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Luftangriff

Angriff auf ein Zielobjekt durch ein Militärflugzeug

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Ein Luftschlag oder Luftangriff ist eine Angriffsoperation, die von Kampfflugzeugen (in der Regel Jagdbombern oder Erdkampfflugzeugen) oder Kampfhubschraubern durchgeführt wird. Dies umfasst Schläge gegen Feindziele aller Art (auch Luftziele). Im allgemeinen Sprachgebrauch sind damit taktische Angriffe kleinerer Einheiten auf Boden- und Seeziele gemeint. Bei Luftschlägen werden Bordmaschinenwaffen (Maschinengewehre und Maschinenkanonen), Bomben (Freifallbomben und Smart Bombs) und Raketen eingesetzt. Bei der Gefechtsfeldabriegelung und Luftnahunterstützung (Close Air Support – CAS) werden Luftschläge, ähnlich wie Artilleriefeuer, von einem Forward Air Controller (FAC) geleitet.

Der erste Luftangriff der Geschichte fand im Italienisch-Türkischen Krieg am 1. November 1911 auf eine Oase im damals osmanischen Libyen statt. Während des Ersten Weltkrieges begann der Bombenkrieg schon in den ersten Kriegstagen, unter anderem mit Zeppelin-Angriffen auf die Festung Lüttich. In der Schlacht von Neuve-Chapelle wurde erstmals der englische Begriff air strike geprägt. Im Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg nahm die Entwicklung von Präzisionsmunition ihren Anfang, was dazu führte, dass Luftschläge von reinen Flächenbombardement mit Freifallbomben auf gezielte Angriffe gegen Punktziele ausgeweitet werden konnten. Die große Bedeutung von Präzisionsangriffen wird durch statistische Erhebungen untermauert. Während des Zweiten Weltkrieges waren häufig über 100 Flächenbombenangriffe nötig, um ein einziges Punktziel auszuschalten. Im Golfkrieg war die US Air Force in der Lage, mithilfe von lasergesteuerten Bomben direkte Treffer auf geplante Ziele zu setzen, ohne größere Kollateralschäden zu verursachen. Navigationssysteme wie LANTIRN ermöglichen zum Beispiel Tiefflugeinsätze auch bei Nacht. Luftschläge können aus strategischen Zwecken auch außerhalb von Kriegen stattfinden. Ein Beispiel hierfür ist die israelische Operation Opera 1981 auf einen irakischen Kernreaktor, die ohne eine vorherige Kriegserklärung stattfand. In der US-amerikanischen Militärdoktrin haben Luftschläge eine hohe Gewichtung, da diese ein Eingreifen von Bodentruppen (boots on the ground) verhindern sollen. Im syrischen Bürgerkrieg werden auch von der Russischen Föderation Luftangriffe geflogen, die aufgrund ihrer Konfliktsituation eine Konfrontation mit den USA auslösen könnten.

Luftangriff auf Guernica (1937)

Luftschlacht um England (1940–41)

Angriff auf Pearl Harbor (1941)

Luftangriffe auf Dresden (1944)

Luftangriffe auf Tokio (1944–45) – gehören mit zu den schwersten Luftangriffen der Militärgeschichte

Operation El Dorado Canyon (1986)

Luftkrieg während des Zweiten Golfkrieges (1991)

Luftangriffe im Afghanistankrieg (seit 2001)

Luftangriffe im syrischen Bürgerkrieg (seit 2011)

Moderne Luftschläge werden in folgende Phasen gegliedert:

An erster Stelle bei der Planung eines Lufteinsatzes steht die Zielauswahl und die Definition des prozentualen Zerstörungsgrades. Art des Ziels und Stärke der gegnerischen Luftverteidigung bestimmen die Wahl der eingesetzten Kampfflugzeuge und Waffen. Ziele mit unterschiedlicher Wertigkeit können Flugplätze, Versorgungseinrichtungen, Kasernen, Bunkeranlagen, Depots, Erdölraffinerien, Kommunikationszentren, Munitionsfabriken, Brücken, Gefechtsstände und Kommandostellen, Silos von Interkontinentalraketen, Schiffe und dergleichen mehr sein. Flugplätze sind aufgrund ihrer großen Bedeutung zumeist auch die am stärksten verteidigten und gesicherten Ziele. So hatte zum Beispiel während des Falklandkrieges die Ausschaltung des Flugplatzes von Port Stanley eine zentrale Bedeutung.

Bei der Wahl des Waffeneinsatzes müssen einerseits die Waffensysteme und Ausrüstung für die Zerstörung/Bekämpfung des Ziels sowie für das Niederhalten des feindlichen Flugabwehrfeuers berücksichtigt werden. Die Kampfbeladung der Angriffsflugzeuge richtet sich in erster Linie nach der jeweiligen Ladekapazität und bestimmt die Angriffstaktik. Die Waffenbeladung bestimmt Geschwindigkeit, Flughöhe, Beschleunigung, Treibstoffverbrauch (Zusatztanks), sowie die allgemeine Manövrierbarkeit des Kampfflugzeuges. Eine hohe Kampfbeladung ist beispielsweise mit einer verringerten Reichweite korreliert. Typische Jagdbomber für Luftschläge sind auf westlicher Seite Grumman F-14 Tomcat, Mehrzweckkampfflugzeug Tornado, McDonnell Douglas F-15 Eagle und General Dynamics F-16 Fighting Falcon. Bei der Raketenlenkung unterscheidet man folgende Verfahren:

aktives Radar (Fire-and-Forget): Rakete sucht selbstständig Ziel mit eigenem Radar

halb-aktives Radar (SAR): Flugzeug muss dem Ziel folgen und die Rakete folgt den Strahlen, die vom Ziel reflektiert werden

IR-Lenkung (Fire-and-Forget): Rakete folgt der Wärmestrahlung des Ziels

Aufgrund seiner großen Komplexität ergeben sich hierbei verschiedene Interaktionen.

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