Sir Lewis Carl Davidson Hamilton, MBE, HonFREng (* 7. Januar 1985 in Stevenage, Hertfordshire, England) ist ein britischer Automobilrennfahrer.
Hamilton wurde 1998 ins Förderprogramm des Formel-1-Rennstalls McLaren aufgenommen. Er gewann 2005 die Formel-3-Euroserie und 2006 die GP2-Serie. Seit 2007 startet er in der Formel 1. Von 2007 bis 2012 ging Hamilton für McLaren an den Start. Schon im ersten Jahr wurde er auf Anhieb Vizeweltmeister und 2008 der zu diesem Zeitpunkt jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Von 2013 bis 2024 trat Hamilton in der Formel 1 für Mercedes an. Für diesen Rennstall gewann er 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2020 sechs weitere Weltmeistertitel, damit ist er mit sieben Titeln zusammen mit Michael Schumacher Rekordweltmeister. Darüber hinaus hält Hamilton unter anderem die Rekorde für die meisten Siege, Podien, Pole-Positionen, gesammelte Weltmeisterschaftspunkte sowie Führungsrunden und ‑kilometer.
Seit der Saison 2025 startet er für die Scuderia Ferrari in der Formel 1.
Hamilton begann 1993 im Alter von acht Jahren mit dem Kartsport. Er durchlief verschiedene Kategorien: Cadet (1995–1996), Junior Yamaha (1997), Junior Intercontinental A (1998–1999), Intercontinental A (1999) und Formel A (2000). Im Jahre 2000 ernannte ihn der British Racing Drivers’ Club zu einem „Rising Star“-Mitglied. Mit zehn Jahren bat er Ron Dennis, der damals Teamchef vom Formel-1-Rennstall McLaren war, um ein Autogramm und erzählte ihm, dass er später gerne für dessen Team fahren wolle. Bereits 1998 verpflichtete Dennis Hamilton für das McLaren driver development program. Der Vertrag beinhaltete zudem eine Option auf ein Formel-1-Cockpit.
Hamilton begann seine professionelle Rennkarriere im Formelsport im Winter 2001/2002 in der Winterserie der britischen Formel Renault, bevor er für zwei Jahre in die britische Formel Renault wechselte. Für Manor Motorsport startend gewann er, nachdem er 2002 den dritten Platz belegt hatte, 2003 den Meistertitel. Darüber hinaus trat er in beiden Jahren für einige Rennen in verschiedenen Rennserien, unter anderem der britischen Formel-3-Meisterschaft und dem Formel Renault 2.0 Eurocup, an. Im Formel Renault 2.0 Eurocup erzielte er insgesamt vier Podiums-Platzierungen – darunter einen Sieg – bei sechs Starts.
2004 wechselte Hamilton in die Formel-3-Euroserie. Mit einem Sieg auf dem Norisring belegte er am Saisonende den fünften Gesamtrang. Zum Ende der Saison verließ Hamilton Manor Motorsport und wechselte zum französischen Spitzenteam ASM Formule 3, mit dem er die Saison 2005 bestritt. Sein Teamkollege wurde Adrian Sutil, zu dem Hamilton bis Anfang 2012 ein freundschaftliches Verhältnis besaß. Hamilton, der die Saison dominierte, gewann 15 von 20 Rennen und sicherte sich damit den Meistertitel vor seinem Teamkollegen Sutil.
Für die Saison 2006 wechselte Hamilton in die GP2-Serie, die im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen wurde. Er blieb seinem Team, das in der GP2-Serie den Namen ART Grand Prix trug, treu. Hamiltons Teamkollege war Alexandre Prémat, der bereits eine Saison für ART Grand Prix in der GP2-Serie an den Start gegangen war. Hamilton übernahm das Cockpit von Nico Rosberg, der ein Jahr zuvor die Meisterschaft gewonnen hatte. Beim fünften Rennen auf dem Nürburgring gewann Hamilton sein erstes Rennen in der neuen Meisterschaft, obwohl er eine Durchfahrtsstrafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse absolvieren musste. Mit weiteren vier Siegen, unter anderem beim prestigeträchtigen Rennen auf dem Circuit de Monaco, und neun Podest-Platzierungen gewann Hamilton den Meistertitel vor Nelson Piquet junior.
Am 24. November 2006 bestätigte McLaren-Mercedes Hamilton offiziell als zweiten Fahrer neben dem damaligen Weltmeister Fernando Alonso und damit auch die eigene Förderpolitik der zurückliegenden Jahre. Laut Ron Dennis war Hamilton der einzige Fahrer auf dem Markt, der ihn nach dem Rücktritt Michael Schumachers und den Verpflichtungen Alonsos und Kimi Räikkönens wirklich beeindruckt hätte sowie auf dem Transfermarkt verfügbar gewesen sei: „Es gab niemanden, der wirklich brillierte. Lewis ist es wert, ihm die Chance zu geben, so dass er uns zeigen kann, zu was er in der Lage ist.“ Da Ron Dennis die Karriere Hamiltons schon seit rund zehn Jahren gefördert hatte, war der Einstieg des ersten schwarzen Rennfahrers in die Formel 1 für die Saison 2007 ein Thema der Medien. Bernie Ecclestone hatte schon seit Jahren davon gesprochen, dass ein schwarzer Fahrer und eine Frau das einzige seien, was der Formel 1 aus marketingtechnischen Gründen noch fehle. Hamilton wurde seither als „Tiger Woods der Formel 1“ bezeichnet.
Bei seinem ersten Formel-1-Rennen, dem Großen Preis von Australien am 18. März 2007, erreichte er gleich einen Podiumsplatz: Er überquerte hinter Räikkönen und Alonso als Dritter die Ziellinie, nachdem er im Rennen lange Zeit vor seinem Teamkollegen gelegen hatte. Damit war er der beste Debütant seit Jacques Villeneuve 1996, der damals in seinem ersten Rennen – ebenfalls in Melbourne – Zweiter wurde. Dass es sich bei Hamiltons Leistung nicht um Anfängerglück handelte, zeigte er bei den vier nächsten Rennen in Malaysia, Bahrain, Spanien und Monaco, wo er jeweils Zweiter wurde. Hamilton wurde damit zum ersten Formel-1-Debütanten in der 57-jährigen Formel-1-Geschichte, der in seinen ersten drei Rennen jeweils an der Siegerehrung teilnahm. Nach dem Rennen in Monaco wurde McLaren verdächtigt, Hamilton bewusst eingebremst zu haben, um den Sieg seines Teamkollegen Alonso nicht zu gefährden. Die FIA leitete darauf eine Untersuchung wegen des Verdachts der Stallorder ein. Nach der Auswertung der Daten wurde McLaren freigesprochen. Damit allerdings begann die vor allem medial inszenierte Rivalität zwischen Hamilton und Alonso. Die britische Presse vermutete regelmäßig die Benachteiligung ihres Landsmannes, während die spanische Presse dies umgekehrt genauso tat. Das Verhältnis zwischen den beiden Piloten kühlte sich merklich ab, nachdem sie zu Saisonbeginn noch scherzend zusammen in der Öffentlichkeit aufgetreten waren und einen gemeinsamen Werbespot für Mercedes-Benz gedreht hatten. Vor allem geriet Alonso unter enormen Erklärungsdruck, warum es ihm als zweifachem Weltmeister nicht gelang, den Debütanten im gleichen Wagen regelmäßig zu schlagen und er in der Weltmeisterschaft zwischenzeitlich deutlich hinter diesem zurückfiel.
Beim nächsten Grand Prix, dem Großen Preis von Kanada erzielte Hamilton seine erste Pole-Position und errang seinen ersten Sieg. Damit übernahm er als zu dem Zeitpunkt jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte die Weltmeisterschaftsführung, welche er bis zum Saisonfinale behielt. Ein Rennen später beim Großen Preis der USA wiederholte er das Ergebnis aus Kanada und erzielte von der Pole-Position startend einen weiteren Sieg. Mit zwei dritten Plätzen in Frankreich und Großbritannien baute Hamilton seinen Rekord als Debütant mit den meisten Podest-Platzierungen in Folge auf neunmal aus.
Beim chaotischen Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring kam Hamilton zum ersten Mal in der Saison 2007 nicht aufs Podest und auch nicht in die Punkteränge, nachdem er im Qualifying einen schweren Unfall überstanden hatte. Gleichzeitig gewann Alonso, der damit auf Hamilton in der Weltmeisterschaft aufholte. Beim folgenden Großen Preis von Ungarn erreichte das Duell zwischen Hamilton und Alonso eine weitere Verschärfung: Im Qualifying blieb Alonso im letzten Segment ungewöhnlich lange bei der McLaren-Boxencrew stehen und blockierte damit seinen Teamkollegen. Alonsos Fahrzeug war bereits abgefertigt und er hatte das Signal zur Weiterfahrt erhalten. Dennoch blieb Alonso aus von außen unersichtlichen Gründen in der Box stehen, sodass Hamilton hinter ihm in der Boxengasse warten musste. Hamilton war dadurch nicht mehr in der Lage, eine weitere gezeitete Runde zu fahren, um den in Führung liegenden Alonso noch von der Spitze zu verdrängen. Die Rennleitung bewertete den Vorfall als grobe Unsportlichkeit Alonsos gegen Hamilton. Sie sprach eine Strafversetzung um fünf Plätze auf Platz sechs in der Startaufstellung gegen ihn aus. Zudem beschloss die Rennleitung, McLaren wegen Stallorder für dieses Rennen alle möglichen Punkte der Konstrukteurswertung abzuerkennen. Die Fahrerwertung blieb von der Strafe unberührt. Angeblicher Hintergrund für Alonsos Verhalten war die zuvor von Lewis Hamilton eigenmächtig geänderte Reihenfolge bei der Boxenausfahrt im Zeittraining: Entgegen der Anweisung von Teamchef Dennis war Hamilton vor Alonso auf die Strecke gefahren. Im Rennen baute Hamilton mit einem Sieg den Vorsprung weiter aus, während Alonso Vierter wurde. Bei den drei folgenden Rennen, die den Europa-Abschluss der Saison bildeten, erzielte Hamilton mit einem zweiten Platz in Italien eine weitere Platzierung auf dem Podium. Da Alonso dieses Rennen gewann, gab es zum vierten Mal einen McLaren-Doppelsieg in dieser Saison.