Luanda [portugiesisch ˈlu̯ɐndɐ] (ursprünglich São Paulo da Assunção de Loanda, Schreibweise bis ins 19. Jahrhundert auch Loanda) ist die Hauptstadt Angolas und hat etwa 9 Millionen Einwohner (Stand 2022). Diese Zahl bezieht sich auf das Gebiet, das verwaltungstechnisch zu Luanda gehört. Tatsächlich ist die Stadt jedoch erheblich über diese Grenzen hinaus gewachsen und hat dabei bestehende Siedlungskerne absorbiert.
Inzwischen gehört Luanda zu den größten Städten Afrikas und ist auch die drittgrößte portugiesischsprachige Stadt hinter São Paulo sowie Rio de Janeiro und vor Lissabon sowie Maputo.
Luanda liegt in der Provinz Luanda nördlich der Mündung des Flusses Cuanza in den Atlantik.
Luanda wird in zwei Teile geteilt, die Baixa de Luanda (das untere Luanda, die Unterstadt, die alte Stadt) und die Cidade Alta („obere Stadt“, Oberstadt, neuer Stadtteil). Die Baixa de Luanda befindet sich in der Nähe des Hafens, wo es noch enge Straßen und alte Gebäude der Kolonialzeit gibt. Die Küste wird durch die Baía de Luanda (Bucht von Luanda) geprägt, geformt durch den Schutz des kontinentalen Litorals durch die vorgelagerte Halbinsel Ilha do Cabo. Im Süden des Stadtkerns liegt die Baía de Mussulo (Bucht von Mussulo), die durch das Riff von Mussulo gebildet wurde.
Seit der Unabhängigkeit ist die Bevölkerung auf mehr als das Dreifache angewachsen, so dass sich die Stadt seit 1975 auf ein Mehrfaches der Fläche ausgedehnt hat.
Das 1576 gegründete Luanda hatte 1605 erste Stadtrechte erhalten und war seither Sitz eines eigenen Kreises. Nach der Unabhängigkeit 1975 wurde der Kreis aufgelöst und das Stadtgebiet erst in drei, später in neun Kreise aufgeteilt. Dies waren Cazenga, Ingombota, Kilamba Kiaxi, Maianga, Rangel, Samba, Sambizanga, Cacuaco und Viana. Cazenga und Viana waren die bevölkerungsreichsten.
Durch Zuzug wuchs die Stadt beträchtlich, während des Bürgerkriegs (1975–2002) und im Verlauf des danach einsetzenden Wirtschaftswachstums. Seither sind mit Luanda Sul und Kilamba neue Satelliten-Städte gebaut worden. In Camama, Zango sowie Kilamba Kiaxi wurden weitere Hochhaussiedlungen erbaut. Andererseits haben sich – wohl noch stärker – die Slums („musseques“) ständig ausgedehnt. Die Hauptstadt Luanda wächst damit teilweise über die Provinzgrenzen hinaus.
In dem Zusammenhang wurden Änderungen in der Verwaltungsgliederung nötig. Neue Kreise und Gemeinden entstanden und wurden neu zugeordnet. Seit 2011 ist Luanda nun wieder ein eigener Kreis (Município) innerhalb der Provinz Luanda. Die weiteren Kreise der Metropolregion Luanda seit einer Neugliederung im November 2016 sind: Belas, Cacuaco, Cazenga, Kilamba Kiaxi, Talatona und Viana, die Provinz Luanda umfasst zusätzlich die ländlich geprägten Kreise Ícolo e Bengo und Quiçama.
Der Kreis Luanda wird aus sieben Stadtbezirken gebildet:
Ingombota (ehemaliges Município) – das historische, politische, kommerzielle und kulturelle Zentrum von Luanda
Sambizanga (ehemaliges Município)
Maianga (ehemaliges Município)
Luanda befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 24,4 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 368 Millimeter im Mittel. Die wärmsten Monate sind Februar bis April mit durchschnittlich 26,7 bis 27,0 Grad Celsius, die kältesten Juli und August mit 20,2 bis 20,4 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten März und April mit durchschnittlich 97 bis 124 Millimeter, der wenigste zwischen Juni und Oktober mit null bis sieben Millimeter im Mittel.
Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gehört zu den zentralen Umweltproblemen. Nach Unicef-Angaben verfügen nur 22 % der ländlichen Bevölkerung Angolas über einen Zugang zu sauberem Wasser, in den Städten sind es 57 %. Doch besonders in den ausgedehnten Slums (musseques) von Luanda, in denen 70–80 % der Einwohner leben, ist die Lage problematisch; die Bevölkerung ist ständig von Cholera-Epidemien bedroht.
Ein weiteres Problem in Luanda ist die Müllentsorgung. Vielerorts in der Stadt türmen sich die Müllansammlungen, da es einen Mangel bei der Müllabfuhr gibt. Besonders nach starken Regenfällen entstehen dadurch enorme Umweltschäden. Jeder zweite Haushalt in Luanda entsorgt seinen Müll „im Freien“.
Am 11. Februar 1575 landete der portugiesische Kapitän Paulo Dias de Novais an der Ilha do Cabo mit einer ersten Gruppe portugiesischer Siedler. Es waren insgesamt rund 700 Personen, darunter 350 bewaffnete Männer, Geistliche, Kaufleute und Beamte. Da sich die Ilha do Cabo schlecht verteidigen ließ, ließen sich die Siedler auf dem gegenüber liegenden Morro de São Miguel nieder. Dieser Hügel hatte strategisch eine ideale Position und verfügte auch über Quellen. Am 25. Januar 1576 wurde die Stadt als São Paulo da Assunção de Loanda (Übersetzt ungefähr: „Heiliger Paulus von Maria Himmelfahrt zu Loanda“) gegründet. Die Portugiesen verbündeten sich mit den Kriegerverbänden der Jaga. Mit deren Hilfe griffen sie Ndongo an und setzen den König ab. Dies führte zu einer Reihe von dynastischen Auseinandersetzungen (Angola-Kriege), die das Hinterland von Luanda verwüsteten. Kriegsgefangene wurden von den Portugiesen als Sklaven nach Brasilien verschifft. Luanda wurde 1627 das Zentrum der portugiesischen Präsenz auf dem Territorium des heutigen Angola und behielt diese Funktion bis zum Ende der Kolonialzeit im Jahre 1975 bei (mit Ausnahme der Jahre 1641 bis 1648, als sie von den Niederlanden besetzt war).
Die Stadt blieb bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein Zentrum des Sklavenhandels nach Brasilien, in die Karibik und die USA. Nach der Abschaffung der Sklaverei 1836 erlitt Luanda eine wirtschaftliche und soziale Krise. Zahlreiche Europäer verließen daraufhin die Stadt. Der Bau der Eisenbahnstrecke nach Funda im Jahr 1888 brachte durch den Warenaustausch mit dem Hinterland einen wirtschaftlichen Aufschwung. Damals zählte Luanda erst 15.000 Einwohner, darunter 3000 Portugiesen. Mit dem Aufschwung zogen nun viele Afrikaner in die Stadt und bauten sich dort ihre traditionellen Lehmhütten. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Bauvorschriften eingeführt, was zum Abriss der nicht standardgemäßen Behausungen führte. Die ärmere Bevölkerung wurde an die Peripherie der Stadt umgesiedelt. Es entstanden die ersten Musseques.
Im Jahr 1930 wurde in Luanda die Elektrizität eingeführt, die entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung war. Dadurch wuchs auch die weiße Bevölkerung in der Stadt an, die nun den Raum vom Zentrum bis zur Peripherie einnahm. 1942 wurde von der Stadtverwaltung der erste städtebauliche Masterplan herausgegeben, der die Schaffung verschiedener, durch ein verzweigtes Transportnetz verbundener Gartenstädte sowie den Bau von fünf Satellitenstädten vorsah, um die überzählige Bevölkerung unterzubringen. 1945 wurde der neue Hafen und viele Straßen gebaut. Ein schnelles wirtschaftliches und industrielles Wachstum setzte ein, was zu einem weiteren Anstieg der Bevölkerung und einer Ausdehnung der Stadt führte. In den 1960er und 70er Jahren wurden für die ärmeren Weißen und die schwarze Arbeiterklasse sogenannte „Volksviertel“ (Bairros Populares) errichtet, die sich später jedoch zu Musseques entwickelten.