An diesem Tag

Lonnie Frisbee

Amerikanischer Evangelist

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Lonnie Ray Frisbee Anm.1 (* 6. Juni 1949 in Costa Mesa Anm.2; † 12. März 1993 in Orange County) war ein amerikanischer Hippie und Evangelist. Er war eine Schlüsselfigur der Jesus-People. Als Straßenprediger zu den Hippies, der selber Hippie war, trug er maßgeblich zum Aufstieg von Chuck Smiths Calvary Chapel bei. Mit seiner pfingstlerischen Betonung der Geistesgaben („Zeichen und Wunder“) machte er sich im gleichen Umfang beim Aufstieg von John Wimbers Vineyard-Bewegung verdient. Nachdem seine Homosexualität erneut bekannt geworden war, wurde er von bisherigen Weggefährten verleugnet und aus der Geschichtsschreibung getilgt. Er starb an AIDS. Markus Spieker bezeichnet Frisbee als einen der einflussreichsten Christen des 20. Jahrhunderts, und dennoch ist er aus den „frommen Annalen“ verschwunden.

Frisbee wurde mit Klumpfuß geboren und wuchs in einer Ein-Eltern-Familie auf. Laut seinem Bruder wurde er vergewaltigt, als er acht Jahre alt war. Sein Vater brannte mit einer verheirateten Frau durch, woraufhin seine Mutter den verlassenen Ehemann ausfindig machte und heiratete. Durch seine Großmutter wurde Frisbee mit dem klassischen Pfingstlertum vertraut gemacht. Er zeigte großes Interesse für Kunst und für Kochen. Seine Gemälde wurden ausgezeichnet, und einmal trat er in der Fernsehsendung Shebang als Tänzer auf. Er wies Bohème-Charakterzüge auf und lief häufig von zu Hause weg. Seine Schulbildung war dürftig, lesen und schreiben konnte er nur mit Mühe.

Wie viele Zeitgenossen nahm Frisbee Marihuana und LSD zur Selbstfindung.

Er experimentierte mit Hypnose und nannte sich ein „FKK-vegetarischer Hippie“.

Häufig las er während LSD-Trips in der Bibel. Einmal, als er sich zwecks Drogenkonsum mit einer Gruppe Hippies beim Wasserfall Tahquitz Falls nahe Palm Springs aufhielt, malte er ein Jesus-Bild an einem Felsen, las aus der Bibel über Johannes den Täufer vor und taufte dann die Gruppe im Fluss. Bei einem weiteren LSD-Trip am gleichen Ort hatte er eine Vision von Jesus, der ihm gezeigt habe, wie er (Frisbee) vor einer riesigen Menschenmenge, die den Herrn nach Erlösung anrief, das Evangelium predigte. Dies war zu viel für seine Freunde und Familie, daher zog er als Kunststudent nach San Francisco.

Dort traf er Ted Wise von Evangelical Concerns, die erste christliche Mission für Hippies, die in Haight-Ashbury ein Kaffeehaus namens Living Room Anm.3 und in Novato eine Kommune namens House of Acts Anm.4 betrieb.

Beim ersten Treffen mit Wise erzählte Frisbee davon, dass Jesus mit einer fliegenden Untertasse angekommen sei. Frisbee zog in das House of Acts ein. Indem er mit den Hausbewohnern die Bibel las, wurden seine Ansichten orthodoxer. Er holte Connie Bremer, eine Freundin aus seiner Heimatstadt, nach San Francisco und bekehrte sie. Das Paar wohnte platonisch im House of Acts zusammen und heiratete im April 1968.

Im Dezember 1965 war Chuck Smith Pastor einer von der Schließung bedrohten Kleinstgemeinde in Costa Mesa namens Calvary Chapel geworden. Durch seine Rundfunk-Predigten wuchs die Gemeinde auf fast 2000 Mitglieder an. Seine Ehefrau Kay half ihm, seine Abneigung gegen die Hippies von Huntington Beach zu überwinden und sie evangelisieren zu wollen. Über den Freund seiner Tochter lernte Smith Frisbee kennen, der im April 1968 auf der Durchreise war.

Frisbee war nicht nur Hippie, sondern erschien Smith auch als vom Heiligen Geist erfüllter Christ; Smith war überrascht, wie viel Liebe er ausstrahlte.

Daher setzte er Frisbee als inoffiziellen Missionar für die Hippies von Huntington Beach ein.

Im Mai 1968 zog auch Frisbees Frau Connie nach Costa Mesa nach.

Frisbee predigte den ganzen Tag und lud jeden zum abendlichen Bibelkreis.

Zunehmend gewann Frisbee Hippies für die Calvary Chapel. Diese brauchten nicht nur ein geistliches Programm, sondern auch Obdach und Verpflegung. Smith gründete das House of Miracles – die erste von vielen Calvary-Chapel-Kommunen – und setzte John Higgins Anm.5 und die Frisbees als Leiter ein.

Frisbee war die Schlüsselfigur für das starke Wachstum der Calvary Chapel zu jener Zeit.

Er entstammte der gleichen Gegenkultur wie viele seiner Hörer.

Besonders sein Mittwochabend-Bibelkreis war ein Magnet für junge Leute.

Selbst seine Freunde aus San Francisco waren erstaunt, wie erfolgreich er wirkte: Er sehe genau wie Jesus aus, seine Ansprache wirke hypnotisch, vielleicht sei es nur der Heilige Geist. Auch andere Zuhörer fanden die meisten Einzelaspekte seines Wirkens schlecht, das Gesamtergebnis aber sehr überzeugend.

Eine Person, die er bekehrte, war Greg Laurie. Anm.6

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