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Macau

Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China

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Macau (chinesisch 澳門 / 澳门, Pinyin Àomén, Jyutping Ou3mun4*2, englisch Macao; portugiesisch Macau, Abk.: 澳 / 澳) ist eine etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegene Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China. Bis 1999 war es eine portugiesische Kolonie. Macau ist reich an Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit. Die Haupterwerbsquellen sind das dort legale Glücksspiel und der damit in Zusammenhang stehende Tourismus aus Hongkong und Festlandchina, weshalb Macau oft auch als Monte-Carlo des Ostens oder Las Vegas des Ostens bezeichnet wird. Die Stadt ist der Sitz des Bistums Macau.

Nach dem vom macauischen Government of Macao Special Administrative Region Statistics and Census Service selbst berechneten Wert für den Index der menschlichen Entwicklung zählt Macau zu den sehr hoch entwickelten Ländern. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen berechnet den Wert für Macau nicht.

Der volle Name Macaus lautet Sonderverwaltungsregion Macao der Volksrepublik China, im Kantonesischen Jūng'wàh Yàhnmàhn Guhng'wòhgwok Oumún Dahkbiht Hàhngjingkēui bzw. im Hochchinesischen Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Àomén Tèbié Xíngzhèngqū (中華人民共和國澳門特別行政區, Jyutping Zung1waa4 Jan4man4 Gung6wo4gwok3 Ou3mun4*2 Dak6bit6 Hang4zing3keoi1) und in der portugiesischen Sprache .

Macau liegt im Mündungsdelta des Perlflusses. Das Gebiet der heutigen Sonderverwaltungsregion bestand ursprünglich aus drei Inseln. Durch Landaufschüttungen wurden die Inseln Taipa und Coloane miteinander sowie Macau mit dem Festland verbunden. Mehrere Brücken stellen eine Verbindung zwischen der Halbinsel und dem Festland her.

Sowohl die Halbinsel als auch der Inselbereich bestehen aus kleinen Granithügeln umgeben von Flachlandgebieten. Bevor die Hügel für Feuer- und Bauholz gerodet wurden, bestand die ursprüngliche Vegetation aus immergrünem tropischem Regenwald. Der höchste Punkt ist mit 172,5 Metern der Alto de Coloane auf Coloane.

Teils tropische Einflüsse verleihen Macau ein trocken-feuchtes Monsunklima. Vier Fünftel der durchschnittlichen Regenmenge von 2.120 mm/m² fallen in der regenreichen Sommerzeit (April bis September), wenn der südwestliche Monsun bläst. Die Temperaturen reichen von 15 °C im Winter bis durchschnittlich 29 °C im Sommer. Abgesehen vom Regen sind die Sommermonate heiß und feucht. Die Wintermonate sind dagegen etwas kühler, weniger feucht und erträglicher.

Die Menschheitsgeschichte Macaus reicht vermutlich 6.000 Jahre zurück und umfasst viele verschiedene und unterschiedliche Zivilisationen und Existenzperioden. Auf der Macau-Halbinsel auf der Insel Coloane wurden 3.500 bis 4.000 Jahre alte Zeugnisse menschlicher und kultureller Existenz entdeckt.

Während der chinesischen Qin-Dynastie (221–206 v. Chr.) unterstand die Region der Gerichtsbarkeit des Kreises Panyu, Präfektur Nanhai der Provinz Guangdong.

Die Region Macau wurde erstmals während der Han-Dynastie (2. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.) von Chinesen besiedelt. Sie war administrativ Teil der Präfektur Dongguan in der Jin-Dynastie (266–420 n. Chr.) und stand in späteren Dynastien abwechselnd unter der Kontrolle von Nanhai und Dongguan.

Seit dem 5. Jahrhundert nutzten Handelsschiffe, die zwischen Südostasien und Guangzhou verkehrten, die Region als Hafen für Zuflucht, Süßwasser und Nahrung. Im Jahr 1152, während der Song-Dynastie (960–1279 n. Chr.), unterstand es der Gerichtsbarkeit des neuen Kreises Xiangshan. Im Jahr 1277 ließen sich etwa 50.000 Flüchtlinge, die vor der mongolischen Eroberung Chinas flohen, in der Küstenregion nieder.

Mong Há ist seit langem das Zentrum des chinesischen Lebens in Macau und Standort des möglicherweise ältesten Tempels der Region, eines Schreins, der der buddhistischen Guanyin (Göttin der Barmherzigkeit) gewidmet ist. Später in der Ming-Dynastie (1368–1644 n. Chr.) wanderten Fischer aus verschiedenen Teilen der Provinzen Guangdong und Fujian nach Macau ein und bauten den A-Ma-Tempel, in dem sie für Sicherheit auf dem Meer beteten. Die Hoklo-Bootsflüchtlinge waren die ersten, die Interesse an Macau als Handelszentrum für die südlichen Provinzen zeigten. Allerdings entwickelte sich Macau erst Mitte des 16. Jahrhunderts zu einer bedeutenden Siedlung, als es an das Königreich Portugal verpachtet wurde.

In der Folgezeit entwickelte sich die Stadt im Rahmen des portugiesischen Chinahandels zu einem der bedeutendsten Warenumschlagplätze zwischen Asien und Europa. Die Niederlassung der Portugiesen in Macau um 1557 führte zur Entstehung einer jährlichen Seehandelslinie Goa-Cochin-Malakka-Macau-Japan, die verschiedenen Konzessionären gegen Entgelt offenstand. Diese Schifffahrtslinie, zu der die portugiesische Krone die Schiffskapitäne ernannte, wurde bald zu einer der profitabelsten Handelsrouten im Asienhandel, da sie nicht nur die Einfuhr asiatischer Luxusprodukte wie Seide, Porzellan und Lackmöbel ermöglichte, sondern auch die Platzierung von europäischem Kupfer auf den fernöstlichen Märkten und die Einfuhr großer Mengen von japanischem Silber ermöglichte. Der Handel mit Seide, Gewürzen und Tee florierte und verschaffte Macau großen Wohlstand.

Nach den Napoleonischen Kriegen zwang das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland Portugal, die Häfen für den Handel von britischen Schiffen zu öffnen. Hatten Goa und Macau bisher eine gesunde Wirtschaft, brach sie nun zusammen. Es hatte eine katastrophale Auswirkung auf die portugiesische Handelsflotte und man verlor den Textilhandel mit Indien. In Macau konnte man seine Wirtschaft, unabhängig vom Mutterland, mit Opium- und Teehandel wieder in Schwung bringen. Selbst nach der britischen Übernahme von Hongkong 1844 profitierte man vom Zugang zu den Vertragshäfen in China, auch wenn Macau seine Vormachtstellung im Asienhandel endgültig verlor. 1845 erklärte Portugal einseitig Macau zu seinem Freihafen. Als 1870 neue Regeln den Handel über Macau benachteiligten, boomte dafür Macaus Rolle als Auswandererhafen für Chinesen, die im Ausland als Kulis arbeiteten. Zwischen einem Sechstel und einem Viertel aller Kulis aus China reisten über Macau in die Welt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein über 150 Jahre währender Streit zwischen China und Portugal über den politischen und juristischen Status Macaus. Auf internationalen Druck hin musste das Kaiserreich China 1887 die dauerhafte Besetzung und Regierung Macaus durch Portugal anerkennen. Ab 1892 verweilte der Reformer Sun Yat-sen in der Stadt, so dass Macau zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der chinesischen Revolution wurde.

Um diese Zeit entwickelte sich Macau in nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen zu einem Anhängsel der benachbarten britischen Kolonie. Im Gegensatz zu Hongkong lebten, von wenigen zeitlichen Ausnahmen abgesehen, die chinesischen und portugiesischen Einwohner der Stadt in einer Symbiose. Kompromissbereite Verhandlungen über die Rückgabe der Stadt an China fanden bereits ab 1928 zwischen Portugal und der Republik China statt, blieben jedoch im Zuge des Chinesischen Bürgerkriegs sowie des Japanisch-Chinesischen Kriegs ergebnislos. Die Kommunistische Partei Vietnams hielt hier Ende März 1935 ihren 1. Nationalkongress ab.

Aufgrund der portugiesischen Neutralitätspolitik blieb Macau während des Zweiten Weltkriegs von japanischen Truppen unbesetzt. In dieser Zeit nahm die Stadt viele Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten auf. Nach dem Krieg erklärte der portugiesische Präsident António de Oliveira Salazar einseitig per Dekret Macau zur Überseeprovinz und zum integralen Bestandteil Portugals, obwohl die Alliierten der Republik China 1943 eine Rückgabe sämtlicher Häfen an der chinesischen Küste zugesichert hatten.

Nach Gründung der Volksrepublik China 1949 forderte auch die neue kommunistische Regierung in Peking die Rückgabe Macaus, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, da Portugal den Alleinvertretungsanspruch Festlandchinas nicht anerkannte. Eine Lösung der „Macau-Frage“ wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Am 31. Juli 1963 wies der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Konstruktion der portugiesischen Überseeprovinzen in der UN-Resolution 180 als völkerrechtswidrig zurück. 1966 unterbreitete Portugal der Volksrepublik China ein Angebot zur Rückgabe Macaus an China.

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