An diesem Tag

Les Huguenots

Oper von Giacomo Meyerbeer

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Les Huguenots (dt.: Die Hugenotten) ist eine Große Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer. Das Libretto verfassten Eugène Scribe und Émile Deschamps. Die Uraufführung fand am 29. Februar 1836 in der Pariser Grand Opéra statt.

Hintergrund der Handlung sind die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und den Hugenotten genannten französischen Protestanten, die in den Hugenottenkriegen und im Gemetzel der Bartholomäusnacht vom 23. auf den 24. August 1572 kulminierten. Vorausgegangen war die Vermählung des protestantischen Königs Henri von Navarra mit der französischen Königstochter Marguerite am 18. August 1572, als sich viele Hugenotten in Paris aufhielten. Beginnend mit dem Mordanschlag auf den Hugenottenführer Coligny am 22. August, den darauf entstandenen Unruhen in Paris und der Furcht vor einem protestantischen Vergeltungsschlag erfolgte das Massaker der Bartholomäusnacht, bei dem die katholische Fraktion mit dem Herzog von Guise an der Spitze die Hugenottenführer und etwa 3000 Menschen ermordete.

Mit Ausnahme Marguerites sind die Handlungsträger der Oper fiktive Personen.

Festsaal im Schloss des Grafen Nevers in der Touraine.

Nach einem etwa fünfminütigen Vorspiel, in dem der protestantische Choral Ein feste Burg ist unser Gott variiert wird und sich in ein Kampflied steigert, beginnt die eigentliche Handlung der Oper. Es ist der Wunsch des Königs, dass die Konfliktparteien ihre alte Fehde begraben. Den katholischen Grafen Nevers hat er dazu ausersehen, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Deshalb hat Nevers den Hugenottenführer Raoul de Nangis zu einem Festbankett auf sein Schloss geladen. Jeder der edlen Herren wird gebeten, eine Episode über die Dame seines Herzens zu erzählen. Raoul berichtet von einer schönen Frau, der er in einer Notlage zur Seite stand. Er war sofort in sie verliebt. Er würde sie gerne aufsuchen, kenne aber weder ihren Namen noch ihren Wohnort. Marcel, der Diener Raouls, betritt die Szene und ist entsetzt, seinen Herren mit den „Philistern“ beim Wein zu sehen. Einer der katholischen Adligen erkennt in ihm einen alten Kriegsgegner, bietet ihm aber Wein an, was Marcel schroff ablehnt. Als man ihn zu singen auffordert, stimmt er das „Pif, paf, pouf“ an, ein hugenottisches Kampflied aus dem Krieg vor La Rochelle. In dem Lied zeigt er seinen Hass auf Papisten und verführerische Frauen, die er mit der biblischen Dalila vergleicht. Beide will er ohne Gnade hinmetzeln und zur Hölle senden. Die Adligen lachen über ihn.

Raouls unbekannte Schöne ist Valentine, die Tochter des katholischen Grafen Saint-Bris, eines Hugenottenhassers. Sie ist mit Nevers verlobt, was Raoul nicht weiß. Als ihre Ankunft durch einen Diener gemeldet wird, erkennt er sie wieder, vermutet aber mitsamt den Anwesenden, dass sie die Geliebte des Grafen Nevers ist. Tatsächlich ist Valentine jedoch gekommen, um ihre Verlobung mit Nevers zu lösen, zumal diese nur auf Befehl ihres Vaters zustande gekommen ist.

Ein Page betritt die Szene und überreicht Raoul eine Einladung. Darin heißt es, dass er dem Pagen mit verbundenen Augen folgen soll. Die katholischen Edelleute erkennen am Siegel, dass Marguerite, die Schwester des französischen Königs, die Einladung geschrieben hat.

Schloss und Park von Chenonceaux.

Marguerite ist mit dem protestantischen König Heinrich von Navarra verlobt. Auch sie hegt den Wunsch, Frieden zwischen den verfeindeten Lagern zu stiften. Ihre große Auftrittsarie Oh beau pays de la Touraine stellt den Gegenentwurf zur Welt der sich bekämpfenden religiösen Parteien dar. Die Schönheit der Natur, und darin die edle Liebe, sollen in ihrem Reich allein regieren. Ihr Hofstaat singt mit ihr das Lob auf die Liebe. Marguerites Plan ist, Raoul mit Valentine, der Tochter des Anführers der französischen Katholiken, zu vermählen, um einen dauerhaften Frieden unter den Anhängern beider Konfessionen zu stiften. Zunächst scheint ihr Plan aufzugehen; denn seit Valentine von Raoul gerettet worden war, kann sie ihn nicht mehr vergessen. Sie stimmt deshalb freudig zu.

Als Raoul hinzukommt und in das Vorhaben eingeweiht wird, erklärt er sich zunächst einverstanden. Als er aber in der ihm zugedachten Braut Valentine erkennt, sieht er dies als Schande und Beleidigung an, weil er sie für die Geliebte des Grafen Nevers hält. Seine Weigerung, sie zu heiraten, fassen die anwesenden katholischen Edelleute als Affront auf und zeigen sich aufs Äußerste empört; jedoch gelingt es Marguerite zunächst noch, einen offenen Kampf zu verhindern.

Platz am Ufer der Seine in Paris (Pré-aux-Clercs) mit Gasthäusern und einer Kapelle im Hintergrund.

In einer Volksszene, mit sonntäglichen Spaziergängern, katholischen betenden Frauen, Studenten, sowie hugenottischen Soldaten, die das kriegerische Rataplan anstimmen, treffen die verfeindeten Parteien aufeinander. Der Auftritt von zwei wahrsagenden „Zigeunerinnen“ (Bohémiennes) ist die Überleitung zum obligatorischen Ballett.

Nevers erzählt Saint-Bris, dass er an diesem Tag Valentine geheiratet hat. Marcel übergibt Saint-Bris, Valentines Vater, Raouls Forderung zum Duell. Dieses soll um Mitternacht auf dem Platz ausgetragen werden. Insgeheim hegen Saint-Bris und sein Verbündeter Maurevert den Plan, Raoul bei dieser Gelegenheit zu überfallen und zu töten. Valentine, die das Gespräch belauscht hat, wendet sich verschleiert an den hugenottischen Soldaten Marcel, Raouls Diener, und weiht ihn in den Plan ein. Marcel bricht sofort auf, um Hilfe zu holen.

Plötzlich stürzen von allen Seiten schwer bewaffnete Soldaten auf den Platz, sowohl Katholiken als auch Hugenotten. Ein Blutbad scheint unausweichlich. In diesem Moment naht die Königin mit ihrem Gefolge. Sie fragt Marcel, was der Auflauf zu bedeuten habe. Dieser schildert wahrheitsgetreu den Vorfall. Saint-Bris erkennt in der verschleierten Frau seine Tochter. Raoul versteht erst jetzt, warum Valentine an jenem Abend Nevers aufgesucht hatte.

Das Brautpaar macht sich mit den Hochzeitsgästen auf den Weg zum Schloss. Raoul und Marcel bleiben zurück. Raoul beklagt seinen Irrtum, durch den er die geliebte Valentine verlor, während Marcel auf Rache sinnt.

Zimmer im Stadtpalast des Grafen Nevers.

Während Valentine in der Einleitungsszene Je suis seule chez moi der entgangenen Verbindung mit Raoul nachtrauert, sucht dieser heimlich Valentine auf, um sie noch einmal zu sehen und Abschied zu nehmen. Als sie ihren Vater mit seinen Anhängern kommen hört, versteckt sie Raoul in einem Seitengemach.

Die Versammlung beginnt. Saint-Bris hetzt seine Anhänger gegen die Hugenotten auf und verkündet, es sei der Wille Gottes und der Königin Katharina von Medici, die Ketzer zu vernichten (in einer anderen Fassung tritt Katharina von Medici selbst auf, um die Katholiken gegen die Protestanten aufzuheizen). Nevers ist der Einzige, der einen offenen Kampf statt eines Hinterhalts empfiehlt. Um zu verhindern, dass er möglicherweise die Hugenotten warnt, wird er inhaftiert. Saint-Bris gibt den Termin des Gemetzels bekannt: Sobald die Glocken von Saint Germain zum zweiten Mal läuten, soll die Rache des Himmels beginnen. Mönche, von Saint-Bris geleitet, betreten die Szene und segnen die Schwerter. Mit geweihten Schwertern und dem Erkennungszeichen, einer weißen Schärpe mit Kreuz, verlassen die Verschwörer den Raum, um Vorbereitungen für das Massaker zu treffen.

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Les Huguenots | World in Stories