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Louis-Nicolas Clérambault

Französischer Violinist und Komponist des Barock

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Louis-Nicolas Clérambault oder nur Nicolas Clérambault (* 19. Dezember 1676 in Paris; † 26. Oktober 1749 ebenda) war ein französischer Komponist und Organist.

Louis-Nicolas Clérambault war Sohn von Dominique Clérambault (1644–1704), einem der Vingt-quatre Violons du Roy am Hofe Ludwigs XIV. Er begann in früher Jugend mit dem Erlernen der Violine und des Cembalos. Orgelunterricht erhielt er von André Raison und Kompositionslehre von Jean-Baptiste Moreau (1656–1733). Im Alter von dreizehn Jahren komponierte er seine erste Grand Motet. Anschließend wurde er Organist an der Kirche der Grands-Augustins und 1710 an Saint-Sulpice in Paris.

1705 kam Clérambault in den höfischen Dienst, wo er Konzerte organisierte und Kantaten schrieb. Nach dem Tode Ludwigs XIV. 1715 zog der Hof nach Paris. Clérambault arbeitete als Nachfolger von Guillaume Gabriel Nivers bei den Demoiselles de Maintenon an der königlichen Einrichtung Maison Royale de Saint-Louis in Saint-Cyr-l’École, einer Zuflucht für Töchter aus verarmtem Hochadel. Diese Schule war durch Madame de Maintenon, der Geliebten und späteren Ehefrau des Königs, ins Leben gerufen worden. Dort gab Clérambault Musikunterricht, spielte die Orgel und dirigierte mehrere Chöre.

Aus kompositorischer Sicht entwickelte er während dieser Zeit die typisch französische Kantate. Diese glich unter Clérambault einer Art Miniaturoper, meist für drei Gesangsstimmen mit Cembalo- und Gambenbegleitung, gelegentlich auch mit Violine und Flöte. Die Themen kamen zumeist – ganz nach dem Geschmack der Zeit – aus der griechischen Mythologie.

1719 folgte er seinem Lehrer André Raison als Organist an der jahrzehntelang im Umbau befindlichen Kirche Saint-Sulpice der Grands-Jacobins in der Rue Saint-Jacques, die 1745 neu geweiht wurde. Die Familie wohnte in der rue du Four im Stadtteil St. Germain-des-Prés und seine Nachbarn waren die Musikerkollegen Marc-Antoine Charpentier, André Campra, Jean-Philippe Rameau und Joseph Bodin de Boismortier. Seine beiden Söhne César und Évrard wurden beide Organisten und Komponisten.

Am 23. März 1737 wurde er in der Freimaurerloge Coustos-Villeroy initiiert, der Flötist Jacques-Christophe Naudot bürgte für ihn. Nach Clérambaults Tod übernahm sein Sohn César-François Nicolas (um 1705–1760) die Organistenstelle, nach dessen Tod der jüngere Bruder Évrard-Dominique Clérambault (1710–1790).

2010 wurde der Asteroid (14411) Clérambault nach Louis-Nicolas Clérambault benannt.

Auflistung der Manuskripte und veröffentlichten Werke aus der „Bibliothèque Nationale de France“ in Paris. (Anmerkung: Bei Stimmen für Flöte ist häufig die flûte allemande, also die Traversflöte, gemeint)

Pour la sainte Vierge, Motette

Domine für vier Stimmen und Instrumente

Domine für drei Stimmen und zwei Violinen

Prière pour le roy („Gebet für den König“)

Sept Sonates et Symphonies für eine oder zwei Violinen und Bass (im italienischen Stil)

1697–1714: Acht Arien, veröffentlicht in verschiedenen Ausgaben der Recueils d’Airs sérieux et à boire de différents auteurs, hrsg. von Christophe Ballard, darunter:

C’en est fait, j’ay brisé ma chaine, air à boire („Trinklied“; November 1701)

Vuol parlar il mio cuore, für eine Stimme und zwei Instrumente (Recueil des meilleurs airs italiens qui ont été publics [sic!] depuis quelques années, 1708)

Hélas, la pauvre fille, elle a le mal de tout, Ariette für zwei Stimmen und Generalbass (Februar 1709)

Jugez de ma peine extrême (Juli 1710)

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