Lima ist die Hauptstadt des südamerikanischen Andenstaates Peru und die mit Abstand größte Stadt des Landes. Im Verwaltungsgebiet der Stadt, der Provinz Lima, leben 8.574.974 Menschen (Stand 2017). In der Konurbation Limas mit der Hafenstadt Callao leben insgesamt etwa 10.480.000 Einwohner. Beide Städte bilden die Metropolregion Lima (Área Metropolitana de Lima).
Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Lima liegt am Río Rímac am Fuße der trockenen Westflanke der zentralperuanischen Anden. Nach Javier Pulgar Vidal befindet sich das Stadtzentrum in der geographischen Zone der Chala, auf rund 160 Metern über dem Meeresspiegel. Das Siedlungsgebiet der Stadtregion erstreckt sich bis in die Höhenzone der westlichen Yunga (ab 500 Metern) und erreicht bei Chosica eine Höhe von knapp 1.000 Metern (Chosicas Hauptplatz befindet sich auf rund 950 Metern).
Das Verwaltungsgebiet der Stadt ist mit der Provinz Lima (auch „Municipalidad Metropolitana de Lima“) identisch und hat eine Fläche von 2.672,28 Quadratkilometern (zum Vergleich: Saarland = 2.568,65 Quadratkilometer). Davon gehören 825,88 Quadratkilometer (30,9 Prozent) zur Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform), 1.846,4 Quadratkilometer (69,1 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Die Metropolregion Lima (Área Metropolitana de Lima) umfasst die 43 Bezirke der Region Lima Metropolitana und die sechs Bezirke der Region Callao. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 2.819,26 Quadratkilometer.
Das Stadtgebiet (área urbana) von Lima besitzt eine Ausdehnung von etwa 60 Kilometern in Nord-Süd-Richtung und rund 30 Kilometern in Ost-West-Richtung. Das dicht bebaute Stadtgebiet wird im Norden grob durch den Fluss Río Chillón und im Süden durch den Fluss Río Lurín begrenzt, im Osten durch den Zusammenfluss des Río Santa Eulalia mit dem Hauptfluss Río Rímac. Das Stadtzentrum befindet sich etwa 10 Kilometer Luftlinie landeinwärts am Río Rímac, welchem auch die peruanische Eisenbahn – die zweithöchstgelegene der Welt (höchste ist die Lhasa-Bahn) – und die Hauptstraße in Richtung Ticliopass (4.781 Meter) folgen, dem Hauptzugang zum von den Anden geprägten Zentralland Perus.
Der Río Rímac hat für Lima größte Bedeutung. Er führt der Stadt Trinkwasser aus reinem Gletscherwasser zu. Der Rückzug des Gletschers, der vermutlich durch den Klimawandel bedingt ist, führt dazu, dass es vorübergehend mehr Wasser gibt. Wären die Gletscher nicht mehr vorhanden, versiegte der Fluss und damit die Lebensgrundlage der Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region. Zudem stellt das gesamte Einzugsgebiet des Río Rímac durch seine Wasserkraft (beispielsweise die Elektrizitätswerke von Huampaní, Matucana und Huinco) einen Großteil der Elektrizitätsversorgung für die Stadt sicher.
Das Verwaltungsgebiet der Stadt ist mit der Provinz Lima identisch. Diese gliedert sich in 43 Bezirke (Distritos). Davon entfallen 30 auf die Kernstadt. Diese sind (* Siedlungszentrum unter anderem Namen):
Ate (*Vitarte), Barranco, Breña, Cercado de Lima, Chorrillos, Comas, El Agustino, Independencia, Jesús María, La Molina, La Victoria, Lince, Los Olivos, Magdalena del Mar, Miraflores, Pueblo Libre (*Magdalena Vieja), Puente Piedra, Rímac, San Borja, San Isidro, San Juan de Lurigancho, San Juan de Miraflores, San Luis, San Martin de Porres, San Miguel, Santa Anita, Santiago de Surco, Surquillo, Villa El Salvador und Villa María del Triunfo.
13 Bezirke Limas liegen außerhalb der Kernstadt in den Vorstädten und ländlichen Gebieten. Diese sind: Ancón, Carabayllo, Chaclacayo, Cieneguilla, Lurigancho (*Chosica), Lurin, Pachacámac, Pucusana, Punta Hermosa, Punta Negra, San Bartolo, Santa Maria del Mar und Santa Rosa.
Siehe auch: Liste der Stadtbezirke von Lima
Die Stadt befindet sich in der tropischen Klimazone und wird ebenfalls von Carl Troll als tropisch eingeordnet. Auf eine nähere Klimaklassifikation geht die effektive Klimaklassifikation von Koeppen ein, demnach besitzt Lima ein heißes Wüstenklima (BWh), welches typisch für die peruanische Küstenwüste ist. Ebenfalls weist die jährliche Temperaturamplitude von nur 5 Grad Celsius auf ein typisch tropisches Klima hin. Dennoch sind Temperaturwerte und Sonnenstunden für eine in den Tropen gelegene Stadt sehr niedrig. Ein Grund für diese Werte ist der relativ kalte Humboldtstrom, der das Land abkühlt. Ebenso sorgt dieser im Winter als Folge von Kondensation des Wasserdampfes in der Luft über dem relativ kalten Ozean für dichten Küsten- oder Hochnebel, der die ganze Stadt von Mai bis Oktober einhüllen kann. Die daraus resultierende geringere Sonneneinstrahlung trägt zu den niedrigeren Temperaturen noch zusätzlich bei. Besonders deutlich wird das im Vergleich von Winter und Sommer (Juli und Januar). Während die Sonne im Juli durchschnittlich nur 28,6 Stunden scheint, gibt es im Januar etwa 179,1 Sonnenstunden, durchschnittlich 1284 Sonnenstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt der Sonnenscheine in Berlin liegt bei 1625,6 Stunden.
Der Sommer (Dezember bis März) ist in Lima durch anhaltenden Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen gekennzeichnet. Der wärmste Monat ist der Februar mit einem Durchschnittswert von 22,3 Grad Celsius, während im Winter (kältester Monat August) die durchschnittliche Temperatur auf 15,1 Grad Celsius fällt. Die ganzjährige Durchschnittstemperatur beträgt dabei 18,2 Grad Celsius. Die Sonnenscheindauer über das ganze Jahr beträgt etwa 1.284 Sonnenstunden, die hauptsächlich im Sommer liegen. Das sind außergewöhnlich niedrige Werte für die geographische Breite der Stadt. Aufgrund des Wüstenklimas fällt kaum Regen, dieser ist mit 13 Millimeter Niederschlag pro Jahr äußerst gering. Es kommen aber auch längere Perioden mit überhaupt keinem Niederschlag vor.
Während der Kolonie war sie als „Königliche Standarte der Stadt der Könige von Lima“ bekannt. Sie war aus goldfarbenem Seidenstoff gefertigt und in der Mitte mit dem Stadtwappen bestickt. Laut den Protokollen des Cabildo wurde am 2. Januar 1549 eingeführt.
Das Wappen von Lima wurde von der spanischen Krone am 7. Dezember 1537 durch einen in Valladolid von Karl V. (HRR) und seiner Mutter, Königin Johanna von Kastilien, unterzeichneten Wappenbrief verliehen. Es besteht aus einem azurblauen Hauptfeld mit drei goldenen Königskronen in einem Dreieck und einem goldenen Stern darüber, der die drei Kronen mit seinen Spitzen berührt, sowie goldenen Buchstaben in der Spitze, die lauten: „Hoc signum vere regum“: Hoc signum vere regum est (Dies ist das wahre Zeichen der Könige). Auf der Außenseite des Schildes stehen die Initialen I und K (Ioana und Karolus), die Namen der Königin Johanna und ihres Sohnes Karl V. Über den Buchstaben befindet sich ein Stern, der von zwei gekrönten, schwertschwingenden Adlern mit folgendem Wappen umgeben ist.
Die Hymne von Lima wurde am 18. Januar 2008 in einer feierlichen Sitzung in Anwesenheit des damaligen peruanischen Präsidenten Alan García, des Bürgermeisters Luis Castañeda Lossio und verschiedener Behörden zum ersten Mal gesungen. Verantwortlich für die Erstellung der Hymne waren die Stadträte Luis Enrique Tord (Texter), Euding Maeshiro (Komponist der Melodie) und der Musikproduzent Ricardo Núñez (Arrangeur).
Die Stadt Lima erhielt ihren Namen aufgrund ihrer indigenen Wurzeln; der Name stammt vermutlich vom Jaqaru-Wort lima – limaq oder limaq – wayta, das „gelbe Blume“ bedeutet. Eine zweite Möglichkeit ist, dass der Name sich vom Quechua-Wort rimaq (bzw. Wanka limaq) herleitet, das übersetzt „Sprecher“ bedeutet. Hierfür spricht die Tatsache, dass der Fluss, an dem die Stadt liegt, Río Rímac (Quechua: Rimaq) heißt.
Obwohl die Geschichte der Stadt Lima mit ihrer Gründung durch die Spanier im Jahr 1535 beginnt, war das Gebiet, das von den Tälern der Flüsse Rímac, Chillón und Lurín gebildet wird, von vorinkaischen Siedlungen besetzt, die unter der Herrschaft der Ichma standen. Es war die Lima-Kultur, die in diesen Gebieten eine Identität schuf und formte, was sich im archäologischen Komplex von Maranga in Lima widerspiegelt, einem der wichtigsten im Rimac-Tal. Bedeutende Heiligtümer bestanden in Lati (dem heutigen Puruchuco) und in Pachacámac, dem wichtigsten Wallfahrtsort der Inkazeit, der vom 3. bis zum 15. Jahrhundert von mehreren Zivilisationen erbaut und bis zur Ankunft der spanischen Eroberer genutzt wurde. Pachacámac ist der größte Tempel für den Schöpfergott Pachakamaq.