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Ludovico Manin

Letzter Doge Venedigs

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Ludovico Manin (* 23. Juni 1726 in Venedig; † 24. Oktober 1802 ebenda) war der letzte Doge der Republik Venedig. Er regierte von 1789 bis zu seiner Abdankung im Jahr 1797, als er die Stadt an Napoleon Bonaparte übergab und die Republik aufgelöst wurde. Damit endete die eigenständige politische Geschichte Venedigs, sieht man von der Zeit zwischen März 1848 und August 1849 ab, als man unter Führung von Daniele Manin eine unabhängige Republik ausrief, die Repubblica di San Marco.

Lodovico Giovanni Manin erhielt eine sorgfältige Bildung in Bologna und Rom. Er bewährte sich in verschiedenen Ämtern im venezianischen Kolonialreich. Ab 1751 widmete er sich seiner Ämterlaufbahn, wie es in seinem gesellschaftlichen Stand üblich war, stieg bald in die höchste Stellung nach dem Dogen auf, als er zum Procuratore di San Marco gewählt wurde. Über sein Familiennetzwerk positionierte er sich als Kandidat für das höchste Staatsamt, wobei ihm auch sein erhebliches Vermögen zugutekam. Dabei sah er einen Vorrang der Wirtschaft vor den Auseinandersetzungen zwischen den Konservativen und den Moderaten, wie sie die Republik seit Generationen prägte.

Am 4. Februar 1526 erhob Kaiser Karl V. die im Friaul ansässige Familie Manin in den Reichsadelsstand. 1651 erwarb die Familie für 100.000 Dukaten die Mitgliedschaft im Patriziat Venedigs. Der weitere, nunmehr ostentativ sichtbar gemachte gesellschaftliche Aufstieg erfolgte im Jahr 1700 mit dem Umzug aus einer Wohnung im Palazzo Fontana in der Gemeinde S. Felice in den Palazzo Dolfin in der Contrada S. Salvador. Das neue Domizil wurde zwischen 1704 und 1748 künstlerisch ausgestaltet, wobei die neuen Eigentümer es vor allem mit Gemälden und Steinmetzarbeiten ausstatten ließen. Ludovico war der älteste Sohn des Ludovico und der Maria Basadonna.

Bildung und Ausbildung, Bologna, Rom (1743–1747), Neapel (1746–1748), Heirat (1748)

Zusammen mit seinen Brüdern Piero (1732–1792) und dem 1736 zur Welt gekommenen Giovanni († 1774) erhielt er eine für die Zeit typische Ausbildung in italienischer und französischer Literatur unter Aufsicht der hochgebildeten Mutter Maria del fu Francesco Basadona, einer Verwandten des Kardinals Pietro Basadonna.

Danach lernte er im Jesuitenkolleg (dei nobili) von Bologna, wo er Rhetorik und Philosophie wählte. Mit einer Tesi zum Naturrecht unter dem Titel Propositiones de Jure naturae quas in nobilium S. Xaverii collegio cleric. regul. S. Paulli publice propugnabit schloss er sein dortiges Studium ab, eine kleine philosophische Arbeit, die ohne Erscheinungsjahr in Bologna publiziert wurde.

Am 15. Oktober 1743 brach er in Begleitung seines Bruders Piero nach Rom auf, um ins Collegio Clementino zu gelangen. In der Folge studierte Lodovico Manin unter Anleitung des Priesters A. Gibellini aus privatem Interesse Geschichte, Rhetorik, Mathematik und Französisch, aber auch Tanz und Fechtkunst. Am 18. April 1746 brach Ludovico, wiederum mit seinem Bruder Piero, der aus unbekannten Gründen das Collegio verlassen hatte, nach Neapel auf. Sie wurden vom venezianischen Konsul Conte G. A. Piatti in seinem Haus aufgenommen und König Karl V. von Neapel und Sizilien vorgestellt, dem späteren Bourbonenkönig Karl III. von Spanien. Dessen Ehefrau Maria Amalia von Sachsen, die ihn mit 13 Jahren geheiratet hatte, hatte sich 1738 in ihrer Villa in Passariano aufgehalten.

Nach der Rückkehr nach Venedig suchte er nach einer Gelegenheit, in die höheren politischen Ränge aufzusteigen. Am 14. September 1748 heiratete er die 17-jährige Elisabetta di Giannantonio Grimani. Die Ehe blieb jedoch ohne Nachkommen.

Ämterlaufbahn, Capitanate von Vicenza, Verona, Brescia (ab 1751)

1751 erhielt Manin, als er das gesetzlich vorgegebene Mindestalter von 25 Jahren erreicht hatte, einen Sitz im Großen Rat, der Generalversammlung des männlichen venezianischen Patriziats. Dabei wurde er sogleich zum Capitano von Vicenza gewählt, womit er die sonst übliche Lehrzeit in den venezianischen Magistraturen übersprang.

Mit Erfolg kümmerte er sich um die Frage der Abgaben und bekämpfte den Schmuggel von Seide, Tabak, Salz und Öl im Alpenvorland, genauer gesagt im Gebiet der Sieben Gemeinden, in Italien bekannt als Hochebene (altopiano) von Asiago. Dabei gelang ihm ein Interessenausgleich auch mit den weniger Betuchten.

Damit hatte sich Manin empfohlen, und so wählte ihn der Große Rat im Dezember 1756 zum Capitano von Verona. Als die Etsch im September 1757 über die Ufer trat und große Schäden anrichtete, konnte er sich durch seine Hilfsmaßnahmen einen entsprechenden Ruf verdienen. So wurde er 1763 auf den prestigeträchtigen Posten des Podestà von Brescia gewählt, doch wurde er kaum einen Monat nach Einzug in die Stadt im November darüber hinaus zum Prokuratoren von San Marco gewählt. Dies war die höchste Position, die in Venedig zu vergeben war, zumal sie als eine der wenigen auf Lebenszeit vergeben wurde.

Die Feierlichkeiten zur Amtseinführung begannen schon in Brescia mit Musik, Feuerwerk, Tanz und Erfrischungen, einer feierlichen Prozession nebst Te Deum. Doch die Zeremonie und die Feiern in Venedig stellten all dies noch bei weitem in den Schatten, denn die vergleichsweise „neue“ Familie musste durch Reichtum und Ansehen glänzen, um sich auf den obersten Rängen des Stadtadels zu halten.

Die eigentliche Amtseinführungszeremonie fand am 30. April 1764 in der Kirche San Salvador statt. In einem langen Aufmarsch durch die Mercerie gelangte der Prokurator zum Markusplatz, wo er in der Kirche vereidigt wurde. In den nächsten Jahren erwarb er sich hohes Ansehen im Umgang mit Finanzwesen und Administration. Dabei war er von 1764 bis 1768 einer der drei Revisori in Zecca (vg. Zecca (Venedig)), dann bis 1770 einer der Revisori e regolatori dei dazi (Abgabenwesen, Zölle), dann wurde er einer der Provveditori in Zecca (1771–1773), darauf einer der Revisori e regolatori delle entrate pubbliche (1773–1775 und 1776–1778, erneut 1783–1785), er war also für die staatlichen Einnahmen zuständig, um von 1774 bis 1776 zu einem der Inquisitori sull’amministrazione dei pubblici ruoli zu werden.

Ämter in den Bereichen Marine, Melioration, Handel und Finanzen

Nach diesen Aufsichts- und Steuerungsposten in der Finanz- und Münzverwaltung sowie der staatlichen Einnahmen übernahm er von 1780 bis 1783 als Deputato alle cose dell’Arsenale militärische Aufsichtsfunktionen, dann wurde er wieder für Verona als Magistrato dei Beni inculti designato al prosciugamento delle Valli Veronesi, wo er sich dementsprechend um die Trockenlegung ungenutzten Bodens kümmerte. Von 1785 bis 1789 kümmerte er sich als einer der Deputati alla regolazione delle tariffe mercantili di Venezia um die Handelstarife, schließlich um die Einziehung öffentlicher Kredite als einer der drei Inquisitori sull’esazione dei pubblici crediti.

Vorbereitung der Wahl zum Dogen, familiäres Netzwerk

Die Wahl Paolo Reniers, eines direkten Verwandten Manins, zum Dogen, veranlasste letzteren, ein dichtes Netzwerk von Protektion und Klientelismus zu unterhalten. Gepflegt wurde sein Ruf eines Ausgleichers in politischen und wirtschaftlichen Dingen, aber auch von seinem gewaltigen Vermögen. 1789 glaubte der noch amtierende Doge, wenige Monate vor seinem Ableben: „L’erario xe in sconquasso ocore un ricon e i farà Lodovico Manin“. Was ihn aber noch mehr zum Kandidaten machte als sein gewaltiges Vermögen, war die Tatsache, dass er einen Vorrang der Ökonomie vor den Auseinandersetzungen zwischen den Konservativen und den Moderaten unter den Aufklärern sah.

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