Die Lombardei (italienisch Regione Lombardia, lombardisch Regiun Lumbardia) ist eine norditalienische Region mit einer Fläche von 23.863 km² und 10.065.694 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025). Sie ist in die elf Provinzen Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Lecco, Lodi, Mantua, Monza und Brianza, Pavia, Sondrio, Varese und in die Metropolitanstadt Mailand aufgeteilt. Sie liegt zwischen Lago Maggiore, Po und Gardasee. Die größte Stadt der Region ist die Hauptstadt Mailand (italienisch Milano). Die zweitgrößte Stadt ist Brescia.
Die lombardische Sprache stellt eine Gruppe von verwandten Sprachvarietäten dar, die in der Lombardei, in den piemontesischen Provinzen Verbano-Cusio-Ossola und Novara, im Trentino, im Tessin und in den Südtälern Graubündens gesprochen werden. Sie zählt zu den romanischen Sprachen.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verstand man unter „Lombardei“ nicht nur die heutige Region Lombardia, sondern den gesamten Nordwesten Italiens, insbesondere einschließlich des Piemonts und Genuas und des schweizerischen Tessins. In deutschen Sagen wie z. B. der von Wolfdietrich wird für dieses Gebiet auch die Bezeichnung Lampartenland verwendet. Im 19. Jahrhundert verengte sich der Begriff auf das österreichische Kronland Lombardei, das etwa der heutigen Region entsprach.
Beschreibung: In Grün ein silbernes Wolkenkreuz nicht völlig als Andreaskreuz gelegt. Es stellt die Camunische Rose dar. Das Wappen wurde 1975 von Pino Tovaglia, Bob Noorda, Roberto Sambonet und Bruno Munari entworfen.
Der Name der Region leitet sich vom Namen des Volksstammes der Langobarden ab, der erstmals im frühen 1. Jhdt. n. Chr. von Velleius Paterculus erwähnt wird. Diese Bezeichnung lässt sich auf die urgermanischen Elemente langaz + bardaz zurückführen und würde dann wörtlich „Langbärte“ bedeuten. Nach Ansicht einiger Gelehrter leitet sich das zweite Element jedoch vom urgermanischen bardǭ bzw. barduz („Axt“) ab, das mit dem deutschen Wort Barte verwandt ist.
Im Jahr 568 fiel eine große Zahl langobardischer Krieger in Italien ein und gründete dort ein eigenes Königreich mit Pavia als Hauptstadt.
Die Lombardei grenzt im Norden an die Schweizer Kantone Tessin und Graubünden, im Osten an die italienischen Regionen Trentino-Südtirol und Venetien, im Süden an die Emilia-Romagna und im Westen ans Piemont.
Die Lombardei hat Teil an den großen norditalienischen Seen: dem Lago Maggiore (der die Grenze zum Piemont und zum Tessin bildet), dem Luganersee (Grenze zum Tessin), dem Comer See und Iseosee (beide vollständig lombardisch) und dem Gardasee (Grenze zu Trentino-Südtirol und Venetien).
Die Landschaftsformung ist sehr unterschiedlich: im Norden die alpinen Regionen etwa das Veltlin, im Süden die Poebene. Das gesamte Territorium entwässert über den an der südlichen Grenze in West-Ost-Richtung fließenden Po, dessen wichtigste Nebenflüsse auf lombardischem Gebiet der Ticino, die Adda, der Oglio und der Mincio sind.
Der höchste Gipfel ist der Piz Zupò (ital. Pizzo Zupò) mit 3995 m ü. M., der höchste Punkt jedoch der Punta Perrucchetti mit 4018 m s.l.m., der jedoch nicht als eigenständiger Gipfel gilt. Beide Punkte liegen in der Berninagruppe, ebenfalls über beide Gipfel verläuft die Grenze nach Graubünden. Den tiefsten Punkt bildet der Po mit ca. 13 m s.l.m. bei Sermide bei seinem Verlassen der Lombardei.
Die Lombardei umfasst viele Schutzgebiete. Das wichtigste ist der Nationalpark Stilfserjoch, der 1935 gegründet wurde – er ist der viertgrößte Naturpark Italiens und beherbergt eine typisch alpine Tierwelt wie Rotwild, Rehe, Steinböcke, Gämsen, Füchse, Hermeline und Steinadler. Ein weiterer bedeutender Park ist der Parco naturale lombardo della Valle del Ticino, der 1974 auf der lombardischen Seite des Flusses Ticino eingerichtet wurde, um eines der letzten großen Beispiele eines Auwalds in Norditalien zu schützen.
Weitere Parks in der Region sind der „Campo dei Fiori“ und der „Parco delle Cinque Vette“, die sich beide in der Provinz Varese befinden.
Im Jahr 2018 wurden der Parco naturale lombardo della Valle del Ticino, zusammen mit dem Nationalpark Val Grande und dem Regionalpark „Campo dei Fiori“, von das UNESCO-Biosphärenreservat „Ticino Val Grande Verbano“.Dieses umfasst ein Gebiet von über 3320 km² in der Lombardei und im Piemont und erstreckt sich bis zur Schweizer Grenze. Es schließt das gesamte Flusstal des Ticino bis zu seiner Mündung in den Po sowie den gesamten Bereich des Lago Maggiore mit den angrenzenden Ufergemeinden ein.
Das System der Schutzgebiete in der Lombardei besteht aus einem Nationalpark, 24 Regionalparks, 65 Naturschutzgebieten und 30 Naturdenkmälern. Insgesamt bedecken die Schutzgebiete mehr als 27 % des regionalen Territoriums.
Die Lombardei weist aufgrund von Unterschieden in der Höhenlage, der Nähe zu Binnengewässern und großen Ballungsräumen eine große Vielfalt an Klimazonen auf. Das Klima ist überwiegend Cf-Klimate (Effektive Klimaklassifikation Cfa), insbesondere in der Po-Ebene, allerdings mit deutlichen Abweichungen vom typischen Köppen-Modell – vor allem in den normalerweise langen, feuchten und kalten Wintern.
Es gibt große jahreszeitliche Temperaturschwankungen: In Mailand liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei 2,5 °C und im Juli bei 24 °C. Die Ebenen sind in den kältesten Monaten häufig von Nebel betroffen.
In den Alpenvorlanden mit Seeklima (Köppen Cfb) haben zahlreiche Seen einen mildernden Einfluss, was den Anbau typisch mediterraner Pflanzen wie Oliven und Zitrusfrüchte ermöglicht.
In den Hügel- und Gebirgsregionen herrscht ein feucht-kontinentales Klima (Köppen Dfb). In den Tälern ist das Klima relativ mild, während es in Höhenlagen über 1.500 m stark kalt werden kann und dort reiche Schneefälle auftreten. Die Niederschläge sind in der voralpinen Zone am intensivsten und erreichen jährlich bis zu 1.500 bis 2.000 mm. Aber auch in der Po-Ebene und den Alpenregionen sind sie reichlich vorhanden, mit einem jährlichen Durchschnitt von 600 bis 850 mm.