An diesem Tag

Louis-Antoine de Bougainville

Französischer Seefahrer und Schriftsteller

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Louis-Antoine de Bougainville (* 11. November 1729 in Paris; † 31. August 1811 ebenda) war ein französischer Offizier.

Bougainvilles Eltern waren Yves Pierre de Bougainville (1686–1754), ein Notar, und Marie Françoise Darboulin († 1734). Jean-Pierre de Bougainville und Marie Françoise Charlotte de Bougainville (1724–1813) waren seine Geschwister. Sein Vater wurde 1741 formell in den Adelstand erhoben, als er zum stellvertretenden Bürgermeister von Paris ernannt wurde.

1750 ist Bougainville als Mitglied des Regiments der Schwarzen Musketiere gelistet. 1753 wurde er Adjutant im Picardie-Regiment. Bougainville wurde General François de Chevert empfohlen und diente ab April 1754 als dessen Aide-de-camp. Im Oktober 1754 wurde er in London Sekretär des außerordentlichen Botschafters Gaston Pierre de Lévis. Im Februar 1755 kehrte Bougainville nach Frankreich zurück, wurde zum Leutnant des Apchon-Regiments (Régiment d’Apchon) befördert und nahm seinen Dienst für Chevert wieder auf. Am 27. Februar 1756 wurde er zum Capitaine befördert.

1754 und 1756 wurde sein zweiteiliger Traktat Traité du calcul intégral über Integral- und Differentialrechnung veröffentlicht.

Einsatz im „Franzosen- und Indianerkrieg“ (1756–1763)

Als Louis-Joseph de Montcalm zum Kommandant der französischen Truppen in Neufrankreich ernannt wurde, wurde Bougainville zu dessen Aide-de-camp. Von Brest aus verließen beide am 3. April 1756 an Bord der Licorne Frankreich. Bougainville, bis dahin ohne Kampferfahrung, nahm an zahlreichen Gefechten des Franzosen- und Indianerkrieges (1756–1763) teil. Im August 1756 war er an der Eroberung von Fort Oswego beteiligt und am 3. August 1757 an der von Fort William Henry. Am 8. Juli 1758 wurde Bougainville bei der Schlacht um Fort Carillon verwundet.

Im September 1758 entschieden Gouverneur Pierre de Rigaud de Vaudreuil und Montcalm einen Offizier nach Frankreich zu schicken, um über die aktuelle Lage zu berichten und um Unterstützung zu bitten. Die Wahl fiel auf Bougainville und Michel-Jean-Hugues Péan (1723–1782). Von Québec aus brach Bougainville am 15. November 1758 an Bord der Victoire, die unter dem Kommando von Nicolas Pierre Duclos-Guyot (1722–1794) stand, auf. Er landete Anfang 1759 in Morlaix. Bougainville wurde zum Oberst befördert und zum Ritter des Saint-Louis-Ordens ernannt, konnte aber in der Sache nur wenig ausrichten. Am 28. März 1759 machte er sich von Bordeaux aus mit der Chézine auf den Rückweg und war am 10. Mai wieder zurück in Québec.

Im Vorfeld der Belagerung von Québec (26. Juni bis 18. September 1759) wurde Bougainville kurz nach seiner Rückkehr gemeinsam mit Anne-Joseph-Hippolyte de Maurès de Malartic (1730–1800) beauftragt Verteidigungsstellungen rund um Québec auszukundschaften. Im Juni 1759 wurde er Kommandeur eines Lagers in Beauport. Nach dem erfolglosen Angriff der Engländer auf das Lager am Montmorency wurde Bougainville beauftragt die Versorgungswege zwischen Québec und Montreal zu sichern. Es gelang ihm Landungsversuche der Engländer in Pointe-aux-Trembles (Neuville), Deschambault und Saint-Augustin zu vereiteln. Am 13. September konnten die von James Wolfe geführten Truppen in der kleinen Bucht Anse au Foulon, unweit von Québec, Fuß fassen, die zur Schlacht auf der Abraham-Ebene führte, in die Bougainville nicht mehr eingreifen konnte. Die Anführer der Kontrahenten Wolfe und Montcalm starben während dieser Schlacht. Fünf Tage später kapitulierte die französische Garnison in Québec.

Im Winter 1759/1760 leitete Bougainville Operationen, die sich gegen die englische Garnison von Québec richteten. Anfang März 1760 ernannte ihn Vaudreuil zum Kommandeur eines Abschnittes um die Insel Île aux Noix im Fluss Richelieu. Von dort musste Bougainville sich am 27. August zurückziehen. Bei den Verhandlungen über die Übergabe Montreals an die Engländer fungierte er am 7. September als Bote zwischen Vaudreuil und Jeffrey Amherst. Bougainville wurde gefangen genommen. Nachdem er einen Eid geleistet hatte zukünftig nicht mehr militärisch aktiv zu werden, durfte er nach Frankreich zurückkehren.

Am 16. Februar 1761 wurde Bougainville von diesem Eid wieder entbunden. Im Juli 1761 wurde er zum Aide-de-camp von Étienne-François de Choiseul ernannt. Er wurde, wie François-Charles de Bourlamaque (1716–1764) und François-Gaston de Lévis, an die deutsche Front am Niederrhein geschickt, wo die französischen Truppen unter dem Kommando von Charles de Rohan standen. Im August 1761 wurde er dabei verwundet.

Versuchte Inbesitznahme der „Islas Malvinas“ (Falklandinseln)

Am 15. September 1763 verließen die 26-Kanonen-Fregatte Aigle und die 12-Kanonen-Korvette Sphinx den Hafen von Saint-Malo. Der Bau der beiden Schiffe wurde von der Anfang Februar 1763 gegründeten Compagnie de Saint-Malo finanziert, deren Hauptanteilseigner Bougainville selbst, sein Onkel, der jüngere Bruder seiner Mutter, Jean-Potentien Darboulin und sein Cousin Michel-Francois Bougainville de Nerville, ein Barrister, waren. Mit einer kleinen Einlage war ein Freund der Familie Bougainville, Claude-Henry Feydeau de Marville (1705–1787), beteiligt. Die Aigle stand unter dem Kommando von Nicolas Pierre Duclos-Guyot. Sein Bruder Alexandre Michel Duclos-Guyot war sein Stellvertreter. Der Benediktiner und Alchemist Antoine-Joseph Pernety (1716–1801) bekleidete den Posten des Schiffskaplans und den des Naturforschers, Anne-François-Victor L'Huillier de la Serre (1733–1790) den des Ingenieurgeographen. Die Sphinx wurde von Francois Chenard de la Giraudais (1727–1776) kommandiert. Charles-Malo Tison war sein Stellvertreter. Mit an Bord war eine Gruppe von zwei aus Akadien vertriebene Familien, die aus elf Personen bestand. Eine dritte Familie verließ die Aigle kurz vor der endgültigen Abreise.

Am 29. November sichtet die Aigle die vor der brasilianischen Küste gelegene Insel Santa Catarina. Am 28. Dezember lief die Aigle in den spanischen Hafen von Montevideo ein. Drei Tage später traf die an einem Felsen der Abrolhos-Inseln beschädigte Sphinx ebenfalls dort ein. Bei der am 2. Januar 1764 durch den spanischen Gouverneur José Joaquín de Viana durchgeführten Befragung über den Zweck seiner Reise blieb Bougainville vage. Für die Versorgung der geplanten Kolonie erwarb Bougainville Rinder, Schafe, Schweine sowie Pferde und verließ 14 Tage später Montevideo.

Am 3. Februar 1764 ankerten die Schiffe in der zu den Falklandinseln gehörenden Bucht Berkeley Sound. Dort gründete Bougainville die Siedlung Port Louis. In einer am 5. April durchgeführten Zeremonie wurde die gesamte Insel zum Besitztum Frankreichs erklärt. Drei Tage später trat Bougainville an Bord der Aigle die Rückreise nach Frankreich an, wo er am 25. Juni eintraf. Die Siedlung, die nun unter dem Kommando seines Cousins Michel-Francois Bougainville de Nerville stand, bestand zum Zeitpunkt seiner Abreise aus 29 Personen. Die Sphinx hatte die Siedlung bereits am 5. April verlassen, um nach Guadeloupe zu segeln. Sie kehrte am 28. August nach Frankreich zurück.

Im Jahr 1766 erhielt Bougainville von der französischen Regierung unter Ludwig XV. den Auftrag die Welt zu umsegeln. Zu dieser Zeit befanden sich die europäischen Seefahrer noch auf der Suche nach dem „Südkontinent“.

Zu Bougainvilles Weltumseglung gehörten die Fregatte Boudeuse und der Fleute Étoile, ein Versorgungsschiff. Am 1. November 1766 traf Bougainville in Begleitung des Prinzen von Nassau-Siegen in Nantes ein. Vier Tage später begaben sie sich auf der Loire über Paimbœuf nach Mindin, wo die Boudeuse auf die Reise vorbereitet wurde. Am 15. November stachen sie von Mindin aus in See. Zwei Tage später gerieten sie in einen heftigen Sturm, bei dem unter anderem der Hauptmast beschädigt wurde. Bougainville musste daher am 21. November in den Hafen von Brest einlaufen, um Reparaturen vorzunehmen. Zusätzlich zu den Reparaturen wurden einige Umbauten am Schiff vorgenommen. Am 5. Dezember begannen sie mit der Überquerung des Atlantiks. Die Étoile verließ am 1. Februar 1767 den Hafen von Rochefort. Mit an Bord waren der Naturforscher Philibert Commerson, dessen als Mann verkleidete Assistentin Jeanne Baret und der Astronom Pierre-Antoine Véron (1736–1770).

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