(lombardisch Lügàn [lyˈgaŋ, lyˈgeɲ], deutsch veraltet Lauis, rätoromanisch ) ist eine Stadt und politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie liegt im Sottoceneri im Bezirk Lugano und ist in die Kreise Lugano West, Lugano Ost und Lugano Nord gegliedert. Lugano ist die grösste politische Gemeinde des Kantons sowie die grösste italienischsprachige politische Gemeinde ausserhalb Italiens.
Die Stadt ist nach Zürich und Genf der drittgrösste Finanzplatz der Schweiz. Seit den Eingemeindungen von Brè-Aldesago, Castagnola-Cassarate im Jahr 1972, Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello (2004), dann Barbengo, Carabbia und Villa Luganese im Jahr 2008 und von Bogno, Cadro, Carona, Certara, Cimadera, Sonvico und Val Colla im Jahr 2013 ist Lugano flächenmässig die siebtgrösste Schweizer Stadt, belegt den neunten Platz hinsichtlich der Einwohnerzahl und den zehnten Platz bezüglich der vorhandenen Arbeitsplätze. In der Agglomeration der Stadt leben rund 150'000 Menschen.
Die Buchstaben LVGA im Wappen stehen für die Anfangsbuchstaben des Ortsnamens.
Der Ort liegt im Süden des Bezirks Lugano und des Kantons an der Mündung des Flusses Cassarate in den Luganersee. Lugano zieht als Universitäts-, Kongress- und Kulturstadt (vor allem zwischen Frühjahr und Herbst) zahlreiche Besucher aus Italien und von jenseits der Alpen an.
Die Agglomeration Lugano, die sich bis in die italienischen Provinzen Varese und Como erstreckt, umfasst etwa 150.000 Einwohner (2023) und ist damit die achtgrösste Agglomeration der Schweiz.
In der 2000 vom Schweizer Bundesamt für Statistik definierten statistischen Raumkategorie wurde Lugano der Metropolregion Tessin zugerechnet, die 2005 zum «multipolaren Agglomerationssystem» herabgestuft wurde. Dieses umfasst mehrere Agglomerationen des Tessins und der Lombardei mit insgesamt über 500'000 Einwohnern und ist mit Como-Chiasso-Mendrisio Nachbarregion der Metropolregion Mailand (Grande Milano) mit rund 7,5 Millionen Einwohnern. Das Zentrum Mailands ist mit dem Auto und der Bahn in zirka einer Stunde erreichbar.
Lugano liegt am Luganersee (italienisch Lago di Lugano, in Italien Lago Ceresio) und ist umgeben von den drei Aussichtsbergen Monte Brè (925 m) im Osten, Monte San Salvatore (912 m) im Süden und dem Sighignola (1314 m) (am gegenüberliegenden Seeufer), dessen Gipfel Balcone d’Italia bereits auf italienischem Boden liegt.
Die Nachbargemeinden sind Arogno, Melide, Morcote, Vico Morcote, Grancia, Collina d’Oro, Sorengo, Muzzano, Bioggio, Massagno, Savosa, Porza, Vezia, Canobbio, Capriasca und Ponte Capriasca sowie auf italienischem Territorium Valsolda, Campione d’Italia, Alta Valle Intelvi und Brusimpiano.
Mit einer Jahresmitteltemperatur von 13,0 °C für die Normalperiode 1991 bis 2020 ist Lugano die wärmste Station im Messnetz von MeteoSchweiz. Im Januar werden dabei mit 3,8 °C die kältesten und im Juli mit 22,6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen. Im Mittel sind hier rund 22 Frosttage und jedes zweite Jahr ein Eistag zu erwarten; 1947 gab es 11 Eistage, hingegen gab es zwischen 1964 und 1979 keinen einzigen Eistag. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 75, während normalerweise 11 bis 12 Hitzetage zu verzeichnen sind. Die Messstation liegt auf einer Höhe von 273 m ü. M.
Die Quartiere 1 bis 6 sind die alten Stadtquartiere, die schon vor der grossen Eingemeindung von 2004 zur Stadt gehörten. Bei den Quartieren 7 bis 14 handelt es sich um die Gebiete der 2004 mit Lugano fusionierten Gemeinden. Die Quartiere 15 bis 17 kamen durch die Eingemeindung des Jahres 2008, die Quartiere 18 bis 21 durch die Eingemeindung des Jahres 2013 hinzu. Dabei ist zu beachten, dass das BFS in den Quartieren Brè-Aldesago, Cassarate-Castagnola und Val Colla das Quartier anhand der ehemaligen Gemeinden feiner unterteilt.
Aufgrund einiger Bodenfunde und im Raum Lugano aufgefundener Grabinschriften ist anzunehmen, dass das Gebiet um Lugano von Lepontiern besiedelt war. Die Anwesenheit der Römer rund um den Luganersee ist ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. belegt; sie hatten nördlich des Sees in Bioggio zumindest ein wichtiges Zentrum.
804, 844 (Kopie um 1300), 854 (Kopie um 1300) und 875 wird Lugano erstmals urkundlich erwähnt; die Namensformen lauteten erst Luanasco, dann Luano. Die Bedeutung des Namens ist unsicher, womöglich geht er auf Lateinisch lūcus «Hain, Wald» zurück.
Im Mittelalter war Lugano jahrhundertelang von Konflikten zwischen Como und Mailand betroffen, da diese oft auf Schlachtfeldern ausgetragen wurden, die auf dem Gebiet des heutigen Kantons Tessin liegen. In der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts gelangte die Stadt unter die Herrschaft der Mailänder Visconti. Später wurde sie von französischen Söldnern besetzt, die 1513 ihrerseits von den Eidgenossen vertrieben wurden; seither stand Lugano unter eidgenössischer Herrschaft.
Am Morgen des 15. Februar 1798 landeten die Truppen der Cisalpinischen Republik in Lugano, stiessen jedoch auf den Widerstand der Volontari del Borgo, einer Garde aus der Bevölkerung. Dieser gelang es, die cisalpinischen Truppen zurückzuschlagen, und die aufgeschlosseneren Teile des Luganeser Bürgertums nutzten die Ereignisse, um die Unabhängigkeit der Stadt unter dem Motto «frei und schweizerisch» zu erklären. Mit dem gleichzeitigen Einrücken französischer Revolutionstruppen in das Gebiet der Eidgenossenschaft nördlich der Alpen endete der Untertanenstatus des Tessins, und Lugano wurde für einige Jahre zum Hauptort des Kantons Lugano der Helvetischen Republik.
Seit 1803 gehört Lugano zum Kanton Tessin, dessen Hauptort von 1815 bis 1881 alle sechs Jahre zwischen Bellinzona, Locarno und Lugano wechselte.
1972 wurden die früheren Gemeinden Brè-Aldesago und Castagnola in die Stadt Lugano eingegliedert.
2004 fusionierten acht weitere Gemeinden mit der Stadt Lugano: Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello. Dadurch vergrösserte sich sowohl die Fläche als auch die Bevölkerung von Lugano erheblich.
Am 30. September 2007 stimmten die Stimmbürger von Barbengo, Carabbia und Villa Luganese sowie von Lugano der Eingemeindung dieser drei Gemeinden zu. Die Stimmberechtigten der Gemeinde Cadro hingegen lehnten die Fusion ab, weshalb Villa Luganese zu einer Exklave der Stadt Lugano wurde. Die Eingemeindung wurde am 20. April 2008 vollzogen.