Marie Madelaine Louise Meynier, verh. Mühler (* 27. April 1766 in Erlangen; † 1856 ebenda) war eine deutsche Pädagogin mit französischen Wurzeln sowie eine Jugendschriftstellerin.
Louise Meynier entstammt einer hugenottischen Familie und war die Tochter von Jean-Jacques Meynier sowie Schwester von Johann Heinrich Meynier. Meynier war eine Erlangerin mit Migrationshintergrund an der Schwelle zur Moderne.
Sie publizierte zahlreiche pädagogisch orientierte Schriften für Kinder und Jugendliche. Aufgrund ihrer Kenntnisse der französischen Sprache, Literatur und Konversationsmethoden war sie prädestiniert für den Lehrerinnen- und Erzieherinnenberuf, weshalb sie – wie weitere geflüchtete Französinnen – in ganz Deutschland gefragt für die Erziehung adliger Mädchen sowie Töchter des höheren Bildungsbürgertums war. Ihre Sprachlehrmethode beruhte u. a. auf Werken ihres Vaters und Bruders. Der Beruf der Gouvernante oder auch „Demoiselle“ galt im 18. Jahrhundert als die qualifizierteste und angesehenste Erwerbsmöglichkeit für alleinstehende Frauen höherer Stände, die nicht heirateten oder verarmt waren.
Louise Meyniers Großneffe war Julius Schunck und Sohn ihrer Nichte Emma Juliane Henriette Schunck, geb. Meynier. Agnes Sapper war eine Urenkelin ihres Bruders Johann Heinrich Meynier.
Kinderspiele in Erzählungen und Schauspielen zur Bildung des jugendlichen Herzens, Erlangen-Coburg-Leipzig, 1801.
Kleine dramatische Kinderromane, Erlangen-Coburg-Leipzig, 2 Bände, 1802–1803.
Mythologische Unterhaltungen für Deutschlands gebildete Töchter, Erlangen-Coburg-Leipzig, 1804.
Nadja Bennewitz und Gabi Franger: „Die Erlangischen Mädchen sind recht schön und artig...: Ein Erlanger Frauengeschichtsbuch“. Ars vivendi, Cadolzburg 2002, 2. Auflage 2003, S. 68–76, ISBN 978-3-89716-368-3.
Die französische Gouvernante Louise Meynier (1766–1856) auf zwischenfaelle.radio-z.net
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