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Luxemburg

Staat in Westeuropa

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Das Großherzogtum Luxemburg (luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg [ˈgʀəʊsˌhɛχtsoːktuːm ˈlətsəbuəɕ], französisch Grand-Duché de Luxembourg [ɡʁɑ̃ dyʃe də lyksɑ̃buʁ]) ist ein demokratischer Staat in Form einer konstitutionellen Monarchie im Westen Mitteleuropas. Die Stadt Luxemburg ist der Parlaments- und Regierungssitz des 681.973 Einwohner zählenden Landes. Das Großherzogtum gehört zum mitteldeutschen Sprachraum. Nationalsprache ist Luxemburgisch; Verwaltungs- und Amtssprachen sind außerdem Standarddeutsch und Französisch.

Das Land entstand als Grafschaft im Heiligen Römischen Reich. Von 1354 an trugen seine Herrscher den Herzogtitel. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Luxemburg zum Großherzogtum erhoben. Wilhelm I. von Nassau-Oranien, König der Vereinigten Niederlande, wurde in Personalunion der erste Großherzog. Die Union beider Staaten endete 1890 mit dem Herrschaftsantritt der Linie Luxemburg-Nassau (bis 1964 offiziell Nassau-Weilburg). Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches trat Luxemburg 1815 dem Deutschen Bund bei, musste jedoch in der Folge auf Druck Frankreichs auf die westliche Hälfte seines Territoriums verzichten, aus der die belgische Provinz Luxemburg hervorging (Vertrag von London (1839)). Im Zuge der Luxemburgkrise führte der Zweite Londoner Vertrag 1867 mit einer Festschreibung der luxemburgischen Neutralität zum Ausscheiden aus dem Deutschen Bund. Während der beiden Weltkriege war Luxemburg von deutschen Truppen besetzt; Luxemburger wurden im Zweiten Weltkrieg als sogenannte Volksdeutsche zum Militärdienst in der deutschen Wehrmacht herangezogen. Nach dem Weltkrieg nahm Luxemburg eine führende Rolle bei der europäischen Einigung ein und war ein Gründungsmitglied der NATO, der UNO und der Europäischen Union.

Gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Benelux-Staaten. Zusammen mit dem Saarland, der französischen Region Lothringen, der Wallonischen Region in Belgien und dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gehört es zur Großregion Saar-Lor-Lux, in der etwa 11,8 Millionen Menschen leben. Die Region verzeichnet mit 267.300 Grenzpendlern die höchste grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitnehmern innerhalb der Europäischen Union.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt Luxemburg zu den Ländern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung.

Grenzen, Geologie und Landschaftsgliederung

Luxemburg misst in Nord-Süd-Ausdehnung 82 Kilometer, in Ost-West-Ausdehnung 57 Kilometer. Es grenzt im Süden über 73 Kilometer an Frankreich, im Westen über 148 Kilometer an Belgien und im Osten über 135 Kilometer an Deutschland. Während 51,7 % der Flächen Land- und Weinbauflächen sind, sind 36,1 % der Flächen Waldflächen und Naturgebiete. Die bebauten Flächen betragen 11,8 % und 0,4 % sind Wasserläufe und -flächen.

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird (das) Ösling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen, Hügeln und tiefen Flusstälern, zum Beispiel dem Tal der Sauer. Mit 560 m ist die Erhöhung „Kneiff“ in Huldingen der höchste Punkt des Landes. Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark geschützt.

Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Entwässert wird das Land durch die westöstlich verlaufende Sauer, mit Klerf und Our im Norden und Alzette im Süden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 m), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette. Die Rhein-Maas-Wasserscheide verläuft auch durch Luxemburg. Während die Chiers in die Maas mündet, münden die meisten anderen Flüsse Luxemburgs in die Mosel, die in den Rhein mündet.

Luxemburg hat ein gemäßigtes mitteleuropäisches Klima (Cfb-Klima nach Köppen & Geiger), das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gemäßigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 782,2 mm; die durchschnittliche Temperatur beträgt im Jahresmittel 9,3 °C, im Januar 1,4 °C und im Juli 18,0 °C. Im Durchschnitt der Jahre 1991–2020 lag die tiefste Temperatur im Januar bei −1,0 °C, während die höchste Temperatur im Juli bei 24,9 °C lag. Im Norden des Landes, dem Ösling, ist es meist etwas kühler und es kommt auch häufiger zu Niederschlägen. Durchschnittlich scheint 1.606,8 Stunden die Sonne.

Das Ösling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete Mittelgebirgszüge und tiefe Flusstäler geprägt. Die am stärksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-Niederwälder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen großen Teil der Waldfläche ein. Für unbewaldete Flächen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die Lippenblütler Echter und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im Südosten Luxemburgs vorkommen. Es gibt eine Vielfalt von Wiesentypen; die extensiv genutzten, artenreichen Magerwiesen gehen allerdings zurück (20 % der erhobenen Graslandarten stehen auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Luxemburgs). Die Vegetation des tiefer gelegenen südlichen Teil des Landes (ca. 300 m), im sogenannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel geprägt.

Die Fichtenwälder Luxemburgs, die immerhin 30 % der bewaldeten Fläche des Landes einnehmen, sind als naturfern anzusehen. Sie sind das Resultat einer nach dem Zweiten Weltkrieg in Mode gekommenen Aufforstung von Niederwäldern und wenig rentabler Flächen mit dieser schnellwachsenden Art. Mit Ausnahme der Waldkiefer befinden sich aber sämtliche Nadelhölzer in Luxemburg außerhalb ihrer natürlichen Areale.

Die Tierwelt entspricht der für mitteleuropäische Länder üblichen Fauna. Zu den Tieren gehören Rot- und Schwarzwild sowie Igel. Die über 220 Vogelarten sind ein signifikanter Teil der luxemburgischen Fauna, unter ihnen Greifvögel, der Schwarzstorch und das Haselhuhn. In Luxemburg sind 72 % der unter Naturschutz stehenden Arten Vögel, gefolgt von Säugetieren mit 10 %. Trotz Umweltschutzmaßnahmen hat sich in den Jahren 2019 bis 2024 die Situation der Brutvögel in Luxemburg weiter verschlechtert. Der Rückgang der Brutvogelarten ist vor allem auf den schlechten Erhaltungszustand ihrer Lebensräume zurückzuführen.

Es existiert eine Reihe von geplanten oder bereits umgesetzten Naturschutzprojekten: so zum Beispiel der Bongert Altenhoven, die Halbtrockenrasen bei Junglinster, der Naturlehrpfad Deiwelskopp, der Neibruch bei Grosbous, das Naturschutzgebiet Prënzebierg, das Naturreservat Sonnebierg, der Canecher Wéngertsbierg oder das Feuchtgebiet Cornelysmillen.

Die Jagd in Luxemburg ist untrennbar mit dem Grundeigentum verbunden und in einem Revierjagdsystem organisiert. Das nach Wert des Wildbrets sowie aufgrund der im Wald und der Feldflur verursachten Wildschäden bedeutsamste Jagdwild sind Reh und Wildschwein. Weitere jagdlich relevante Wildarten sind u. a. Rothirsch, Stockente und Feldhase.

Die heutige Bezeichnung Luxemburg ist vom Namen der Burg Lucilinburhuc, später Lützelburg, abgeleitet, der möglicherweise „kleine Burg“ bedeutet (zu „lützel“ vgl. niederdeutsch „lütt“ = klein). Gemeint ist die im Jahr 963 für Siegfried, den Grafen der Ardennen, als Stammsitz errichtete Burg, um die sich die gleichnamige Stadt Luxemburg heranbildete. Nach einer anderen Deutung geht der alte Name Lucilinburhuc auf das Wort „Letze“ zurück, das einen befestigten Felsvorsprung oder eine kleine Burg bezeichnet. Tatsächlich liegt die Stammburg auf einem Felssporn, dem sogenannten Bockfelsen. Im deutschen Sprachraum wurden noch im 17. Jahrhundert die Namensformen Lützenburg und Lützelburg verwendet, beispielsweise in der Topographia von Matthäus Merian. Dem steht die luxemburgische Bezeichnung Lëtzebuerg nahe. Später setzte sich im deutschen Sprachraum die eingedeutschte Form der französischen Bezeichnung Luxembourg durch.

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