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Lublin

Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens

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Lublin (jidd. לובלין lublin) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens und liegt rund 160 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Warschau. Die größte polnische Stadt östlich der Weichsel ist mit circa 340.000 Einwohnern (Stand: 2019) die neuntgrößte Stadt des Landes. Lublin ist Sitz von fünf Universitäten.

Lublin gehörte zu den wichtigen Zentren in der polnischen Geschichte. 1569 wurde hier die Lubliner Union geschlossen. 1809 und 1944/45 war Lublin kurzzeitig Hauptstadt eines neuen polnischen Staates.

Die Stadt Lublin umfasst ein Territorium von 147,5 km². Sie gliedert sich in 27 administrative Stadtbezirke (Stand: Februar 2022):

Archäologische Funde belegen, dass hier schon vor 5000 Jahren Menschen siedelten. Die Vorgeschichte begann im 6. Jahrhundert mit einer Ansiedlung auf dem Hügel Czwartek, die Stadtgeschichte mit der Errichtung einer Burganlage vor über 700 Jahren.

1198 wurde Lubelnia erstmals erwähnt. Der Ortsname wurde vom Personennamen *Lubla/*Lubel mit dem Suffix -in abgeleitet. 1205 belagerte Fürst Roman von Wolhynien erfolglos die Burg lvblyn.

1241 wurde Lublin von den Tataren zerstört. 1244 wurde es von Litauern mit Prußen und Jatwingern erobert.

Im gleichen Jahr eroberte Fürst Daniel Romanowitsch von Galizien den Ort und befestigte ihn.

Im Schutz der Burg entwickelte sich die Siedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Ihr wurde am 15. August 1317 durch Władysław I. Ellenlang das Magdeburger Stadtrecht verliehen.

Die Stadtanlage wuchs durch den Zuzug von Handwerkern und Händlern, zum großen Teil deutscher Herkunft.

Da Lublin an der Via Regia von Breslau nach Kiew zwischen Krakau und Wilna liegt, gab es zur Zeit der polnisch-litauischen Union einen großen Aufschwung.

Im Jahr 1474 gründete Kasimir IV. Jagiełło hier die Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Lublin. Durch italienische Baumeister und Künstler wurden die mittelalterlichen Burg- und Festungsbauwerke zu einer befestigten königlichen Residenz im Baustil der italienischen Renaissance umgebaut. In der heutigen Altstadt entstanden zahlreiche Kirchen und Klöster sowie prächtige Handelshäuser und adelige Stadtpaläste. Die 1282 errichtete gotische Michaelskirche bestand bis 1852.

Im 16. Jahrhundert war Lublin eines der Zentren der vom Adel getragenen Reformation.

1569 wurde in Lublin die Realunion zwischen Polen und Litauen vollzogen. Damit wuchs die regionale Bedeutung der Stadt. Lublin war in dieser Zeit eines der wichtigsten Zentren Polens.

Für die politische Bedeutung und die wirtschaftliche Prosperität Lublins war die Verlegung der Hauptstadt von Krakau nach Warschau 1596 ein schwerer Schlag, weil die Stadt nun abseits der wichtigsten Verkehrs- und Handelsrouten lag. Bedingt durch die Kriegswirren des 17. Jahrhunderts folgte der wirtschaftliche und kulturelle Abstieg.

Im Zuge der Gegenreformation wurden 1631 die Protestanten gewaltsam aus der Stadt vertrieben. Wenig später emigrierten viele Händler. 1655 plünderten Kosaken die Stadt und im Jahre darauf schwedische Soldaten. Nach dem Nordischen Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt. Stanislaus II. August Poniatowski gestattete den Protestanten, sich wieder in der Stadt anzusiedeln. So wurde 1784 die Dreifaltigkeitskirche errichtet.

Im Jahre 1792 wurde die Stadt auf Befehl von Katharina II. von russischen Truppen besetzt. Mit der Dritten Teilung Polens kam Lublin 1795 zu Österreich. Im Jahr 1807, nach einem verheerenden Brand vier Jahre zuvor, zählte Lublin nur noch knapp 7.000 Einwohner und war damit an einem historischen Tiefpunkt angelangt. Im österreichischen Feldzug gegen das Herzogtum Warschau besetzten Truppen des Herzogtums Warschau im Mai 1809 Lublin. Es kam im Frieden von Schönbrunn zum Herzogtum und 1815 zu Kongresspolen, einem in Personalunion mit dem Russischen Reich regierten Staat. Der Adel verließ die Stadt und zog aufs Land.

1837 wurde Lublin russische Provinzhauptstadt. Nach weiterer ökonomischer und demographischer Auszehrung durch die napoleonischen Kriege hatte wieder ein allmählicher Bevölkerungsanstieg eingesetzt, der stärkere Impulse von der Industrialisierung erhielt, die hier allerdings nicht vor den 1880er Jahren einsetzte. Dieses Wachstum erreichte jedoch nie die Ausmaße anderer Industriestädte, sodass Lublin bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erst rund 83.000 Einwohner hatte. Im Ersten Weltkrieg war Lublin vom Sommer 1915 bis November 1918 von den verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen besetzt.

Seit 1918 war die Stadt wieder Bestandteil eines unabhängigen polnischen Staates. Kurz vor der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wurde in Lublin am 27. Juli 1918 die Katholische Universität als Nachfolgeeinrichtung der von den Bolschewiki geschlossenen Höheren Theologischen Akademie in St. Petersburg gegründet.

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