An diesem Tag

Lodovico Agostini

Italienischer Komponist, Sänger, Priester und Lehrer in der späten Renaissance

Anúncio

Don Lodovico Agostini (auch Ludovico Agostini, * 1534 in Ferrara; † 20. September 1590 ebenda) war ein italienischer Komponist, Sänger, Priester und Lehrer in der späten Renaissance am Hof Alfonsos II von Este.

Lodovico Agostini entstammt einer Familie mit hoher Bildungstradition und starken musikalischen Bezügen. Über sein Verwandtschaftsverhältnis zu Agostino Agostini († 1569), der als Sänger am Hof von Ferrara, aber auch als Geistlicher und Arzt nachgewiesen ist, bestehen widersprüchliche Angaben: lange Zeit wurde Lodovico als dessen Neffe angesehen, tatsächlich war aber wohl dessen illegitimer Sohn. Dem Zisterzienser und Chronisten Antonio Libanori (fl. 17. Jhdt.) zufolge zeigte Agostini als Knabe große stimmliche Begabung, er begann seine musikalische Laufbahn demnach vermutlich als Sänger in Ferrara. Einige Hinweise deuten auch auf Verbindungen nach Rom, wo in den 1560er Jahren seine ersten Kompositionen im Druck erschienen. Ab 1572 stand er in Kontakt mit der Leitung der Capella der Kathedrale von Ferrara, an welcher auch mehrere seiner Vorfahren in Diensten standen. Von 1578 bis zu seinem Tod 1590 war er am Hof in Ferrara angestellt. In den 1580er Jahren unterrichtete er Guglielmo Gonzaga in Musik und Komposition. Briefe und Widmungen seiner Werke bezeugen, dass er mit Geistesgrößen seiner Zeit wie Andrea Calmo, Torquato Tasso und Giovanni Battista Guarini in Kontakt stand.

Agostinis Werk spiegelt die stilistische Vielfalt des musikalischen Geschmacks wieder, der am Hofe Alfonsos II. d’Este herrschte. In seiner sorgfältigen Textbehandlung und der chromatischen Ausdrucksfähigkeit scheint er die Klangwelt Claudio Monteverdis vorwegzunehmen, in der Textauswahl seiner Villolletten-Sammlungen zeigt sich eine der Musica reservata verpflichtete kritische Haltung, die ihn als Vorläufer von Orazio Vecchi erscheinen lässt. In anderen Werken wiederum bedient er sich eher veralteter Stilmittel, die der strengen Logik der flämischen Polyphonie entsprungen scheinen.

Le lagrime del peccatore a sei voci […] libro quarto, op. XII, 1586

Weltliche Madrigale, Canzonetten u. a.

Occhi soavi e belli, Madrigal in: Il terzo libro delle Muse a quattro voci. Madrigali ariosi, Rom 1562

Musica […] sopra le rime bizzarre di M. Andrea Calmo e altri autori a 4 voci, Mailand 1567

Musica […] il primo libro de madrigali a cinque voci, 1570

Enigmi musicali […] il primo libro a sei con dialoghi a sette otto e dieci, 1571

Musica […] libro secondo de madrigali a quattro voci, 1572

Canones et echo sex vocibus […] eiusdem dialogi liber primus, 1572, bestehend aus:

Victoria in Bello Navali quo Selim Classis omnis funditus periit dum clamaremus ad Dominum

Victoria in Bello Navali quo Selim Classis omnis funditus periit Eleva domini brachium tuum

Gloria virorum Salve Francisce

Canzoni alla napolitana a cinque voci […] libro primo, 1574

4 Madrigale zu 4 St. in: I-MOe Ms. 1358 (datiert ca. 1580)

L’echo et enigmi musicali a sei voci […] libro secondo, 1581

madrigali […] libro terzo a sei voci, Ferrara 1582

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Lodovico Agostini | World in Stories