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Louvre

Kunst- und archäologisches Museum in Paris

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Das Museum Louvre (französisch Musée du Louvre [myze dy luvʁ] ), kurz der Louvre [ˈluːvrə] , ist ein Kunstmuseum im 1. Arrondissement von Paris, der Hauptstadt Frankreichs. Er befindet sich im historischen Schloss Louvre, der ehemaligen Residenz der französischen Könige, am rechten Ufer der Seine. Seit 1793 ist der Louvre als öffentliches Kunstmuseum zugänglich. Nach Napoleon Bonapartes siegreichem Italienfeldzug (1796/97) wurden Kunstwerke in Italien von den Franzosen requiriert. Die so vergrößerte Sammlung wurde in Musée Napoléon umbenannt. Nach dem Ende des Napoleonischen Kaiserreichs (1815) wurde die Kunstsammlung wieder als Louvre bezeichnet. Die in den Napoleonischen Kriegen erbeuteten Kunstwerke wurden an ihre vorhergehenden Besitzer zurückgeführt. Das nationale Element in der nun wieder als Louvre bezeichneten Kunstsammlung trat so wieder in den Vordergrund. Bis heute ist die Kunstsammlung auf mehr als 380.000 Objekte gewachsen, von denen etwa 35.000 ausgestellt sind. Mit 72.735 Quadratmetern Fläche und 9,6 Millionen Besuchern im Jahr 2019 ist der Louvre das größte und meistbesuchte Kunstmuseum der Welt.

Der Ursprung der Sammlung geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Herzog Jean de Berry (1340–1415), ein Bruder Karls V., legte eine Sammlung von Gemälden, Tapisserien und Buchmalereien an, von denen einige noch in der heutigen Ausstellung zu sehen sind.

Der eigentliche Begründer der Sammlung ist aber König Franz I. (1515–1547), der als der erste große Sammler und Mäzen auf Frankreichs Thron gilt. Er richtete dem greisen Leonardo da Vinci im Schloss Le Clos Lucé ein Domizil an der Loire ein. Nach Leonardos Tod 1519 gelangten dessen Bilder – darunter wahrscheinlich auch die Mona Lisa – in die Sammlung des Königs, die zu dieser Zeit noch im Schloss Fontainebleau aufbewahrt wurde.

Kardinal Richelieu, der 1624 Minister unter Ludwig XIII. wurde, baute auf Staatskosten eine große Privatsammlung auf, die 1636 zum Großteil in den Besitz der Krone überging. Die Verwaltung der königlichen Kunstankäufe lag ab 1638 in den Händen von François Sublet de Noyers. 1660 zog die private Sammlung Richelieus in den Louvre um. Unter Ludwig XIV. wurden weitere kostbare Werke erworben, unter anderem von Tizian und Raffael.

Unter Ludwig XV. wurden kaum noch neue Bilder der Sammlung hinzugefügt. Dass die Sammlung der Öffentlichkeit nicht zugänglich war, führte zu allgemeiner Kritik, worauf 1750 im Palais du Luxembourg die erste Gemäldegalerie Frankreichs eröffnet wurde. Bereits 1779 wurde sie jedoch wieder geschlossen, da das Palais als Wohnung des späteren Ludwig XVIII. dienen sollte. Die Bilder wurden zurück ins Depot des Louvre gebracht. Der Politiker Charles Claude Flahaut de La Billarderie plante die Schaffung eines französischen Nationalmuseums.

Im Zuge der Französischen Revolution (1789) wurde die Kunstsammlung im Louvre mit Dekret der Nationalversammlung vom 27. Juli 1793 der Öffentlichkeit zum ersten Mal zugänglich gemacht. Am 10. August 1793 – auf den Tag genau ein Jahr nach Abschaffung der Monarchie – wurde der Louvre als Zentrales Kunstmuseum der Republik mit einer Ausstellung von 537 Gemälden eröffnet, wobei der Großteil der Werke aus königlichem und konfisziertem Kirchenbesitz stammte. Wegen baulicher Probleme war das Museum von 1796 bis 1801 geschlossen.

Weiterer Ausbau der Kunstsammlung

Napoleon Bonaparte erteilte nach seinem siegreichen Italienfeldzug (1796/97) den ausdrücklichen Befehl, berühmte Kunstwerke im Ausland für Frankreich zu requirieren. Die so vergrößerte Sammlung wurde in Musée Napoléon umbenannt. Bald schon konnte das Museum die Kunstwerke aus Rom, Venedig, Berlin, Wien und vielen anderen europäischen Städten nicht mehr fassen. Unter Napoleon Bonaparte entstanden im Rahmen eines groß angelegten, bahnbrechenden nationalen Kulturprogramms 15 Zweigstellen des Musée Napoléon in ganz Frankreich, in denen Kunstwerke der Sammlung zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Nach dem Ende des Napoleonischen Kaiserreichs im Ergebnis der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) wurde der zukunftsweisende volkspädagogische Ansatz Napoleon Bonapartes nicht mehr weiterverfolgt; die Beutekunst wurde von den alliierten Siegermächten wieder an ihre vorhergehenden Besitzer zurückgegeben, wodurch das nationale Element in der nun wieder als Louvre bezeichnete Kunstsammlung in den Vordergrund trat.

1821 wurde mit dem Ankauf der Venus von Milo der Aufbau der Antikensammlung fortgesetzt. Seit 1808 war bereits die Antikensammlung der Borghese Teil der Sammlung. 1826 folgten die ägyptische und 1847 die assyrische Abteilung. Ab 1851 wurde die Ausstellungsfläche des Louvre unter Alfred Émilien de Nieuwerkerke erweitert. Nach dem Sturz des zweiten Kaiserreichs 1870 wurde die Sammlung endgültig von der Krone getrennt und verstaatlicht.

Der Sammlung kam zugute, dass seit 1972 die Erbschaftsteuer auch in Form von Kunstwerken entrichtet werden kann.

Grand-Louvre und heutiger Zustand

Staatspräsident François Mitterrand initiierte 1981 das Projekt „Grand-Louvre“, mit dem der gesamte Gebäudekomplex einer musealen Nutzung unterworfen wurde; 1999 wurde es abgeschlossen. Das Finanzministerium zog um; in diesem Rahmen wurde unter anderem die Galerie d’Apollon restauriert und die Glaspyramide im Innenhof des Louvre geschaffen. Die Glaspyramide wurde von Ieoh Ming Pei entworfen und 1989 eröffnet. Sie dient heute als Haupteingang zum Musée du Louvre. Anfangs als „Gewächshaus“ und „Käseglocke“ verspottet, ist die Pyramide heute zu einem bekannten Wahrzeichen von Paris geworden.

Außerdem wurde 1993 das Carrousel du Louvre eröffnet, eine unterirdisch direkt an den Louvre angeschlossene Einkaufsmeile mit Restaurants und der invertierten Glaspyramide. 2009 gab es eine Kontroverse um den Einzug einer McDonald’s-Filiale im neugestalteten Restaurantbereich.

Ein Teil der mittelalterlichen Burg aus dem 16. Jahrhundert errichtet unter Karl V. ist heute im Louvre und Carrousel du Louvre zu sehen. Es handelt sich dabei um Teile der Ringmauern und Wassergräben, die im Zuge der Ausgrabungen für die Erweiterung des Louvre und den Bau des Carrousel du Louvre freigelegt wurden.

Seit 1986 werden viele vorher im Louvre gelagerte Kunstwerke der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Musée d’Orsay ausgestellt.

Im September 2012 eröffnete der Louvre eine neue Abteilung für islamische Kunst, die sich in einem Erweiterungsbau nach einem Entwurf der Architekten Mario Bellini und Rudy Ricciotti befindet. Ausgestellt werden rund 2500 Exponate, die teilweise aus dem Musée des Arts Decoratifs stammen. Für 2027 ist eine weitere neue permanente Ausstellung für Byzantinische Kunst geplant (Département des Arts de Byzance et des chrétientés en Orient).

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant eine „neuen Renaissance“ des Louvre. Es sollen weitere Ausstellungsräume sowie ein zusätzlicher Eingang an der Ostfassade zur Seine entstehen.

Seit 2016 wurde das 180 km entfernte Liévin im nördlichen Département Pas-de-Calais zum Standort des wichtigsten Depots des Museums, das Centre de conservation du Louvre.

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