Luca Toni (* 26. Mai 1977 in Pavullo nel Frignano) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler. Er wurde 2006 mit der A-Nationalmannschaft Weltmeister und spielte u. a. beim FC Bayern München, mit dem er je zweimal die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal gewann. Sowohl in der italienischen Serie A als auch in der deutschen Bundesliga zeichnete er sich als Torschützenkönig aus.
Der Durchbruch gelang Luca Toni eher spät, nachdem er zunächst einige Jahre bei Vereinen der zweiten und dritten italienischen Liga gespielt hatte.
Zeit als „Wandervogel“ (2000–2005)
Mit 23 Jahren gelang ihm der Sprung in die Serie A, als er in den folgenden drei Jahren bei den Vereinen Vicenza Calcio und Brescia Calcio (an der Seite Roberto Baggios) spielte, ohne als Torjäger aufzufallen. Bei Brescia verlor er am Ende seinen Stammplatz und so schien sein Wechsel zum damaligen Zweitligisten US Palermo zunächst wie ein Rückschritt, stellte sich jedoch als entscheidend in seiner fußballerischen Entwicklung heraus. Luca Toni hatte mit 30 Treffern in 45 Spielen einen gewichtigen Anteil am Aufstieg Palermos in die Serie A und befand sich hier im darauffolgenden Jahr mit 20 Treffern an der Spitzenposition in der Torschützenliste.
Zu Beginn der Saison 2005/06 verpflichtete ihn der wieder aufstrebende Traditionsklub AC Florenz für ca. zehn Millionen Euro. Auf Anhieb wurde er dort, mit der seit Jahrzehnten unerreichten Anzahl von 31 Treffern, Torschützenkönig der Serie A und Gewinner des Goldenen Schuhs für den besten Torjäger Europas.
Sein Klub AC Florenz hätte in der Saison 2005/06, auch dank seiner Tore, sportlich die Qualifikationsrunde zur Champions League 2006/07 erreicht. Wegen der mutmaßlichen Beteiligung an Spielmanipulationen in der Saison 2004/05 wurde der Verein jedoch hinter die Europapokalränge zurückversetzt. In der Folge wurde Luca Toni wiederholt mit Inter Mailand in Verbindung gebracht, auch wegen seiner Ambitionen, in der Champions League spielen zu können. Auch in der Saison 2006/07 lief Toni für die Fiorentina auf.
Zur Saison 2007/08 wollte Toni Florenz verlassen. Am 28. Mai 2007 gab die Fiorentina die Trennung von Toni und den Wechsel zum FC Bayern München bekannt. Am 30. Mai 2007 bestätigte Karl-Heinz Rummenigge den Wechsel gegenüber der dpa. Die Ablöse betrug laut Rummenigge „exakt 11 Mio. Euro“, sein Jahresgehalt wurde auf 5,7 Millionen Euro netto geschätzt. Im März 2015 wurde eine Kirchensteuernachforderung gegen Luca Toni in Höhe von 1,7 Mio. Euro für die Jahre 2007 bis 2009 bekannt. Daraus lässt sich ein Bruttoeinkommen von ca. 28 Mio. Euro für diesen Zeitraum rückrechnen. Luca Toni unterschrieb einen bis 30. Juni 2011 gültigen Vertrag. Am 7. Juni wurde er bei einer Pressekonferenz des FC Bayern München vorgestellt. In seinen ersten drei Bundesligaspielen gegen Hansa Rostock, Werder Bremen und Hannover 96 erzielte er jeweils einen Treffer für seinen neuen Verein. Außerdem markierte er in seinen ersten beiden internationalen Auftritten, den UEFA-Pokal-Spielen gegen Belenenses Lissabon am 20. September 2007 und am 4. Oktober 2007, seine ersten beiden Treffer (jeweils das 1:0) auf europäischem Parkett. Seine ersten beiden Tore im DFB-Pokal schoss Toni am 31. Oktober 2007 im Drittrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Endstand: 3:1). Am 17. Februar 2008 gelang ihm bei dem 3:0-Auswärtssieg bei Hannover 96 ein Hattrick. Es war der erste Dreifachtorerfolg eines Spielers der Bayern seit dem 29. April 1989, als Hans Dorfner beim 4:0-Sieg gegen Hannover 96 drei Mal in einer Halbzeit traf.
Am 19. April 2008 traf Toni im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund zum zwischenzeitlichen 1:0 und schoss in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 2:1-Endstand. Somit trug er zu seinem ersten Titelgewinn mit einer Vereinsmannschaft bei. Mit diesem Doppeltorerfolg und den drei Doppeltorerfolgen in den vorherigen Pflichtspielen stellte Toni einen neuen Bundesligarekord auf.
Schließlich wurde Toni mit 24 Treffern in 31 Spielen Torschützenkönig der Bundesliga. Insgesamt hatte er zehn Tore in elf Spielen im UEFA-Pokal und fünf Tore in vier Spielen im DFB-Pokal geschossen, insgesamt also 39 Tore in 46 Pflichtspielen. Außerdem hatte er in seinem ersten Bundesligajahr so viele Tore geschossen wie noch kein Bundesliga-Stürmer zuvor in seinem ersten Jahr. 26-mal war Toni in seinen 46 Pflichtspielen am 1:0 beteiligt (16 Tore, 10 Vorlagen). Damit schloss er zu Gerd Müller auf, der mit 16 Treffern zum 1:0 bislang alleiniger Rekordhalter war.
Die Saison 2008/09 verlief zu Beginn ähnlich erfolgreich wie die vorherige Spielzeit. In 13 Ligaspielen erzielte er neun Tore; ein wichtiger Treffer gelang ihm im Spiel gegen den ersten Verfolger TSG 1899 Hoffenheim, als er kurz vor Schluss den Siegtreffer markierte. In der zweiten Hälfte dieser Saison hatte Toni lange Zeit mit einer Achillessehnenverletzung zu kämpfen, schloss die Meisterschaft mit 14 Toren in 25 Spielen trotzdem als bester Torschütze seines Vereins ab.
Die Saison 2009/10 verlief für Toni nicht gut. Nach mehreren Unstimmigkeiten mit seinem Trainer Louis van Gaal absolvierte Toni nur zehn Einsätze für die Bayern, davon jeweils zwei für die zweite Mannschaft in der 3. Liga, im DFB-Pokal und in der Champions League, und vier in der Bundesliga. Seinen einzigen Treffer schoss er im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. In der Bundesliga kam er in seinen vier Einsätzen zu keinem Treffer. Schon früh in dieser Saison bekundete Toni seine Wechselabsichten zurück nach Italien, jedoch konkretisierte sich das erst Mitte Dezember 2009, als viele Vereine am „Schnäppchen des Jahres“ interessiert waren, da er ablösefrei wechseln durfte. Im Juni 2010 löste Toni seinen Vertrag beim FC Bayern München auf.
AS Rom, CFC Genua, Juventus Turin (2010–2012)
Über ein in der Winterpause der Saison 2009/10 getätigtes Leihgeschäft war Luca Toni ab Januar 2010 bis zum Ende der Saison für den italienischen Erstligisten AS Rom spielberechtigt, bei dem er im Anschluss zunächst einen Zweijahresvertrag erhalten sollte. Anfangs zahlte der FCB noch sechs Monate lang sein Gehalt.
Sein Debüt für die Roma gab er am 6. Januar 2010 gegen Cagliari Calcio, nach seiner Einwechslung in der 80. Minute musste Rom jedoch noch zwei Treffer zum 2:2-Endstand hinnehmen. Am 17. Januar gelangen Toni beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen den CFC Genua im dritten Spiel für den AS Rom seine ersten beiden Tore. Im Finale der Coppa Italia 2009/10 am 5. Mai 2010 unterlag Toni mit der Roma mit 0:1 gegen Inter Mailand. In der Liga wurde die Vize-Meisterschaft hinter Inter erreicht. Am Ende der Saison nahm Rom entgegen den Planungen zu Beginn der Leihe aufgrund der hohen Ablösesumme Abstand von einem Transfer.
In der Sommerpause 2010 wechselte Toni zum CFC Genua. Am 28. August debütierte er am ersten Spieltag der Saison für die Genuesen beim 1:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen Udinese Calcio. Am 19. September – beim 1:1-Unentschieden gegen AC Parma – traf er per Elfmeter zur zwischenzeitlichen Führung.
In der Winterpause der Saison 2010/11 verpflichtete Juventus Turin Toni. Er sollte dort Fabio Quagliarella ersetzen, der sich nach der Winterpause einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Toni unterschrieb einen bis 30. Juni 2012 gültigen Vertrag und debütierte am 9. Januar 2011 bei der 0:3-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den SSC Neapel. Kurz darauf zog er sich einen Außenbandriss zu, gab aber bereits nach drei Wochen gegen Cagliari Calcio sein Comeback. Obwohl er erst in der Schlussphase eingewechselt wurde, markierte er den Treffer zum 3:1-Endstand. Es war sein erstes Tor für Juventus und gleichzeitig sein 100. Tor in der Serie A.
Am 30. Januar 2012 wurde Tonis ablösefreier Wechsel zum von Walter Zenga trainierten Klub Al-Nasr Sports Club in die Vereinigten Arabischen Emirate bekannt gegeben. Am 9. Februar 2012 debütierte Toni in der UAE Arabian Gulf League und krönte seinen Einstand beim 2:1-Auswärtssieg bei Ajman mit dem Siegtreffer in der 78. Minute.
AC Florenz, Hellas Verona (2012–2016)