Lydia Davis (* 15. Juli 1947 in Northampton, Massachusetts) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Übersetzerin, besonders bekannt für ihre sehr kurzen Kurzgeschichten.
Lydia Davis ist die Tochter der Journalistin und College-Dozentin Francis Hope Davis, geborene Hale (1903–2004) aus ihrer vierten Ehe (1939) mit dem Literaturwissenschaftler und -kritiker Robert Gorham Davis (1908–1998). Sie hat einen älteren Bruder; beide Eltern verstanden sich als Kommunisten. Mit sieben Jahren war Lydia Davis ein Jahr lang Schülerin bei den Ursulinen in Graz und lernte Deutsch.
Am Barnard College lernte sie ihren späteren Ehemann Paul Auster kennen; 1970 machte sie ihren Abschluss. Von 1971 an lebte das junge Paar in Frankreich zusammen. Beide arbeiteten als Übersetzer „and shared a belief that their poverty was romantic – until the situation grew desperate“. Sie gründeten gemeinsam einen Kleinverlag und gaben unter demselben Namen, Living Hand, eine Literaturzeitschrift heraus: Auf dem Titelblatt von Living Hand 1 (Herbst 1973) ist Lydia Davis’ Name neben dem von sieben weiteren Autoren genannt; eine der sechs monografischen Sonderausgaben von Living Hand ist die erste selbständige Veröffentlichung von Lydia Davis.
Mit (laut Erinnerung von Auster) nur „neun Dollars“ sollen sie in die USA zurückgekehrt sein. Sie heirateten 1974; 1977 wurde ihr Sohn Daniel Auster (1977–2022) geboren, und sie kauften ein altes Haus in Duchess County, New York. 1978 wurde die Scheidung eingereicht.
Später heiratete Lydia Davis Alan Cote (geboren 1937), einen abstrakten Maler. Sie hat mit ihm einen Sohn, Theo Cote. Davis übersetzt seit ihrer Jugendzeit, hauptsächlich aus dem Französischen, in jüngerer Zeit auch aus dem Deutschen und Niederländischen. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen Maurice Blanchot, Marcel Proust und Gustave Flaubert ebenso wie Robert Walser oder A. L. Snijders.
Davis lehrte u. a. an der State University of New York in Albany Creative Writing.
Sie lebt mit ihrem Mann in einem kleinen Ort in Rensselaer County, New York.
2005: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences
2013: Man Booker International Prize (für ihr Gesamtwerk)
2013: Award of Merit Medal der American Academy of Arts and Letters, Manhattan, New York City
2021: Aufnahme in die American Philosophical Society
2022: Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters
The Thirteenth Woman and Other Stories. Living Hand, 1976.
Sketches for a Life of Wassilly. Station Hill Press, Barrytown 1981, ISBN 0-930794-45-1.
Story and Other Stories. The Figures, 1985, ISBN 0-935724-17-6.
Break It Down. Farrar, Straus and Giroux, New York 1986, ISBN 0-374-11653-9.
Es ist, wie es ist. Aus dem Englischen von Klaus Hoffer. Literaturverlag Droschl, Graz 2020, ISBN 978-3-99059-057-7.
The End of the Story. Farrar, Straus and Giroux, New York 1994, ISBN 0-374-14831-7.