Luise Lunow (* 13. März 1932 in Nowawes, heute Potsdam-Babelsberg), Künstlername bis 1987 Gerda-Luise Thiele, ist eine deutsche Schauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin.
Luise Lunow wuchs in Potsdam-Babelsberg auf. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg verbrachte sie als Kind viele Stunden in Bunkern und Luftschutzkellern, Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Sie wurde an der Staatlichen Ballettschule Berlin ausgebildet und setzte ihre Ballettausbildung nach Kriegsende unter anderem bei Anni Stoll-Peterka, der damaligen Ballettmeisterin des Metropol-Theaters in Ost-Berlin, fort. Zugleich verdiente sie sich das Schulgeld als Kleindarstellerin am Deutschen Theater und am Berliner Ensemble, wo sie hinter der Bühne den Probenbetrieb verfolgte. Später nahm sie privaten Schauspielunterricht in Berlin-Steglitz und absolvierte eine Stimmausbildung in Kleinmachnow; Ballett- und Schauspielprüfung legte sie kurz hintereinander ab.
Ihre erste Rolle als Synchronsprecherin erhielt sie mit 19 Jahren, damals noch als Schauspielstudentin; aufgrund ihrer für das Alter ungewöhnlich tiefen, reifen Stimme wurde sie gleich als Mutter besetzt. Mit dieser Stimmfarbe übernahm sie in der Folge häufig Rollen älterer Frauen. Bereits während ihrer Ausbildung trat sie aushilfsweise im Ensemble des Hans-Otto-Theaters in Potsdam auf. Später war sie von 1976 bis 1987 am Maxim-Gorki-Theater in Ost-Berlin tätig, wo sie zeitweise auch als Regieassistentin arbeitete. In den 1980er-Jahren nahm sie an größeren Tourneen durch Westdeutschland teil. Als Film- und Fernsehschauspielerin übernahm sie kleinere Rollen. 1987 kehrte sie von einer Besuchsreise in der Bundesrepublik nicht mehr in die DDR zurück.
In der Bundesrepublik übernahm sie erneut Rollen in Film- und Fernsehen, z. B. in Pappa ante portas, Praxis Bülowbogen und Ein Heim für Tiere. Luise Lunow spricht auch Hörspiele, so übernahm sie nach dem Tod von Tilly Lauenstein deren Sprecherrolle als „Oberhexe Tante Mania“ in der Hörspielreihe Bibi Blocksberg; sie sprang damals mitten in einer laufenden Produktion ein, nachdem mehrere Stimmen getestet worden waren, und spricht die Figur seither dauerhaft. Im Juni 2011 nahm sie für AS&S Radio den Werbesong „Acid auf Rädern“ auf, unter dem Pseudonym „Enkelschreck“.
Bis 2013 arbeitete sie an verschiedenen Theatern, unter anderem am Schlossparktheater Berlin. 2015 veröffentlichte sie ein autobiographisches Hörbuch.
Im Mai 2019 wurde sie mit dem Deutschen Preis für Synchron für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Auch im hohen Alter bleibt sie berufstätig; im Jahr 2025, mit 93 Jahren, arbeitet sie weiterhin regelmäßig im Synchronstudio. Trotz einer fortgeschrittenen Makuladegeneration, durch die sie seit etwa 2023 kaum noch sehen kann, passt sie ihre Arbeitsweise an: die Regie liest ihr die Takes vor, die sie sich einprägt und anschließend einspielt; begünstigt wird dies durch die heute meist sehr kurzen Takes. Lunow lebt in Berlin-Grunewald und hält sich nach eigener Aussage mit regelmäßigem Fitnesstraining körperlich fit; die Arbeit empfindet sie als stärkend und „vitalisierend“.
Gwen in Trauben und Rosinen von Laurence Roman, Regie: Wolfgang Spier, Kleine Komödie am Max II München (1994)
Meta Boldt in Tratsch im Treppenhaus von Jens Exler, Regie: André Freyni, Hansa-Theater Berlin (2003)
Lady Strathersmith, Miss King und Miss Hares in Die drei ??? und der seltsame Wecker Live (2009)
2011: „Acid auf Rädern“ Luise Lunow alias Enkelschreck.
1974: Polizeiruf 110: Fehlrechnung (TV-Reihe)
1976: Frauen sind Männersache (TV)
1978: Du und icke und Berlin (TV)
1980: Arno Prinz von Wolkenstein oder Kader entscheiden alles (TV)
1980: Unser Mann ist König (TV-Serie)
1982: Und alles wegen Marietta (TV)
1983: Lieber guter Weihnachtsmann
1989: Praxis Bülowbogen: In letzter Sekunde