An diesem Tag

Ludwig Purtscheller

Österreichischer Turnlehrer und Alpinist (1849–1900)

Anúncio

Ludwig Purtscheller (* 6. Oktober 1849 in Innsbruck, Kaisertum Österreich; † 3. März 1900 in Bern) war ein österreichischer Bergsteiger und Lehrer.

Er war 1889 zusammen mit Hans Meyer Erstbesteiger des Kilimandscharo.

Sohn Tiroler Eltern (der Vater ein k.k. Steuereinnehmer aus Innsbruck, die Mutter aus dem Stubaital), besuchte Purtscheller ab 1859 die Realschule Innsbruck und ging danach noch für ein Jahr an die Realschule in Rovereto, um die italienische Sprache zu erlernen. Von dieser Zeit her stammte auch seine hervorragende Kenntnis des Italienischen in Wort und Schrift.

1865 kam er nach Villach, wo er in der Bleiberger Bergwerksunternehmung eine Anstellung bekommen hatte. Hier verschaffte er sich umfangreiche mineralogische und geologische Kenntnisse, die ihm in seiner späteren literarischen Beschäftigung zustatten kamen. Nachdem er in Graz die Prüfung zum Turnlehrer abgelegt hatte, wurde er 1872 in Klagenfurt in dieser Befähigung angestellt. In seiner Freizeit durchstreifte er

die Karawanken, die Steiner Alpen, die Julischen und Karnischen Alpen und Teile der Tauern.

1874 übersiedelte Purtscheller nach Salzburg, wo er an der k.k. Lehrerbildungsanstalt sowie am k.k. Gymnasium als Lehrer tätig war. Während des Schuljahres durchwanderte er die Weststeiermark, das Salzburgerland, Nordtirol sowie die Bayerischen Alpen. Purtschellers Streben war hierbei darauf gerichtet, zunächst die Ostalpen gründlich kennenzulernen. Er unternahm in allen größeren Gruppen der Ostalpen erfolgreiche Bergfahrten, insbesondere mit seinem Freund Heinrich Heß, mit dem er später Der Hochtourist in den Ostalpen verfasste. Nach dem intensiven Begehen der heimischen Berge wandte er sich den Westalpen zu.

Ludwig Purtscheller gelangen viele Erstbesteigungen und Erstbegehungen ohne Bergführer. Zu seiner Zeit galt er als der beste Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel erstieg.

Mit den Brüdern Otto und Emil Zsigmondy gelang 1885 die erste Gesamtüberschreitung der Meije. Mit den Brüdern Zsigmondy hatte er zuvor bereits führerlos unter anderem die Kleine Zinne, den Ortler, die Monte-Rosa-Ostwand und die Bietschhorn-Südwand erstiegen sowie das Matterhorn überschritten. Mit Johann Punz aus der Ramsau durchstieg er am 12. Juni 1885 zum zweiten Mal die Watzmann-Ostwand.

1889 begleitete Purtscheller den Afrikaforscher Hans Meyer bei der Erstbesteigung des Kilimandscharo. Meyer hatte dies bereits 1887 und 1888 vergeblich versucht.

Am 6. Oktober 1889 erreichten Purtscheller und Meyer den Gipfel des Kilimandscharo. 1891 war Purtscheller mit Gottfried Merzbacher und den Glocknerführern Kerer und Unterweser im Kaukasus alpinistisch tätig (u. a. Elbrus).

1895 erkrankte Purtscheller schwer an Typhus, was ihm von da an höchste Kraftanstrengungen versagte. Im selben Jahr heiratete er Hedwig von Helmreichen († 1942 in Salzburg). Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor.

1897 porträtierte Ernst Otto Leuenberger Purtscheller. Nach einer Besteigung der Aiguille du Dru am 25. August 1899 stürzte Purtscheller samt den beiden Seilgefährten in einen 4–5 Meter tiefen Bergschrund und brach sich dabei den rechten Oberarm. Nach fünfwöchiger stationärer Behandlung in Genf wurde er nach Bern in die Klinik des Chirurgen Otto Lanz überstellt, wo er sich langsam erholte und für Mitte März 1900 seine Rückkehr nach Salzburg plante. Ein Grippeanfall und eine damit einhergehende beidseitige Lungenentzündung führten jedoch in den frühen Morgenstunden des 3. März 1900 zu seinem Tod. Die Beisetzung in einem Ehrengrab der Stadt Salzburg fand unter großer Anteilnahme am 11. März 1900 auf dem Salzburger Kommunalfriedhof statt.

Am 28. Juni 1901 wurde im Auftrag des Zentralausschusses des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins das von Hans Bitterlich ausgeführte Grabdenkmal enthüllt.

Zu seinen Ehren wurden das Purtschellerhaus (eine Alpenvereinshütte in den Berchtesgadener Alpen), eine Gasse im Salzburger Ortsteil Froschheim, eine Sackgasse in Innsbruck sowie der Purtscheller-Steig am Schafberg benannt. Daneben tragen die Couloir Purtscheller genannte Rinne an den Dents d’Ambin nahe dem Col de Clapier und die 3478 m hohe Aiguille Purtscheller im Südgrat der Aiguille du Tour seinen Namen.

Zur Nomenclatur der Venediger-Gruppe. Begleitschrift zur Karte (Tafel 18). In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins / Zeitschrift des Deutschen und (des) Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1883, (Band XIV), S. 511–522. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oav

Die Gemse. Skizzen zu ihrer Naturgeschichte. In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins / Zeitschrift des Deutschen und (des) Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1883, (Band XIV), S. 101–120. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oav

Das Tennen-Gebirge. In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins / Zeitschrift des Deutschen und (des) Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1884, (Band XV), S. 102–139. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oav

Besteigung des Piz Roseg. In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins / Zeitschrift des Deutschen und (des) Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1884, (Band XV), S. 350–358. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oav

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Ludwig Purtscheller | World in Stories