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Louis-Nicolas Vauquelin

Französischer Apotheker und Chemiker

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Louis-Nicolas Vauquelin (auch Nicolas-Louis Vauquelin, * 16. Mai 1763 in Saint-André-d’Hébertot (Normandie); † 14. November 1829 ebenda) war ein französischer Apotheker und Chemiker.

Louis-Nicolas Vauquelin war der Sohn von Nicolas Vauquelin (1729–1782) und seiner Ehefrau Catherine le Chartier (1728–1820). Schon in seiner frühen Kinder- und Jugendzeit arbeitete er als Landarbeiter auf einem Gutshof, den sein Vater verwaltete.

Seine erste Bekanntschaft mit der Chemie machte Vauquelin in einer Apotheke in Rouen, wo er von 1777 bis 1779 als Laborassistent arbeitete und eine Apothekerlehre absolvierte. Nach mehreren Wechseln war er von 1783/1784 bis 1791/1792 Assistent des Chemikers Antoine François de Fourcroy in Paris.

1791 wurde er Mitherausgeber der Annales de chimie. 1809 wurde er als Nachfolger von Fourcroy Professor an der Sorbonne. Dort bildete er viele bekannte Chemiker aus, wobei er neben Vorlesungen auch praktische Laborkurse gab.

Er war zeitweise Generalinspekteur für Bergbau. Er lehrte an der Ecole des Mines, an der École polytechnique, am Jardin des Plantes (Muséum national d’histoire naturelle) und am Collège de France. Außerdem hatte er weitere hohe Ämter, zum Beispiel bei der Kontrolle der Apotheken und als Sachkundiger für Gold- und Silberanalyse.

1828 wurde er Mitglied der Abgeordnetenkammer des französischen Parlaments. Im November 1829 verstarb Vauquelin während eines Besuches in seiner Heimatstadt.

Seine Veröffentlichungen beschreiben meist aufwendige Trennungsgänge und Analysen. Durch seine analytischen und präparativen Arbeiten bereicherte Vauquelin die Chemie sowie die Mineralogie seiner Zeit. Neben Joseph Louis Gay-Lussac, Claude Louis Berthollet, und François Antoine Henri Descroizilles gehörte er zu den Pionieren der Titrimetrie. Auch der Gravimetrie als analytischer Methode verhalf er neben Martin Heinrich Klaproth und Richard Kirwan zu neuem Ansehen. Wichtig war vor allen Dingen seine „Beschreibungswut“, mit der er Erkenntnisse und Methoden schnell verbreitete und nachvollziehbar machte.

1797 entdeckte Vauquelin unabhängig von Klaproth das Element Chrom im Rotbleierz (Krokoit), einem sibirischen Erz. Präparative Arbeiten zur Darstellung von Chromverbindungen wie Kaliumdichromat und Bleichromat schlossen sich an. Ein Jahr später wies er nach, dass Beryll das neue Element Beryllium enthält. Gemeinsam mit Fourcroy untersuchte er Rohplatinerz. Allerdings kam ihnen Smithson Tennant bei der Entdeckung des Osmiums und Iridiums zuvor.

Neben wichtigen mineralogischen Untersuchungen gelang ihm die Isolierung der Hippursäure (1797), des Harnstoffs aus Tierharn (1800), des Asparagins aus Spargel (1805 zusammen mit Pierre-Jean Robiquet, womit sie die erste Aminosäure entdeckten), der Chinasäure (1,3,4,5-Tetrahydroxycyclohexancarbonsäure) aus Chinarinde (1806) (anderen Quellen zufolge: Hoffmann) und der Fumar- und Maleinsäure (1817). Gemeinsam mit Jöns Jacob Berzelius bestimmte er die Zusammensetzung des von Wilhelm August Lampadius 1796 erstmals hergestellten Kohlenstoffdisulfids (CS2).

1791 wurde er Mitglied der Académie des Sciences. 1808 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. 1812 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt. 1816 wurde er Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Am 1. Juni 1820 wurde er Mitglied („Fellow“) der Royal Society of Edinburgh. Am 11. Dezember 1823 wurde Vauquelin als Auslandsmitglied (Foreign Member) in die Royal Society gewählt. Seit 1826 war er auswärtiges Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften.

Instruction sur la combustion des végétaux, la fabrication du salin, de la cendre gravelée, et sur la manière de saturer les eaux salpêtrées. A. Vauquer et Lhéritier, Tours 1794 (Digitalisat) – mit Trusson.

Instrucçao sobre a combustaõ dos vegetaes […]. In: José Mariano da Conceição Vellozo (Hrsg.) Alographia dos alkalis fixos. Teil 1, Lissabon 1798, S. 159–184 (Digitalisat).

Manuel de l’essayeur. Bernard, Paris 1799 (Digitalisat).

Neuausgabe, J. Klostermann, Paris 1812 (Digitalisat).

Neuausgabe: Manuel complet de l’essayeur. Paris 1836 (Digitalisat) – überarbeitet von Armand-Denis Vergnaud (1791–1885).

Handbuch der Probirkunst. Friedrich Nicolovius, Königsberg 1800 (Digitalisat) – übersetzt von Friedrich Wolff (1766–1845), mit Anmerkungen von Martin Heinrich Klaproth.

Manual del ensayador de oro, plata y otros metales. Paris 1826.

Encyclopédie méthodique. Chimie et de métallurgie. Band 6, Paris 1815 (Digitalisat) – als Herausgeber mit Antoine François de Fourcroy.

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