt man einen Rechner auf der Basis von Motorolas 68000-CPU, die mit 8 MHz getaktet war und auf 128 KB Arbeitsspeicher (RAM) zugreifen konnte – was sich schnell als zu wenig erwies. Ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk mit 400 KByte Speicherplatz und ein integrierter 9-Zoll-Monitor vervollständigten den ersten Macintosh.
Ebenso wie der Vorgänger Lisa war auch der Macintosh mit einer grafischen Benutzeroberfläche und einer Maus ausgestattet. Lizenziert wurde die Mausbedienung und Grundzüge der grafischen Oberfläche von der Firma Xerox, die 1973 mit dem Xerox Alto dieses Konzept entwickelte, welches Apple dann per Lizenz für seine Modelle ab 1979 übernahm und modifizierte. Das Betriebssystem des Macintosh hatte ursprünglich keinen Namen und wurde nur „System“ (mit angehängter Versionsnummer) genannt. Ab Version 7.5.1 hieß es dann Mac OS (abgeleitet von Macintosh Operating System). Es war von Beginn an auf die Bedienung mit der Maus zugeschnitten und enthielt zu diesem Zeitpunkt revolutionäre Konzepte, wie den „Papierkorb“, mit dem das Löschen von Dateien wieder rückgängig gemacht werden konnte, den „Schreibtisch“, Drag and Drop, das Auswählen von Text oder Objekten zwecks Änderung der Attribute und das Navigieren im Dateisystem mit Hilfe von Icons. Weitere grundlegende Konzepte, die den Anwendern die damals noch weitverbreitete Scheu vor der Benutzung von Computern nehmen sollten, waren die Undo-Funktion und die durchgängig einheitliche Bedienung verschiedener Anwendungsprogramme.
Trotz dieser Neuerungen verkaufte sich der neue Computer anfangs nur in kleinen Stückzahlen. Gründe dafür wurden in seinem hohen Preis und darin gesehen, dass er in seiner Form und Art der Benutzung weit von dem entfernt war, was man zu jener Zeit gemeinhin unter einem professionellen Computer verstand (Monitore mit grüner Schrift auf schwarzem Hintergrund und die Eingabe langer Kommandozeilen). Erst die Nachfolgemodelle des originalen Macintoshs konnten eine größere Nutzerschaft an sich binden, die dann einen hohen Gesamtmarktanteil erreichte, jedoch später zahlenmäßig von IBM-PC-kompatiblen Computern mit zunächst einer Variante von DOS und später Windows überholt wurden. Der Marktanteil des Macintosh war um 2000 auf einen Tiefstand von, je nach Zählmethode, zwischen drei und fünf Prozent gesunken. Mit der Einführung von Mac OS X stieg der Marktanteil kontinuierlich und erreichte 2011 in den USA etwa 13 % und weltweit ca. 6 %.
Von Sommer 1994 bis September 1997 wurde das klassische Mac OS an andere Computerhersteller (unter anderem Umax und Power Computing) lizenziert. Die aus dieser Lizenz resultierenden Macintosh-kompatiblen Computer wurden Mac-Clones genannt.
Zeitleiste der Macintosh-Modelle
Die ursprüngliche Architektur des 1984 vorgestellten Macintosh war die Motorola-68000er-Familie. Alle Modelle hießen offiziell „Macintosh“, inoffiziell wurde jedoch auch damals schon „Mac“ als Abkürzung genutzt.
Mit Einführung der PowerPC-basierten „Macs“ wurde anfangs zur Unterscheidung die Bezeichnung Power Macintosh genutzt. Ab 1998 nutzte Apple dann die Bezeichnung „Mac“ auch offiziell, zuerst mit dem neu eingeführten iMac (anfangs PowerPC), und ab 1999 mit dem Power Mac G3 auch beim Power Macintosh. Die tatsächlich genutzte Architektur wurde in weiterer Folge weggelassen (der iMac ist ab 2006 ein Intel-Mac und seit 2021 Arm-basiert und daher „Apple Silicon“).
Zur Unterscheidung von der PowerPC-Architektur wurden Macs der 32- oder 64-Bit-x86-Architektur anfangs als „Intel-Macs“ bezeichnet, da Apple nur x86-Prozessoren von Intel verwendete (obwohl es gelegentlich auch Gerüchte gab, Apple wäre an x86-Prozessoren von AMD interessiert gewesen). Nach 2011 verlor die Bezeichnung an Bedeutung, da mit der Veröffentlichung von OS X Lion (macOS-Version 10.7) auch die Unterstützung für die letzte PowerPC-Version (Version 10.5) eingestellt wurde, und somit für ein aktualisierbares System ohnehin ein Intel-x86-Prozessor die Systemvoraussetzung war. macOS Tahoe, vorgestellt 2025, ist die letzte Version, die auf Intel-Macs läuft.
Seit 2020 sind Macs mit von Apple selbst produzierten Prozessoren der ARM-Architektur verfügbar. Diese Prozessoren, die von Apple selbst als „Apple Silicon“ bezeichnet werden, waren vermutlich bereits seit ca. 2010 geplant. macOS Big Sur (macOS-Version 11) war die erste Version, die auf ARM beruhende Macs unterstützte. Der Übergang von Intel-Macs auf Apple Silicon wurde auf der WWDC im Juni 2023 mit der Einführung des Mac Pro final abgeschlossen. Ab macOS 27 „Golden Gate“ ist Apple Silicon Voraussetzung.
Notebooks: PowerBook, iBook, MacBook
Das erste Notebook von Apple war der Macintosh Portable von 1989, der allerdings kein wirtschaftlicher Erfolg war. Das erste erfolgreiche Modell war das 1991 vorgestellte PowerBook. Die ersten Modelle nutzten einen Motorola-68k-Prozessor, ab 1995 wurden PowerPC-Prozessoren verbaut. 1999 kam das iBook für den Consumer-Markt hinzu. 2006 wurde die Serie mit dem Wechsel zur x86-Architektur in MacBook Pro (als Nachfolge für das PowerBook) und MacBook (iBook-Nachfolge) umbenannt. 2008 kam das MacBook Air als eine besonders dünne Variante hinzu. Diese Namen behielt Apple auch nach der Umstellung auf „Apple Silicon“ 2020 bei.
Die Server-Hardware von Apple war anfangs identisch mit den Workstations bzw. Desktop-Computern, wobei eine Server-Variante des Betriebssystems vorinstalliert mitgeliefert wurde, beispielsweise als „Mac Server G3“ (Hardware identisch mit Power Macintosh G3 bzw. Power Mac G3). Ab 2002 stellte Apple mit den Xserve-Modellen reine Server-Hardware her, die mit jeweils der Server-Version von Mac OS X ausgeliefert wurden. 2010 stellte Apple die Produktion allerdings wieder ein.
Zu jeder Zeit war es möglich, die Server-Version von macOS bzw. die Server-Erweiterung auf allen Mac-Modellen nachzurüsten. Teilweise hat Apple auch den Mac mini mit vorinstalliertem macOS Server angeboten.
Der Macintosh ist nach der Apfelsorte McIntosh benannt. Der McIntosh war der Lieblingsapfel von Jef Raskin, der Mitglied des Macintosh-Designteams war. Ein alternativer Name während der Entwicklungszeit des Projektes war „Bicycle“: Apple-Mitbegründer Steve Jobs sah den letztlich Macintosh genannten Rechner als „Bicycle for your mind“, doch aufgrund des Widerstandes des Entwicklerteams setzte sich Jobs’ Bezeichnung nicht durch.
Für den Namen Macintosh hat Apple 1983 ein 10-jähriges Lizenzabkommen mit dem US-amerikanischen HiFi-Hersteller McIntosh Laboratory, Inc. abgeschlossen.
Typisch für die Hardware der kompakten Macintosh-Modelle war, möglichst alle Grundfunktionen auf der Hauptplatine zu vereinen. Von Anfang an waren in den Kompaktmodellen (Macintosh Plus, Macintosh SE, Macintosh Classic usw.) Grafik, Ton und netzwerkfähige serielle Schnittstellen integriert, kurz darauf kamen ADB und SCSI und später Ethernet und Modem hinzu. Schließlich wurden FireWire und USB Standard. Einsteigergeräte wie der iMac sind nur durch externe Anschlüsse erweiterbar. Die Modelle der Pro-Reihe bieten durch interne PCI- und AGP- bzw. PCIe-Steckplätze eine größere Flexibilität.