An diesem Tag

Märklin

Deutscher Spielzeughersteller im schwäbischen Göppingen

Anúncio

Die Gebr. Märklin & Cie. GmbH ist ein Spielzeughersteller im schwäbischen Göppingen. Märklin ist heute vor allem für seine Modelleisenbahnen bekannt.

Aktuell produziert das Unternehmen in Göppingen (Werk 1) und Győr (Ungarn) (Werk 2). Von 1991 bis 2007 gab es in Sonneberg, wo Modelleisenbahnen von Piko schon seit 1952 hergestellt werden, das Märklin-Werk 3 (Näheres siehe Produktionsstandorte).

Der Firmenname geht auf die Brüder Eugen und Karl der Gründerfamilie Märklin ("Gebr."), sowie die 1892 und 1908 neu hinzugetretenen Miteigentümer Emil Heinrich Fritz und Richard Saft ("Compagnie") zurück. Diese drei Familienlinien blieben bis zum Verkauf an Kingsbridge Capital im Mai 2006 Eigentümer des Unternehmens. Der Firmenname wurde auch nach dem Ausscheiden aller namensgebenden Familiengesellschafter beibehalten.

Das zunächst mit der Herstellung von Puppenküchen beschäftigte Unternehmen wurde 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründet. Dieser hatte den Beruf des Flaschners erlernt und ließ sich 1840 in der württembergischen Stadt Göppingen nieder, wo er 1856 die Bürgerrechte erhielt. 1859 heiratete er in zweiter Ehe Carolina Hettich (1826–1893) aus Ludwigsburg.

Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, darunter die Söhne Eugen und Karl. Im selben Jahr machte Märklin sich als Flaschnermeister selbstständig und eröffnete seine eigene Werkstatt, in der er unter anderem Blechwaren, Puppenhäuser und -küchen herstellte. Daher gilt 1859 als Gründungsjahr des Spielzeugherstellers Märklin. Seine Frau übernahm den Verkauf, indem sie auf Verkaufstour durch Süddeutschland, Österreich und die Schweiz reiste. Sie war einer der ersten weiblichen Handelsvertreter und zeichnete sich durch Organisationsgabe und hervorragendes Verkaufstalent aus.

Ab 1866, nach dem Unfalltod des Firmengründers, führte zunächst seine Witwe das Unternehmen weiter. Sie heiratete zwei Jahre später zwar wieder, aber ihre Hoffnung, dass ihr zweiter Mann sie im Unternehmen unterstützen würde, wurde enttäuscht. Auch ihre herangewachsenen Söhne schienen sich für den Familienbetrieb nicht zu interessieren.

Erst nachdem ihr Gatte in den 1880ern gestorben war, übernahmen 1888 die Söhne Eugen und Karl Märklin die Leitung des Unternehmens, das zunächst unter der Bezeichnung Gebr. Märklin firmierte. Die Produktpalette umfasste zu dieser Zeit Puppenküchen, Karren jeglicher Art, Modelle von Schiffen, Karussells, Kreisel und Bodenläufer (Modelleisenbahn ohne Schienen).

Durch Unternehmenspolitik und den Aufkauf des Blechspielzeugherstellers Ludwig Lutz in Ellwangen im Jahr 1891 expandierte das Unternehmen und verkaufte von Lutz hergestellte Spielzeugeisenbahnen in der Vorweihnachtszeit 1891.

Im Jahr 1892 präsentierten die Gebrüder Märklin auf der Leipziger Frühjahrsmesse erstmals eine ausbaufähige Spur 1 Modelleisenbahn mit einer Uhrwerks-Lokomotive und einer Schienenanlage in Form einer Acht.

Damit legten die beiden Unternehmer den Grundstein zu dem Welterfolg der Spielzeugeisenbahn und dann der Modelleisenbahn. Im selben Jahr erschienen im Märklin-Katalog auch Spielzeugeisenbahnen der Spur 1, Spur 2 und Spur 3 mit Lokomotiven, Wagen, gebogenen und geraden Gleisen, sowie Weichen und Kreuzungen. 1893 folgte dann im Katalog der Firma Märklin Spielzeugeisenbahnen zusätzlich für die Spur 0.

Übersicht der zeitgenössischen Modellspurweiten von Märklin

Märklin ist es zu verdanken, dass in dieser Zeit auch die Spurweiten der Modelle vereinheitlicht wurden und in ihren Grundzügen bei der heutigen Spur 0 und Spur 1 noch heute weltweit gelten.

1909 umfasste die Produktpalette 90 verschiedene Dampfmaschinenmodelle, Puppenstuben- und Küchenzubehör, Karussells, Autos, Flugzeuge, Schiffe, Kreisel und Metallbaukästen.

Zwischen den beiden Weltkriegen

Ab 1926 wurde die elektrische Bahn mit 20 V Wechselstrom (zunächst noch mit einer Glühlampe als „Vorwiderstand“) eingeführt, welche ohne die Laufzeitbeschränkung der Uhrwerke oder der Spiritus-Brennzeit kontinuierlichen Spielbetrieb erlaubte. 1929 kamen zu den schwarz-messingfarbenen Teilen der Metallbaukästen farbige Teile hinzu.

Mit den Jahren wurde die Modelleisenbahn zum wichtigsten Produkt von Märklin. 1935 trat Fritz Märklin in die Geschäftsführung ein. Nachdem Stephan Bing, bis 1927 Vorstand der Bing Werke AG, das Unternehmen Vereinigte Spielwaren Fabriken Nürnberg 1928 übernahm und zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 die erste moderne Tischeisenbahn in der Nenngröße 00 unter dem Markennamen TRIX Express vorstellte, folgte Märklin zur Herbstmesse dieses Jahres ebenfalls mit einer Tischeisenbahn in dieser Baugröße.

Es gab zwar bereits in den Jahren von 1922 bis 1932 eine Tischbahn von Bing mit einer Spurweite von 16,0 mm, die jedoch technisch noch nicht so ausgereift und betriebssicher war, um daraus eine vollwertige Modellbahn entwickeln zu können. Die Nenngröße 00 war mit einem Maßstab von angenähert 1:87 nur halb so groß wie die bis dahin kleinste Spur 0 (1:43 oder 1:45). In den Jahren bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entwickelten TRIX und Märklin zahlreiche technische Neuerungen, mit denen die Praxistauglichkeit und der Spielwert der 00-Bahnen gesteigert wurde, womit diese Baugröße den größten Teil des Modellbahnmarktes erobern konnte. Der geringe Platzbedarf und die vergleichsweise niedrigen Kosten sorgten dafür, dass Modelleisenbahnen nun von einem größeren Teil der Haushalte gekauft werden konnten.

Während des Zweiten Weltkriegs stellte Märklin unter anderem mechanische Zünder für Landminen her.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Märklin | World in Stories