An diesem Tag

Lucca Chmel

Österreichische Fotografin

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Lucca Chmel (* 5. Dezember 1911 in Wien; † 16. März 1999 ebenda), geboren als Lucia Maria Chmel, war eine österreichische Fotografin, die sich vor allem durch ihre Architekturfotografie in den 1950er bis 1960er Jahren einen Namen machte. Mit ihren Aufnahmen war sie eine Chronistin und Interpretin der österreichischen Architekturentwicklung dieser Zeit.

Sie fotografierte für namhafte Architekten wie Erich Boltenstern, Oswald Haerdtl und Roland Rainer.

Geboren als Lucia Maria Chmel wurde sie jedoch von ihrer Familie nur mit Lucca gerufen. Sie verwendete später Lucca als Namen für ihre Arbeiten und Publikationen.

Ihre ersten Kindheitsjahre verbrachte Lucca Chmel mit ihrer Familie in Wien. Mit dem Zusammenbruch der Österreich-Ungarischen Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Versorgungssituation in Wien immer schwieriger und die Familie versuchte sich auf die veränderten ökonomischen Verhältnisse einzustellen. Luccas Mutter Marie Chmel kaufte ein Haus in Oberösterreich in Schärding am Inn. Ab 1919 wuchs Lucca in einer ländlichen Umgebung auf.

Chmel wurde durchweg als Privatschülerin unterrichtet, legte aber immer wieder Prüfungen an öffentlichen Schulen ab. Von 1923 bis 1924 besuchte sie die Private Volksschule für Mädchen der Schulschwestern OSF in Salzburg und lebte in der zugehörigen Erziehungsanstalt. Hier erhielt sie neben der Erziehung zu Ordnung und Anstand auch Klavierunterricht. Ab September 1925 besuchte sie das Erziehungsinstitut der Englischen Fräulein zu Neuhaus am Inn und ab April 1926 dann auch die Höhere Mädchenschule. Neben den allgemeinbildenden Fächern erhielt sie hier auch Unterricht in Buchführung, Stenografie und Maschineschreiben. Lucca legte dort 1928 die Matura ab.

Studium, Ausbildung und Lehrtätigkeit

Anfänglich war es ihr Ziel Malerin zu werden und an der Wiener Akademie der Künste aufgenommen zu werden. Sie erhielt von 1929 bis 1931 Unterricht bei Hans Schachinger und absolvierte die Aufnahmeprüfung erfolgreich. In der Zwischenzeit hatte sie sich aber bereits für die Fotografie begeistert und den Entschluss gefasst, sich in dieser Richtung weiterzuentwickeln. Jedoch waren es nicht nur künstlerische Gründe, die sie zu dieser Entscheidung brachten. Auch die finanzielle Situation der Familie (das Haus in Schärding war inzwischen wieder verkauft, und sie lebte mit ihrer Familie wieder in Wien) machte es notwendig für Lucca Chmel, finanziell auf eigenen Beinen stehen zu können.

Von September 1931 bis Juli 1933 besuchte sie den zweiten und dritten Jahrgang „Photographie“ an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt (kurz die „Graphische“) in Wien. Ein wichtiger Lehrer und Mentor war in dieser Zeit Rudolf Koppitz.

Bereits 1932 wurden in der Zeitschrift Wiener Magazin Fotos von ihr veröffentlicht. Nach Beendigung des Studiums 1933 arbeitete sie freischaffend für die Zeitschrift Die Bühne.

Da ihr nächstes Ziel die Meisterprüfung war, arbeitete Lucca Chmel die folgenden drei Jahre von Juli 1933 bis August 1936 im Atelier R. Pokorny in Wien. Der Schwerpunkt der Arbeit lag in der Porträtfotografie. Am 30. November 1936 legte sie die Meisterprüfung ab.

Zum 1. Januar 1937 wurde sie zur Assistentin an der „Graphischen“ bestellt. Damit hatte sie ein gesichertes Einkommen und Freiraum für ihre freischaffende Tätigkeit als Fotografin. 1938 erhielt sie die Möglichkeit, das Atelier R. Pokorny zu pachten. Die bisherige Pächterin, die Jüdin Hermi Friedmann, emigrierte nach Kolumbien und empfahl den Eigentümern ihre ehemalige Mitarbeiterin Lucca Chmel als neue Pächterin.

Im Februar 1939 erwarb Lucca Chmel das Atelier Foto Clairon, da die bisherige Eigentümerin, auf Grund ihrer Verehelichung, ihre Fotografentätigkeit in Wien aufgab. Das neue Atelier bekam den Namen Lichtbild Lucca Chmel. Damit beendete sie ihre Lehrtätigkeit an der „Graphischen“.

Im März 1939 bezog Chmel auch die Wohnung, die an das Atelier angeschlossen war. Sie arbeitete jetzt vor allem in der Porträtfotografie und die Auftragslage des Ateliers entwickelte sich gut. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestand ein erhöhter Bedarf an Familien- und Porträtfotos für die voneinander getrennten Familienmitglieder.

Durch die Porträtfotografie erhielt sie den Auftrag, Aufnahmen vom deutschen Schauspieler Otto Gebühr bei seinem Wiener Gastspiel als Friedrich der Große in der Komödie Zwischen Abend und Morgen zu machen. Da sie damit Erfolg hatte, erhielt Chmel den Auftrag für die gesamte Bühnenfotografie der Komödie und des Deutschen Volkstheaters. Auch für das Theater in der Josefstadt arbeitete sie vielfach. Veröffentlicht wurden diese Fotos vor allem in den Zeitschriften Die Bühne und Die Pause.

Durch die zahlreichen Kontakte zum Theater wurde auch die Porträtfotografie im Atelier verstärkt. Im Atelier entstanden Fotos von Theatergrößen wie Vilma Degischer, Klaramaria Skala, Maria Eis, Karl Skraup, O. W. Fischer oder Ewald Balser.

Lucca Chmel war aber auch auf dem Gebiet der Modefotografie tätig und auch für die Fotografie von Kunstobjekten gefragt. So fotografierte sie im Winter 1944/45 das spätgotische Chorgestühl des Wiener Stephansdoms. Nur zwei Monate nach den letzten Aufnahmen verbrannte das Chorgestühl vollständig.

In ihrer Freizeit, ohne besondere Aufträge, widmete sich Lucca Chmel der Landschaftsfotografie.

Ab Februar 1938 war Lucca Chmel Mitglied der DAF (Deutsche Arbeitsfront) und der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt), ab 1. Juli 1940 registriertes Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 8.449.949). Als Sühnemaßnahme musste sie deshalb von April bis September 1945 Aufräumarbeiten leisten.

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