Louis de Weck-Reynold, auch Louis François Ignace de Weck, auch Ludwig Franz Ignaz Weck (* 1. oder 5. Oktober 1823 in Freiburg; † 28. November 1880 ebenda; heimatberechtigt in Freiburg, Bösingen und Pierrafortscha), war ein Schweizer Landwirt und konservativer ultramontaner Politiker.
Louis de Weck-Reynold entstammte der Freiburger Patrizierfamilie Weck und war der älteste Sohn des Präfekten von Murten, Obergerichtspräsidenten, Freiburger Grossrats und Grundbesitzers François Pierre Louis Charles Sulpice de Weck (* 20. April 1785 in Freiburg; † 26. Februar 1862 ebenda) und von dessen Ehefrau Marie Françoise Rose Pauline (geb. Fontaine; * 10. Februar 1802 in Freiburg; † 17. März 1875 ebenda). Seine Mutter war die Tochter des Tuchherrn Stephan Josef Ignaz Franz Fontaine (1778–1801), und sie war eine Grossnichte des Geistlichen und Heimatforschers Charles-Aloyse Fontaine.
Er hatte noch elf Geschwister, zu seinen Brüdern gehörten der Bankier Hippolyte de Weck (1841–1929) und der Politiker Rodolphe de Weck-Bussy (1826–1861). Sein Neffe war der Schriftsteller und Historiker Gonzague de Reynold.
Sein Onkel war der Politiker Rodolphe de Weck (1784–1848), und er war ein Cousin des Politikers Charles de Weck (1837–1931) und des Fotografen Léon de Weck (1840–1904).
Louis de Weck-Reynold war seit dem 9. August 1847 mit Ottile (* 6. Juli 1824; † 22. Dezember 1888), der Tochter des Obersten und Rentiers Frédéric de Reynold (1798–1871), verheiratet; gemeinsam hatten sie elf Kinder, zu diesen gehörte unter anderem der Politiker Ernest de Weck. Sein Enkel war der spätere Bankier Philippe de Weck.
Als er im Sterben lag, übersandte ihm der Papst Leo XIII. telegrafisch den apostolischen Segen.
Er verstarb an einer Lungenentzündung.
Louis de Weck-Reynold besuchte bei Meinrad Meyer (1802–1870) die Primarschule in Murten und darauf das Kollegium St. Michael in Freiburg.
Er studierte bei Jean-François-Marcellin Bussard Rechtswissenschaften an der Rechtsschule in Freiburg.
Während des Sonderbundskriegs diente er als Unterleutnant und war danach von 1848 bis 1861 als Verwalter des Landguts seiner Familie in Bonnefontaine bei Givisiez im Saanebezirk tätig.
Er war von 1854 bis 1880 im Verwaltungsrat der Hypothekarkasse und von 1861 bis zu seinem Tod Verwaltungsratspräsident der Freiburger Kantonalbank.
1858 war er im Verwaltungsrat der Genève–Versoix-Bahn (siehe Chemin de fer Genève–Versoix). Von 1861 bis 1872 war er im Verwaltungsrat und in der Direktion der Lausanne-Freiburg-Bern-Bahn und in dieser Zeit 1861 sowie von 1865 bis 1872 deren Präsident; dazu war er im Verwaltungsrat und in der Direktion der Oronbahn (siehe Chemin de fer Lausanne–Fribourg–Berne).
Von 1865 bis 1871 und von 1875 bis zu seinem Tod war er im Verwaltungs- und Oberaufsichtsrat der Compagnie de la Suisse Occidentale, den er 1866 präsidierte; 1875 wurde er Präsident der Statutenrevisionskommission und war im selben Jahr sowie 1877 Präsident der Generalversammlung.
Er wurde 1875 Vizepräsident der Simplonbahngesellschaft (siehe Compagnie du Simplon) und er war Geschäftsführer der Société de Commerce La Gruyérienne, die auf den Kauf und die Vermarktung von Käse spezialisiert war, dazu war er Sekretär der Société fribourgeoise d’agriculture.
In der Schweizer Armee erreichte er den Dienstgrad eines Majors und war 1859 Bataillonskommandant des Bataillons Nr. 118 und später des Elitebataillons 56.
Politisches und gesellschaftliches Wirken
Louis de Weck-Reynold war 1847 Sekretär der Allgemeinen Verwaltung und der Armenpflege der Stadt Freiburg.
Nachdem der Freiburger Grosse Rat und die Regierung auf einer Konferenz der zum Bistum Lausanne gehörigen Kantone eine Neuorganisation der Diözese vorgeschlagen hatten, die den Bischof von den Regierungen abhängig gemacht hätte, erhoben die Ultramontanen am 24. Oktober 1848 einen Aufstand, worauf Truppen von Bern und Waadt den Kanton besetzten und das Volk entwaffneten. Inzwischen gründete der Freiburger Grosse Rat aus dem konfiszierten Vermögen der Klöster eine Irrenanstalt, ein Altersheim, eine Rettungsanstalt, ein Arbeitshaus und ein Kantonsspital. Dies führte in den darauffolgenden Jahren zu einem zweiten und dritten «Putsch», die jedoch scheiterten. In diesem Zusammenhang wurden sowohl Louis de Weck-Reynold als auch sein Bruder Rodolphe, sein Vater, seine Mutter und sein Schwiegervater im August 1850 verhaftet und inhaftiert. Seine Mutter und er wurden erst im November desselben Jahres entlassen.