Lotte Ranft, geborene Berger (* 30. September 1938 in Berlin; † 14. März 2026 in Salzburg), war eine österreichische Bildhauerin, Malerin und Grafikerin. Sie lebte und arbeitete in Salzburg.
Lotte Ranft wurde zwar in Berlin geboren, war aber Österreicherin. Ihre Eltern stammten aus Tirol, ihr Großvater (der bereits vor ihrer Geburt starb) war der Autor und Maler Karl Berger. Sie wuchs in Innsbruck in einer kunstinteressierten Familie auf, die Freundschaften zu bekannten Malern wie Hans Weber-Tyrol pflegte. Nach dem Erlangen der Matura in Innsbruck studierte sie Maschinenbau an der Technischen Universität Wien. Die dabei gewonnenen Kenntnisse wirkten sich später auf ihre Arbeit als Bildhauerin aus.
Sie heiratete einen Arzt und lebte mit ihm in Bad Gastein. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Nach dem frühen Tod ihres Mannes wandte Lotte Ranft sich Ende der 1960er Jahre der bildenden Kunst zu. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck und Aktmalerei bei Herbert Boeckl und Claus Pack an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Weiters besuchte sie die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, wo Oskar Kokoschka, Claus Pack (Malerei), Wander Bertoni und Francesco Somaini (Bildhauerei) zu ihren Lehrern gehörten. Am Mozarteum in Salzburg erlangte sie 1976 das Diplom im Fach Bühnenbild und schloss als Magistra artium ab. Danach war sie dort bis 1991 als Lehrbeauftragte tätig. Parallel dazu erteilte sie von 1973 bis 1981 Kunst- und Werkunterricht am Bundes-Oberstufenrealgymnasium in Salzburg. 1991 wurde ihr der Professorentitel verliehen.
Ab 1991 wirkte Lotte Ranft als freischaffende Künstlerin mit einer Werkstattgalerie im Salzburger Stadtteil Nonntal. Sie zeigte ihre Werke auf verschiedenen Ausstellungen, teilweise zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem Juwelier Volker Ranft. 2013 fand anlässlich ihres 75. Geburtstages eine Einzelausstellung im Salzburg Museum statt.
Als Bildhauerin gestaltete Lotte Ranft Bronzeplastiken, welche oft mit einer Hochglanzpolitur versehen sind. Charakteristisch für ihre Arbeiten waren ausladende Volumen, Rundungen statt Kanten und gewagte Gewichtsverteilungen bei einem angestrebten Anschein von Grazie und Leichtigkeit. Sie realisierte eine Reihe von Skulpturen im öffentlichen Raum, teils im Rahmen gewonnener Wettbewerbe. Zu ihren bekanntesten Werken gehört der Radfahrer am Makartsteg in Salzburg (1992).
In den 1980ern malte Ranft neben der Bildhauerei zunächst Aquarelle und seit ca. 1990 Acrylgemälde. Als Thema wählte sie dabei insbesondere Erscheinungsweisen und existentielle Gegebenheiten des Weiblichen. Zu ihrem Gesamtwerk gehören außerdem Druckgrafiken, wobei sie vor allem die Carborundum-Radierung einsetzte.
Der Kunsthistoriker Nikolaus Schaffer bezeichnete Ranft aufgrund ihrer Etabliertheit und ihres künstlerischen Profils als „Klassikerin innerhalb der Salzburger Kunstszene“.
Die Trauernde, 1975, Büste, Museum Carolino Augusteum
Daphne, 1987, in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg
Das große Lebensspiel, 1989, teilweise bemalt, Höhe 5 m, vor Kinder- und Jugendchirurgie des Uniklinikum Salzburg
Radfahrer, 1992, Makartsteg, Salzburg
Goldene Eule, teilvergoldet, ab 1994 vom Institut für Spielforschung und Spielpädagogik als Preis verliehen
Christian-Doppler-Denkmal, 1995, Flughafen Salzburg sowie 1996 Christian-Doppler-Klinik, Salzburg
Tassilo-Denkmal, 2001, vor Stift Mattsee, Salzburg
Große Kaffeebohne, 2009, Sandtorpark, Hamburg
Galene 2012, 2014, Höhe 2,30 m, Jeanne-Kahn-Foyer der Großen Universitätsaula, Universität Salzburg
Schloß Kleßheim, 1982, Aquarell, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Wandmalerei Hort Lehen, 1993, Salzburg