An diesem Tag

Ludvig Holberg

Dänisch-norwegischer Dichter

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Ludvig Baron Holberg (* 3. Dezemberjul. / 13. Dezember 1684greg. in Bergen, Norwegen; † 28. Januar 1754 in Kopenhagen) war ein dänisch-norwegischer Dichter.

Ludvig Holbergs Eltern waren Oberstleutnant Christian Nielsen Holberg (um 1620–1686) und dessen Frau Karen Lem (1647–1695), Tochter des Pfarrers in Fana bei Bergen. Er blieb unverheiratet. Der Vater soll mehrere Jahre in venetianischen und maltesischen Kriegsdiensten gewesen sein, bevor er gegen Ende der 1650er Jahre zurückkam, um am Krieg gegen die Schweden teilzunehmen. 1667 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als der Vater starb, hinterließ er eine Witwe mit drei älteren Töchtern und drei jüngeren Söhnen, deren jüngster Ludvig war.

Ludvig ging wahrscheinlich zunächst in eine deutsche Schule, bevor er ab 1694 die Bergen katedralskole besuchte. Nachdem die Mutter 1695 bei einer Epidemie verstorben war, löste sich die Familie auf und die Kinder kamen bei verschiedenen Familien unter. Ludvig kam zunächst für ein oder zwei Jahre nach Fron im Gudbrandsdalen zu einem Vetter seiner Mutter, dem Pfarrer Otto Munthe. Danach lebte er während seiner verbleibenden Schulzeit bei seinem Onkel und Vormund Peder Lem in Bergen, der neben der Lateinschule wohnte. Latein war Hauptfach und Lernziel war, sich auf Latein mit gelehrten Männern unterhalten zu können. Auch auf Musik wurde großer Wert gelegt; es gab ein Schulorchester. Am 19. Mai 1702 wurde Bergen durch einen Großbrand in Schutt und Asche gelegt.

Holberg zog nach Kopenhagen, bestand das Studentenexamen und wurde immatrikuliert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Onkel in Bergen, und Ludvig erhielt das Erbe. Er studierte Philosophie und Theologie. Nur die Theologische Fakultät erteilte damals ein Staatsexamen. Um aber eine gewisse Allgemeinbildung sicherzustellen, war 1675 ein vorbereitendes Examen philosophicum eingeführt worden. Darin ging es um Grundkenntnisse in Griechisch, Latein, Hebräisch, Logik, Philosophie, Ethik, Physik, Geographie und Astronomie. Holberg legte dieses Examen 1704 ab.

Danach ging er nach Bergen zurück und wurde Hauslehrer beim neuen Pfarrer in Fana. Nach einer Weile verkaufte er das ererbte Land und fuhr nach den Niederlanden. Doch er konnte sich dort seinen Unterhalt nicht verdienen und kehrte zurück. Er zog nach Kristiansand und verdingte sich wieder als Hauslehrer. Im Frühjahr 1706 fuhr er nach Oxford. Hier hatte er ein klares Ziel: Er wollte eine populärwissenschaftliche Einführung in Geographie und Geschichte verfassen und benutzte dort die große Bibliothek. Hier wurde er mit den Schriften von Samuel von Pufendorf, Hugo Grotius und John Locke bekannt.

Als er dann 1708 nach Kopenhagen fuhr, hatte er aller Wahrscheinlichkeit nach das Manuskript bereits größtenteils fertig. Holberg wurde Hauslehrer der Kinder des Geheim- und Admiralitätsrats Admiral Fr. Giedde, eines der mächtigsten Männer des Landes. 1709–1713 hatte er einen Freiplatz in „Borchs Kollegium“. Auch Christian Reitzer nahm sich seiner an. Er hatte eine große Bibliothek, war neuen Richtungen in der Wissenschaft und Moralphilosophie aufgeschlossen, war antidogmatisch und sah in der Gedankenfreiheit das höchste Ziel der Ausbildung. Er hatte im Ausland Naturrecht studiert.

Nach seiner wissenschaftlichen Laufbahn und schriftstellerischen Tätigkeit setzte sich Holberg in seinen letzten Lebensjahren in seinem Landgut Tersløse (Tersløsegaard bei Dianalund auf Seeland in Dänemark) zur Ruhe. 1753 wurde er bettlägerig und starb in der Nacht zum 28. Januar 1754.

Holbergs Werdegang und schriftstellerische Tätigkeit

Holberg benutzte für sein erstes Werk Introduction til de fornemste Europæiske Rigers Historier („Einführung in die Geschichte der bedeutendsten europäischen Reiche“) Samuel Pufendorf ausgiebig. Auch verfasste er zu dieser Zeit ein Manuskript zur dänischen Geschichte des 17. Jahrhunderts. Das Manuskript ist verloren. Aber vieles davon ist in Dannemarks og Norges Beskrivelse („Beschreibung Dänemarks und Norwegens“) eingegangen. In einem weiteren Werk, Introduction til Naturens og Folke-Rettens Kundskab („Einführung in die Wissenschaft des Natur- und Volksrechts“), das 1716 erschien, übertrug er Pufendorfs Naturrechtslehre auf dänische Verhältnisse. Es war die erste Veröffentlichung in Dänemark zu diesem Thema. Sie wurde daher viel gelesen und wurde zu einem Handbuch für Juristen.

1712 bekam er für vier Jahre das Rosenkrantz-Stipendium für ein theologisches Auslandsstudium. Aber er besuchte nicht die Universitäten, die nach der Augsburger Konfession lehrten, sondern die katholischen Zentren Paris und Rom. Nach eigener Darstellung erwarb er auf dieser Reise ein tieferes Verständnis für die Dichtung. In Rom begegnete er der Commedia dell’arte, die auch auf seine späteren Dramen Einfluss hatte. In Paris lernte er Pierre Bayles Dictionnaire historique et critique kennen. Auch von diesem sind in späteren Werken Einflüsse zu finden. Intensiver beschäftigte er sich allerdings mit Richard Simon, der das zeitgenössische Christentum als Verfall des ursprünglichen Christentums betrachtete. Holbergs spätere Kirchengeschichte ist von Simon stark beeinflusst.

1716 kehrte Holberg nach Kopenhagen zurück. Dort musste er 1½ Jahre mit Unterstützung von Freunden und Stipendien auf eine Professur warten. Damals wurden die Professorenstellen noch nach der Anciennität vergeben, so dass Neubewerber sich mit der untersten Stufe der Hierarchie begnügen mussten. Der Lohn wurde durch Zuteilung von Landbesitz der Universität geleistet, wobei die besten Pfründen die Professoren mit der längsten Anciennität bekamen. Holberg erhielt seinen ersten Lehrstuhl im Fach „Metaphysik“. Er interessierte sich für diesen Stoff nicht sonderlich. Zwischen 1715 und 1718 schrieb er nichts. Erst 1718 brachte ihn der Zorn über eine als arrogant empfundene Kritik des jüngeren Andreas Hojer in dessen Einleitung zu seiner Geschichte Dänemarks wieder zum Schreiben. Holberg hasste Hojer zeitlebens.

Hinzu kam, dass Hojer eine Abhandlung über die Ehegesetzgebung verfasste, in der er nach dem Vorbild der Naturrechtslehre forderte, das Recht von der Religion zu trennen und sich in der Rechtspraxis von den Büchern des Alten Testaments zu trennen. Holberg sah hier einen Konkurrenten, der in seine Themenbereiche sowohl als Historiker als auch als Naturrechtsverfasser eindrang. Er verfasste daraufhin zwei Satiren auf Latein in der Form eines Disputs: De historicis Danicis (Über die dänischen Historiker) und De Nuptiis Propinqvorum (Über die Ehe von Nahverwandten). Das waren zwar keine großen Kunstwerke, aber hier entdeckte Holberg seine satirische Ader. Kurz darauf verfasste er das komische Heldengedicht Peder Paars in Alexandrinerversen und begann die Verssatiren Skiemte-Digte zu verfassen. Im ersten Band von Peder Paars karikierte er die dänische Gesellschaft so, dass beim König ein Verbotsantrag eingereicht wurde. Diese Sache wurde nicht weiter verfolgt, aber sie veranlasste ihn, die Kritik in den folgenden Bänden vorsichtiger zu formulieren.

Die dänische Theaterlandschaft im 18. Jahrhundert war geprägt von ausländischen Wandertruppen, während eine eigene dänischsprachige Theatertradition nicht existierte. Unterstützt von dem theaterfreundlichen und künstlerisch interessierten König Frederik IV wurde jedoch 1722 das erste ständige dänischsprachige Theater (Lille Grønnegade teatret) in der Lille Grønnegade in Kopenhagen mit der Inszenierung des ins Dänische übersetzten Stückes L'Avare (Der Geizige) von Molière eröffnet.

Schon zuvor hatten die französischen Gründer des Theaters, René Montaigu und Etienne Capion, den Universitätsprofessor Ludvig Holberg um die Ausarbeitung eigener dänischer Stücke gebeten. Bereits das zweite Stück auf dem Spielplan des Theaters in der Lille Grønnegade war am 25. September 1722 ein Stück von Ludvig Holberg: Den politiske Kandestøber (Der politische Kannengießer, siehe auch Kannegießerei). Er gab es wie alle seine Komödien unter dem Pseudonym „Hans Michelsen, Bierbrauer und Poet in Kalundborg“ heraus. Es war eine von 26 Komödien, die er in den letzten drei Jahren verfasst hatte. Das Stück ist Dänemarks erste dänischsprachige Komödie, die zum Ausgangspunkt des modernen dänischen Theaters wurde.

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