Ludwig Dill (* 2. Februar 1848 in Gernsbach; † 31. März 1940 in Karlsruhe) war ein deutscher Maler.
Leben und künstlerisches Wirken
Wilhelm Franz Karl Ludwig war der einzige Sohn des Großherzoglichen Amtsassessors, später Amtsrichter, Ludwig Dill und seiner Ehefrau Rosa Dill, geb. Dietz. Ein Jahr nach seiner Geburt übersiedelte die Familie nach Gengenbach, 1856 nach Durlach und schließlich 1862 nach Stuttgart. Er war Onkel des Bankiers und Mäzens Karl Ludwig Albert Schwarz.
Bis 1872 studierte Ludwig Dill Architektur am Stuttgarter Polytechnikum, wechselte später an die Münchner Akademie. Ab 1874 war er ein Schüler von Karl Theodor von Piloty, Carl Raab und Otto Seitz. Über letztgenannten Künstler schrieb er:
Jedoch mehr beeinflusste ihn die außerakademische Münchner Landschaftsmalerei um Adolf Lier, dem er sich bald anschloss.
Ludwig Dill war seit 1874 viel auf Reisen „und entdeckte bei Venedig eines seiner bevorzugten Landschaftsmotive, namentlich in Chioggia. Der impressionistisch gefärbte Realismus der venezianischen Landschaft wich Anfang der neunziger Jahre allmählich einer Art ornamentaler Naturstilisierung, die Dill in die Nähe des Jugendstil brachte“. Der Künstler, der sich auch als Marinemaler einen Namen gemacht hatte, war ein Gründungsmitglied der Münchner Sezession, ein Verein Bildender Künstler Münchens, dessen Präsident er von 1894 bis 1899 war.
Von Bedeutung war seine Freundschaft mit Adolf Hölzel, der in Dachau eine Malschule unterhielt und den er dort 1892 erstmals besuchte. Wie ihn sein Weg nach Dachau führte, darüber schrieb Dill:
1896 übersiedelte Ludwig Dill nach Dachau, wo er sich in der damaligen Holzgartenstrasse (heute: Ludwig-Dill-Straße) ein kleines Häuschen gekauft hatte. Zusammen mit Arthur Langhammer und Adolf Hölzel gründete er die Malerschule „Neu-Dachau“, was ihn zu einem der wichtigsten Vertreter der Künstlerkolonie Dachau machte. Seine Studien im Dachauer Moos brachten die atmosphärischen, weichen Stimmungen des Moores besonders fein zum Ausdruck.
1899 ging Ludwig Dill als Lehrmeister nach Karlsruhe. Dort unterrichtete er von 1899 bis 1919 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Der Künstler kehrte in den Sommermonaten immer wieder nach Dachau zurück, wo er sein Häuschen besaß:
Auf der ersten gemeinsamen Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes mit der Münchener Secession 1904 im Königlichen Ausstellungsgebäude am Münchener Königsplatz war Ludwig Dill mit zwei Ölgemälden vertreten.
Er gehörte zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ dem Kölner Schokoladeproduzent Ludwig Stollwerck zur Beauftragung für Entwürfe vorschlug.
Ludwig Dill war zweimal verheiratet. 1875 ehelichte er Luise Kornbeck († 1905), mit der er 30 Jahre verheiratet war und drei Kinder hatte, zwei Töchter und einen Sohn (starb im Ersten Weltkrieg). Vier Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete der Maler die Witwe Johanna Malburg (1859–1944). Dill liegt auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe begraben.
1936 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dachau, 1938 anlässlich seines 90. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Gernsbach ernannt. In Dachau (seit 1933), Gernsbach (seit 1935), Karlsruhe (seit 1964) und Vierkirchen erinnern jeweils eine Straße an den Künstler.
Ein Teil seines schriftlichen Nachlasses befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.
1906 Interieur und Kommode, zwei Werke von August von Brandis gemalt im Atelier von Ludwig Dill in Dachau.
1906 einseitige Bronzegussmedaille, 81 mm. Medailleur: Benno Elkan (1877–1960). Bildseite. LVDWIG DILL – Kopfbildnis nach links. Literatur: Menzel-Severing p. 193, Nr. 162, Abb. 117.
1903 bis 1905: Porträt Dills von Hermann Binz am Stephanienbrunnen (Karlsruhe).
Salbeifelder in der überschwemmten Poebene