Lucien Lamoureux (geboren am 16. September 1888 in Viplaix; gestorben am 5. August 1970 in Creuzier-le-Vieux) war ein französischer Politiker der Dritten Republik.
Lucien Lamoureux stammte aus einer Familie von Holzspaltern, die in Viplaix, einem Ort im Südwesten des Départements Allier, ansässig war. Sein Großvater François Lamoureux (1814–1884), ein Holzfällermeister, wurde wegen seines Widerstands gegen den Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 nach Algerien deportiert, später jedoch von Napoleon III. begnadigt und 1853 freigelassen. Sein Vater Étienne Lamoureux war von 1910 bis 1914 Abgeordneter und langjähriger Lokalpolitiker; sein Mutter Marie, geborene Ragon, war Lehrerin. Er besuchte die Grundschule in Viplaix, das Gymnasium in Montluçon und die École libre des sciences politiques. An der Faculté de droit de Paris erwarb er seinen Doktor in Rechtswissenschaften.
Von 1909 bis 1911 leistete er seinen Militärdienst ab. 1913 trat er in die Kanzlei des späteren Résistants Louis Noguères ein. Bereits während seiner Studienzeit war er politisch in republikanisch gesinnten Gruppen aktiv. 1919 zog er auf der Liste der – trotz ihres Names der politischen Mitte zuzurechnenden – Parti républicain, radical et radical-socialiste in die Abgeordnetenkammer ein, der er mit einer kurzen Unterbrechung (1936) bis zum Ende der Dritten Republik angehörte. In dieser Zeit wurde er zum Bildungsminister (1926), zum Haushaltsminister (1933), zum Kolonialminister (1930 und 1934), zum Arbeitsminister (1933/34), zum Minister für Handel und Industrie (1934) und zum Finanzminister (1940) berufen.
1940 gehörte er zu den Personen, denen die Rettung des Goldes aus der Banque de France gelang. Am 10. Juli 1940 stimmte er für die diktatorischen Vollmachten für Philippe Pétain. Während des Kriegs blieb er dem Vichy-Regime verbunden. Von 1950 bis 1961 gehörte er dem Départementrat des Départements Allier an.
Lamoureux war mit Madeleine Marie Alice Dioux verheiratet. Sie hinterließ der Stadt Vichy ein Vermächtnis, nachdem jährlich der „Prix Lucien Lamoureux de la ville de Vichy“ für den besten Handwerker der Region verliehen wird.
Mes souvenirs. Édition des Cahiers bourbonnais, 1969.
Lucien Lamoureux. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 10. August 2026 (französisch).
Angaben zu Lucien Lamoureux in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.