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Lou Scheper-Berkenkamp

Deutsche Malerin, Bauhausstudentin und Farbgestalterin

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Lou Scheper-Berkenkamp (* 15. Mai 1901 in Wesel als Hermine Luise Berkenkamp; † 11. April 1976 in Berlin) war eine deutsche Malerin, Farbgestalterin, Avantgardistische Kinderbuchautorin, Märchenbuchillustratorin und Kostümbildnerin.

Lou Scheper-Berkenkamp wurde am 15. Mai 1901 als Tochter von Adalbert Berkenkamp (1868–1947) und seiner Frau Laura Johanna Katharina Darmstädter (1872–1956) geboren. Sie hatte zwei Brüder Alfred (1896–1917) und Walter (1910–1994). Ihr Vater war, gemeinsam mit seinem Bruder, ihrem Onkel Heinrich, Leiter der Papierwaren- und Tütenfabrik in Wesel. Der Großvater Heinrich Berkenkamp hatte die Firma 1865 gegründet.

Die Schule und ihre Entdeckung

Sie absolvierte die Volksschule und besuchte anschließend vier Jahre ein Gymnasium. Weiterführend besuchte Lou die Viktoria-Schule in Essen, ein Mädchengymnasien mit fortschrittlichem Unterricht. Durch die Kunstlehrerin Margarete Schall (1896–1939) wurde ihr Talent für Farben und das Malen entdeckt.

Nach ihrem Abitur 1920 immatrikulierte sich Lou Berkenkamp am Bauhaus in Weimar und nahm Unterricht bei Johannes Itten, Lyonel Feininger, Paul Klee und Georg Muche. Nachdem sie den obligatorischen Vorkurs bestanden hatte, wechselte sie in die Werkstatt für Wandmalerei. 1922 verließ Berkenkamp das Bauhaus gemeinsam mit Hinnerk Scheper, einem Kommilitonen vom Bauhaus und heiratete ihn am 24. Dezember desselben Jahres. Berkenkamp lebte in den ersten Jahren ihrer Ehe, mit dem im November 1923 geborenen Sohn Jan Gisbert, bei ihren Eltern in Wesel. Erste Zeichnungen und illustrierte Bilderbriefe entstanden während dieser Zeit. Hinnerk Scheper war unterdessen an verschiedenen Orten als Farbgestalter tätig. 1925 wurde er als Meister der Wandmalerei ans Bauhaus in Dessau berufen. 1926 kam die gemeinsame Tochter Britta in Dessau zur Welt. Nach Weggang 1927 von Georg Muche, Meister für Holzschnitzerei, nach Berlin wurde eine Doppelhaushälfte in einem Meisterhaus frei und Familie Scheper konnte dort einziehen. Lou Scheper-Berkenkamp arbeitete – ohne Immatrikulation – in der Bühnenwerkstatt des Bauhauses unter der Leitung von Oskar Schlemmer mit. Einen wichtigen Bereich in Schlemmers Arbeit unterstützte Lou mit der Erarbeitung von Kostümen, Choreographien, Kulissen und Marionetten für „Triadisches Ballett“ (Uraufführung 1922 in Stuttgart, Weiterentwicklung durch Oskar 1926 mit Musik von Hindemith). Sie entwarf unter anderem Kostüme und Kulissen für die Stücke Ojdar und Zirkus und führte Regie. 1927 bis 1929 nahm sie an den Gemeinschaftsausstellungen des Bauhauses teil.

Von Juli 1929 bis August 1930 folgten die Schepers einem Ruf nach Moskau. Hinnerk Scheper sollte hier als Spezialist für Farbgestaltung eine „Beratungsstelle für Farbe in der Architektur und im Stadtbild“ (russisch Maljarstroj) für die gesamte Sowjetunion einrichten. Gemeinsam arbeiteten sie an den Farbplänen. Lou Scheper-Berkenkamp verfasste während dieser Zeit Beiträge für die deutschsprachige Wochenzeitschrift Moskauer Rundschau.

In ihren Beiträgen hielt sie mit künstlerischer Hand und sozialkritisch den Alltag der Menschen in der Großstadt fest. Im Dienste ihres Mannes veröffentlichte sie keine eigenen Werke in Moskau und unterstützte Hinnerk bei organisatorischen Problemen. Inspiriert von den Figuren des Triadischen Balletts einstanden Collagen aus den Grundformen Kreis, Dreieck und Quadrat. Mit ihrem abstrakten Schaffen richtete sie sich kritisch gegen die Normierung von Architektur und der Sowjetbürger. Sie malte das Straßenleben Moskaus mit Tusche und Deckfarben. So entstanden ironische Text- und gekonnte Bildgestaltungen.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Nach einem weiteren kürzeren Aufenthalt in Moskau 1931 kehrten die Schepers ans Bauhaus, unter dem neuen Leiter Ludwig Mies van der Rohe, in Dessau zurück. Als das Bauhaus 1932 umzog, siedelten sie mit in die Hauptstadt Berlin um.

Durch die sich zuspitzende politische Lage 1932 in Deutschland war an eine weitere Zusammenarbeit mit den sowjetischen Kollegen nicht mehr zu denken. Der rechtsgerichtete

Magistrat in Dessau, der seit 1931 führende Fraktion im Stadtrat war, kürzte alle Finanzmittel für das Bauhaus. Am 1. Oktober 1932 schloss unfreiwillig und unter politischem Druck das Dessauer Bauhaus. Es wurde als Gauführerschule der NSDAP genutzt.

Mies van der Rohe wollte mit eigenen Mitteln das Bauhaus in Berlin unter dem Titel „Freies Lehr- und Forschungsinstitut“ in der ehemaligen Steglitzer Telefonfabrik weiterführen, doch die Nationalsozialisten zwangen ihn, am 20. Juli 1933 das Institut zu schließen. Die Lehrer mussten sich von da ab mit Gelegenheitsarbeiten ihr Auskommen sichern.

Einige Bauhauskünstler emigrierten nach Palästina und in die USA.

Seit der Schließung des Berliner Bauhauses 1933 arbeitete Lou Scheper-Berkenkamp als freie Malerin in Berlin. 1938 wurde der Sohn Dirk in Berlin geboren. Lou begleitete Hinnerk auf seinen „Norddeutschen Reportage-Reisen“ und schrieb Texte für seine verschiedenen Landschaftsfotoserien. Repressionen 1934 gegen ihren Ehemann Hinnerk, dem der Eintritt in den Reichsverband deutscher Bildberichterstatter durch die Nationalsozialisten verboten wurde, ließen auch diese Einnahmequelle für die Familie versiegen. So konzentrierten sie sich auf die farbliche Ausgestaltung öffentlicher Häuser, von Wandbildern und auf Restaurierungsarbeiten. Von 1942 bis 1945 leistete Scheper Kriegsdienst in Deutschland. Lou versorgte in dieser Zeit die Familie alleine. Sie erfand Bildergeschichten, die als Kinderbücher aber erst 1948 im Leipziger Ernst Wunderlich Verlag erschienen. In völliger Zurückgezogenheit überstand die Familie die Kriegsjahre.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Lou Scheper-Berkenkamp erlebte zusammen mit ihren Kindern Britta, Jan Giesbert, Dirk und ihren Eltern, deren Haus in Wesel durch den Krieg zerstört worden war, das Kriegsende in Badbergen.

Der Berliner Magistrat ernannte Hinnerk Scheper 1945 zum Denkmalspfleger und Landeskonservator von Berlin, und seine Frau unterstützte ihn bei seiner Arbeit.

Der Neuanfang der Dichtermalerin

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