Ludwig Auf der Maur, auch Louis Auf der Maur oder Luigi Auf der Maur (* 25. August 1779 in Neapel; † 29. November 1836 in Schwyz), war ein Schweizer Generalmajor, Offizier in fremden Diensten und Politiker.
Ludwig Auf der Maur entstammte dem Landleutegeschlecht Auf der Maur. Sein Vater, Josef Franz (1715–1793), auch unter dem Namen Don Francesco bekannt, war Oberstleutnant in den Diensten der spanischen und neapolitanischen Armeen.
Ludwig Auf der Maur heiratete 1803 Agnes (geb. Reding von Biberegg, 1785–1829); gemeinsam hatten sie fünf Söhne, zu diesen gehörte unter anderem der spätere Oberst Franz Auf der Maur.
Er verstarb am 29. November 1836 und wurde am 2. Dezember 1836 bestattet.
Militärische Ausbildung und frühe Laufbahn
Auf der Maurs Werdegang als Page in Neapel folgte dem klassischen Muster der aristokratischen Ausbildung seiner Zeit. Nach dieser Schulung wurde er Offizier in sardinischen Diensten, wo er erste praktische Erfahrungen in militärischer Hierarchie und Befehlsstruktur sammelte.
Während des Einmarsches französischer Truppen in die Schweiz 1798 (siehe Franzoseneinfall (Schweiz)) fungierte er ab 1798 als Adjutant des Landeshauptmanns Alois von Reding, eines der führenden Köpfe des Widerstands gegen die französische Hegemonie.
Seine Rolle während dieser Zeit war ambivalent: einerseits diente er unter von Reding, andererseits sollte er später dessen politischer Gegner werden.
Der Stecklikrieg und die föderalistische Erhebung (1802)
Die Helvetische Republik, die 1798 durch die französische Invasion errichtet worden war, hatte sich als instabil erwiesen. Während die unitarischen Kräfte eine zentralisierte Schweiz anstrebten, lehnten die Föderalisten dieses Modell vehement ab und forderten die Rückkehr zu den traditionellen Autonomierechten der einzelnen Kantone.
Im Jahr 1802 kam es zum offenen Bruch. Die Föderalisten gingen nun mit Waffengewalt gegen die unitarischen Strukturen vor – es war ein bewaffneter Aufstand gegen die zentralistische Ordnung der Helvetischen Republik (siehe Stecklikrieg).
In seiner Funktion als Kommandant der Schwyzer Truppen führte Auf der Maur etwa 1600 Mann ins Bernbiet an und nahm bei Burgdorf 800 Mann helvetische Truppen als Kriegsgefangene. Diesen Feldzug unternahm er mit dem Ziel, die helvetische Regierung zu stürzen und die traditionale kantonale Autonomie wiederherzustellen. Diese militärische Operation war erfolgreich und trug wesentlich zum Kollaps der Helvetischen Republik bei.
Im Oktober 1802 erlebte Auf der Maur den Höhepunkt seiner militärischen Macht: Als Generalmajor der föderalistischen Armee befehligte er die Eroberung der Stadt Freiburg, eines strategisch bedeutenden Zentrums in der Westschweiz. Diese Eroberung war nicht nur ein militärischer Erfolg, sondern auch ein symbolischer Sieg für die föderalistische Bewegung gegen die zentralistische Politik Frankreichs. Am 25. Oktober 1802 wurden ihm die Ehrenwürden eines Landesfähnrichs und Zeugherrn verliehen.
Napoléon Bonaparte erachtete den Aufstand als gefährlich für die geltende politische Ordnung in Europa. Er machte in der von ihm diktierten Mediationsakte von 1803 Zugeständnisse an die Gegner der Helvetik und gab den Einheitsstaat zugunsten einer föderalistisch strukturierten Schweiz auf. Der Kaiser entsandte eine zweite Invasionsarmee unter dem Kommando von General Michel Ney, um die Autorität der helvetischen Strukturen wiederherzustellen und die föderalistische Rebellion zu zerschlagen. Bis zur endgültigen Verabschiedung dieser Mediationsakte herrschte eine Phase der Unsicherheit und der Unterdrückung. Die französische Besatzungsmacht und ihre helvetischen Verbündeten nutzten diese Periode, um ihre Opposition zu neutralisieren. Das wirksamste Mittel dazu war die Inhaftierung führender Oppositioneller – eine Strategie, die die politischen Gegner durch Gefangenschaft lahmlegte und ihre Möglichkeiten zu koordiniertem Widerstand eliminierte.
Die Festung Aarburg, eine mittelalterliche Befestigungsanlage an strategisch wichtiger Position, wurde zur Zentrale dieser politischen Unterdrückung. Um ihre Kapazität und Sicherheit zu erhöhen, wurde die reguläre Besatzung durch eine Kompanie fränkischer Truppen verstärkt. Diese Soldaten sollten nicht nur die Festung gegen mögliche Befreiungsversuche sichern, sondern auch die Symbolik französischer Macht unterstreichen.
Am 10. und 11. November 1802 kam es zu einer Serie von Verhaftungen, die die Spitzen der föderalistischen Opposition treffen sollte. Der Anlass war ein Gerücht über Truppenansammlungen unter dem Kommando General Niklaus Franz von Bachmann.
Generalmajor Ludwig auf der Maur war einer der militärischen Anführer der Stecklikrieges, der kurz zuvor die föderalistische Aufständischenbewegung angeführt und die Stadt Freiburg erobert hatte. Seine Verhaftung war militärisch notwendig, um eine mögliche Neuorganisation der föderalistischen Streitkräfte zu verhindern.
Die Gefangenschaft in Aarburg von November 1802 bis Februar 1803 teilte Auf der Maur mit mehreren prominenten Persönlichkeiten, darunter Alois von Reding selbst, Jakob Zellweger, Franz Anton Wyrsch und Hans Caspar Hirzel.