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Luciano Pavarotti

Italienischer Tenor (1935–2007)

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Luciano Pavarotti (* 12. Oktober 1935 in Modena; † 6. September 2007 ebenda) war ein italienischer Opernsänger (Tenor). Er gilt über die Grenzen der Oper und Klassik hinaus als einer der bedeutendsten Tenöre aller Zeiten. Als Mitglied der Drei Tenöre und als Duettpartner vieler Pop-Sänger wurde Pavarotti auch vielen nicht mit der Opernwelt vertrauten Menschen ein Begriff. Seinen Ruhm nutzte er auch für Benefizkonzerte.

Luciano Pavarotti war der Sohn des Bäckers Fernando Pavarotti (1913–2002), der auch als Tenor im Chor der Stadt mitwirkte, und dessen Frau Adele Venturi (1916–2002), die in einer Tabakfabrik arbeitete. Er wuchs in beengten Verhältnissen mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer Zwei-Zimmer-Wohnung auf. Die spätere Sopranistin Mirella Freni, seine Jugendfreundin und häufige Gesangspartnerin, und er wurden von derselben Amme versorgt, ihre Mütter waren Arbeitskolleginnen. Zunächst wollte er Lehrer werden, daher studierte er an der Scuola delle Magistrale Pädagogik und unterrichtete dann zwei Jahre lang als Volksschullehrer in Modena.

Pavarotti machte seine ersten Gesangserfahrungen im Chor und beschloss 1956, die berufliche Laufbahn des Sängers einzuschlagen. Er begann zunächst bei Arrigo Pola in Modena sowie später bei Ettore Campogalliani in Mantua klassischen Gesang zu studieren. Nebenher arbeitete er zur Finanzierung des Studiums, das über sechs Jahre dauerte, als Versicherungsvertreter.

Pavarotti debütierte 1961 am Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis La Bohème, seiner späteren Paraderolle, und gewann einen internationalen Gesangswettbewerb. Teil des Preises war das Debüt als Rodolfo im Opernhaus von Modena unter der Leitung seines damaligen Jugendfreundes Leone Magiera, der ihn später jahrzehntelang als Pianist bei Liederabenden begleitete. Die Aufführung wurde von der RAI live übertragen. Es folgten Einladungen verschiedener italienischer und internationaler Opernhäuser, wie Amsterdam, Covent Garden, der Wiener Staatsoper (Debüt als Rodolfo in La Bohème 1963), Zürich und Glyndebourne.

1965 trat er gemeinsam mit Joan Sutherland und Richard Bonynge auf einer Tournee in den USA und Australien auf, ein Jahr später debütierte er an der Mailänder Scala. Auf Vermittlung des Decca-Managers Terry McEwen engagierte Pavarotti ab 1967 den früheren Redenschreiber Herbert Breslin (1924–2012) als seinen Agenten, der Pavarottis Debüt an der Met 1968 organisierte. Weitere Auftritte erfolgten in Barcelona, Paris, London sowie bei den Salzburger Festspielen (1978 als italienischer Sänger im Rosenkavalier, 1983 in der Titelpartie in Idomeneo). Bei einer Aufführung von Donizettis L'elisir d'amore 1988 an der Deutschen Oper Berlin erhielt Pavarotti in der Rolle des Nemorino einen Applaus von 67 Minuten mit 165 Vorhängen, und erhielt damit einen Eintrag im Guinness-World-Records-Buch.

Pavarotti gründete 1981 in Philadelphia einen Wettbewerb für junge Sänger und begann, die Anzahl seiner Bühnenauftritte zu reduzieren, dafür trat er häufiger in Konzerten und im Fernsehen auf. Sein Debüt als Regisseur gab er 1988 an der Oper von Venedig (La favorita von Gaetano Donizetti).

Breslin gelang es, durch einen gemeinsamen Auftritt von Pavarotti mit den beiden Tenören Plácido Domingo und José Carreras in einer weltweit übertragenen Sportveranstaltung aus dem Opernstar Pavarotti einen Pop- und Superstar zu machen. Das Konzert der drei Tenöre in den römischen Caracalla-Thermen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 am 7. Juli 1990 erreichte etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Das Gesangstrio popularisierte Opernarien und konnte mit diesem Programm bei seinen folgenden Tourneen Fußballstadien und Sportarenen mit Zuhörern füllen. Die Arie Nessun dorma (Vincerò! Vincerò!) gehört zu den berühmtesten und erfolgreichsten Opernarien und hat Pavarotti wahrscheinlich im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien zum Gipfel seines Ruhmes geführt. Die Musikwelt kritisierte die astronomisch hohen Gagen als Kommerzialisierung sowie eine Banalisierung des Opernrepertoires.

Auf Betreiben seiner neuen Lebensgefährtin Nicoletta Mantovani trennte sich Pavarotti 2002 nach 36 Jahren von seinem Manager Herbert Breslin. Dieser veröffentlichte zwei Jahre später eine Biografie über Pavarotti, die trotz aller Bewunderung Breslins als eine Anhäufung von Indiskretionen und Ressentiments aufgefasst wurde und Unbehagen bei den Rezensenten auslöste.

2004 verkündete Pavarotti nach drei gefeierten Vorstellungen in Tosca an der Metropolitan Opera das Ende seiner Bühnenkarriere. Als Konzertsänger trat er weiterhin im Rahmen von weltweiten Tourneen in Liederabenden, Arenakonzerten und Open-Air-Konzerten auf. Im Jahr 2005 entschloss er sich zu einer großen Abschiedstournee, die aufgrund einer Krebserkrankung abgebrochen werden musste.

Seinen letzten großen Auftritt hatte Pavarotti bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin mit der Arie Nessun dorma unter der Leitung des Dirigenten Leone Magiera. Magiera machte in seinem Buch Pavarotti. Visto da Vicino bekannt, dass Pavarotti wegen seiner fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr live gesungen habe, sondern nur noch ein Playback verwenden wollte.

1960 heiratete Pavarotti Adua Veroni; das Paar bekam die drei Töchter Lorenza, Cristina und Giuliana. Die Ehe wurde im Jahre 2000 geschieden. Pavarotti wurden viele Affären nachgesagt, die seine Frau duldete, bis sie ihn 1993 aufgrund von Urlaubsaufnahmen mit Nicoletta Mantovani (* 1969) in einer Illustrierten aus ihrer gemeinsamen Wohnung warf. Er hatte Nicoletta Mantovani 1993 kennengelernt, sie arbeitete seit 1992 in einer Konzertagentur für die alljährliche Konzertreihe »Pavarotti & Friends« in Modena. Zunächst war sie im Büro und dann als seine persönliche Sekretärin tätig.

Im Januar 2003 brachte Nicoletta Mantovani Zwillinge zur Welt, von denen jedoch der Sohn nach Komplikationen bei der Geburt starb. Nach langwierigen Scheidungsverhandlungen fand die Hochzeit mit Mantovani erst im Dezember 2003 statt. Aufgrund von Behauptungen zweier Freundinnen Pavarottis, er habe sich kurz vor seinem Tod über die Geldgier von Mantovani beklagt, verklagte diese die beiden wegen Verleumdung auf eine Entschädigung von 30 Mio. Euro.

Anfang Juli 2006 wurde bei Pavarotti Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Wenige Tage nach der Diagnose unterzog er sich in New York einer Duodenopankreatektomie, bei der die Bauchspeicheldrüse und der Tumor entfernt wurden. Für die verbleibenden Monate des Jahres 2006 wurden alle Auftritte abgesagt. Pavarotti kündigte danach an, in seine Heimat Italien zurückzukehren, um sich dort zu erholen und anschließend seine Ende Juni 2006 in London wegen Krankheit abgebrochene Abschiedstournee rund um die Welt fortzuführen. Im August 2007 wurde Pavarotti wegen einer Lungenentzündung erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Anfang September 2007 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Am 4. September wurde er nach Hause entlassen und sollte dort von Ärzten weitergepflegt werden. Am 6. September um 5:00 Uhr morgens (MEZ) starb er im Alter von 71 Jahren an Nierenversagen.

Vom 6. bis 8. September 2007 nahmen an die 100.000 Menschen Abschied von Pavarotti, der im offenen Sarg im Dom San Geminiano in Modena aufgebahrt war. Die vom Fernsehen weltweit übertragene Trauermesse im Dom am 8. September zelebrierte Erzbischof Benito Cocchi, der auch ein Beileidswort von Papst Benedikt XVI. verlas. Musikalisch untermalt wurde die Feier vom Chor der Stadt Modena sowie von der Sopranistin Rajna Kabaiwanska, dem Flötisten Andrea Griminelli und dem Tenor Andrea Bocelli. Zudem wurde ein Videomitschnitt des Panis angelicus von César Franck in der gemeinsamen Interpretation Pavarottis mit seinem Vater gezeigt. Zu Ehren von Pavarotti flog während seiner Beerdigung eine Formation von zehn Kampfjets der Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori“ und hinterließ Rauchstreifen in den Farben der italienischen Flagge, Grün-Weiß-Rot. Dies geschieht in der Regel nur bei Staatsbegräbnissen. Nach einem Trauerzug durch die Innenstadt von Modena wurde Pavarotti im Grab seiner Eltern im zehn Kilometer entfernten Montale Rangone beigesetzt, einem Ortsteil von Castelnuova Rangone (Provinz Modena).

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