Lepa Brena, „Schöne Brena“, serbokroatisch-kyrillisch Лепа Брена, bürgerlicher Name: Fahreta Jahić-Živojinović; Фахрета Јахић-Живојиновић (* 20. Oktober 1960 in Tuzla, FVR Jugoslawien) ist eine jugoslawische Folk- und Popsängerin, welche besonders im ehemaligen Jugoslawien, in Bulgarien, der Türkei und in Rumänien bekannt ist.
Lepa Brena wuchs als drittes Kind des medizinisch-technischen Assistenten Adib und der Schneiderin Ifeta Jahić in Brčko auf. In Brčko absolvierte sie auch die Grundschule und im Anschluss daran das Gymnasium. Neben der Schule sang sie regelmäßig im Kulturzentrum Vasa Pelagić. Während dieser Zeit gewann sie den Talentwettbewerb Mladi Graditelji mit einem Lied von Kemal Monteno. Sie spielte auch Basketball im Club Interplet Brčko. Ihre Teamkolleginnen hatten alle kurze, markante Namen. Ihr Name (Fahreta) war dem Trainer jedoch zu lang, wenn er beim Training oder bei Turnieren Anweisungen geben musste, sodass er ihr kurzerhand den Kosenamen Brena gab, der später zu ihrem Künstlernamen werden sollte.
Mit der Absicht, an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Belgrad Tourismuswissenschaften zu studieren, zog Lepa Brena 1979 nach Belgrad. Nachdem sie das Studium noch im ersten Studienjahr abgebrochen hatte, trat Jahić in Brčko bei diversen Veranstaltungen auf und lernte auf diesem Wege Saša Popović kennen. Dieser suchte für seine Band, die zu jenem Zeitpunkt noch unter dem Namen Lira Show Band (Lira Šou Bend) auftrat, eine neue Sängerin, da die Vorgängerin Spasa beabsichtigte, die Band zu verlassen. Lepa Brena trat der Band bei, zog nach Novi Sad und ging mit ihnen auf Tournee.
Zunächst traten sie in Hotels auf, wie z. B. im Hotel Park in Novi Sad oder den Hotels Taš und Jugoslavija in Belgrad.
Ihr erstes Album veröffentlichten Brena und Lira Šou 1981, nachdem der Komponist Milutin Popović (Zahar) auf sie aufmerksam geworden war. Auf seinen Rat hin wurde der Bandname von Lira Šou in Slatki Greh („süße Versuchung“, wörtlich „Süße Sünde“) geändert. Die bekannten Titel des Albums waren Ljubi me Omere, Žeravica und insbesondere Čačak, welches auf Anhieb großen Erfolg hatte. Die Lieder hatten oft scherzhafte oder zweideutige Texte.
Brena und die Band Slatki Greh wurden in die Musiksendung Folk Parada eingeladen, um das Lied Čačak darzubieten. Brenas Auftritt wurde nicht ausgestrahlt. Der zu jener Zeit populäre Showmaster Milovan Ilić (Minimaks), der von dem Auftritt gehört hatte, holte die Aufnahme aus dem Archiv, um sie in seiner Sendung Pretežno vedro (Überwiegend heiter) zu zeigen. Ilićs Absicht war eigentlich, sich über Brena und Slatki Greh lustig zu machen, der Effekt war jedoch das genaue Gegenteil. Von diesem Zeitpunkt an nahm Brenas Laufbahn einen Aufwärtstrend. Ilić war auch jener, der Brena das Präfix Lepa (die Schöne) gab. So stand auf dem zweiten Album nicht mehr Brena i Slatki Greh, sondern Lepa Brena i Slatki Greh.
1982 kam ihr nächstes Album auf den Markt, mit dem sich Brena als jugoslawische Pop-Größe etablierte. Die Titel schrieb wieder Zahar. In der Sendereihe Folk-Parada war sie nun ein gern gesehener Gast. Ihr Produzent war ab 1983 Raka Đokić, während sie in den Anfangsjahren von Vladimir Cvetković betreut wurden. Im Februar 1984 trat Lepa Brena im Rahmen der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sarajevo auf. Das Publikum störte sich auch nicht daran, dass ihr Lied Mače moje 1985 auf dem „Index“ stand. Die jugoslawischen Behörden hatten es mit der Begründung verboten, der Text sei obszön.
Sie nahm zweimal an der jugoslawischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest als Vertreterin der Radio-Televizija Beograd (RTB, das spätere Radio-Televizija Srbije) teil. 1983 belegte sie bei sechzehn Teilnehmern den siebten Platz. Bei ihrem zweiten Versuch erreichte sie 1986 den zehnten Platz bei fünfzehn Teilnehmern.
1982 bekam Lepa Brena ihre erste kleine Filmrolle in der erfolgreichen Komödie Tesna koža, sie spielte eine Clubsängerin. Zwei Jahre später spielte sie sich im Film Nema problema selbst. Zwischen 1987 und 1991 wirkte sie dann in den erfolgreichsten Musikfilmen Jugoslawiens mit; die dreiteilige Filmreihe Hajde da se volimo war nach ihrem größten Hit benannt. Durch eine Gastrolle in Hajde da se volimo 2 gelangte auch Džej Ramadanovski an ihrer Seite zu Ruhm. Sie setzten die erfolgreiche Zusammenarbeit auch später, in Form von zwei Duetten, fort.
Ende der 1980er-Jahre war Brena einer der größten Stars Jugoslawiens. Sie füllte sogar in den umliegenden Nachbarländern Rumänien und Bulgarien ganze Fußballstadien. Auch eine Lepa-Brena-Barbiepuppe wurde sehr erfolgreich vermarktet. Sie gewann unzählige Preise und wurde bei Veranstaltungen wie dem Oskar Popularnosti mehrfach zur „Sängerin des Jahres“ gekürt. Ihre Tonträger wurden regelmäßig mit Platin ausgezeichnet. Lepa Brena widmete ihrem Land auch zwei Lieder, Živela Jugoslavija und Jugoslovenka. Als ihre Karriere Mitte der achtziger Jahre den Höhepunkt erreichte, sprach man von Brena nacionale.
Erst der Jugoslawien-Krieg brachte ihre Karriere ins Wanken. Bosniaken bezichtigten Brena, Fotos publiziert zu haben, auf denen sie die Uniform der Armee der Republika Srpska trägt, um so ihre Solidarität mit dieser auszudrücken. Es handelte sich jedoch lediglich um ein Safari-Kostüm, welches sie in ihrem Film Hajde da se volimo 3 getragen hatte. Als der Krieg ihre Heimatstadt Brčko heimsuchte, brachte sie ihre Eltern in ihrem Haus in Novi Sad unter, in dem sie früher selbst gelebt hatte.
Am 7. Dezember 1991 heiratete sie den ehemaligen Tennisprofi Slobodan Živojinović („Bobo“) und zog von Novi Sad nach Belgrad um. 1993 veröffentlichte sie das Album I da odem iza leđa bogu und gab im folgenden Jahr ein Konzert im ausverkauften Tašmajdan-Fußballstadion. Im selben Jahr starb ihr langjähriger Produzent Raka Đokić. 1994 und 1996 folgten zwei weitere Alben. 1994 war sie die erste Sängerin aus Jugoslawien, die ein Konzert im nun unabhängigen Slowenien gab. 1996 brachte sie auch die erste jugoslawische Multimedia-CD Brena multimedia auf den Markt, welche neben Videoclips und Fotos eine Liste all ihrer Lieder und viele andere Informationen rund um ihre Person enthielt. 1999 gründete sie die Plattenfirma Grand Production. Während des Kosovo-Kriegs sang sie 1999 regelmäßig bei der täglichen Veranstaltung Pesma nas je održala („Das Lied hat uns aufrecht gehalten“), um sich mit Jugoslawien zu solidarisieren.
Lepa Brena leitet heute mit ihrem Mann das Unternehmen Grand Slam. Unter anderem vertreiben sie den Energy-Drink Red Bull auf dem serbischen Markt und sind Repräsentanten des Autoherstellers Ford in Belgrad.
Anlässlich des 2000 vertonten Albums Pomračenje Sunca versammelte sich nochmals die Begleitband Slatki Greh um Lepa Brena.
Am 23. November 2000 wurde Lepa Brenas achtjähriger Sohn Stefan entführt. Die Geiselnehmer ließen ihn am 28. November 2000 frei, nachdem das Ehepaar Živojinović 2,5 Millionen Mark Lösegeld bezahlt hatte. Die Täter wurden 2003 im Rahmen der Polizei-Aktion Sablja gefasst. Im Anschluss daran legte Jahić-Živojinović eine künstlerische Pause ein, verließ das vom Krieg in Mitleidenschaft gezogene Jugoslawien und lebte zwei Jahre in den USA.
2002 erhielt Lepa Brena eine besondere Auszeichnung ihrer ehemaligen Plattenfirma PGP-RTS. Sie war die umsatzstärkste Künstlerin, die je bei PGP-RTS unter Vertrag gestanden hat. Aus diesem Anlass wurde auch eine neue Kompilation mit ihren größten Hits veröffentlicht.
2004 gab sie ein Konzert in Tuzla (Bosnien und Herzegowina), wo nationalistische Gruppen zunächst zu ihrem Boykott aufriefen. Mit Parolen wie „Gehen Sie nicht zum Konzert von Frau Živojinović!“ (bezogen auf ihren serbischen Nachnamen) versuchten sie, die Bevölkerung zu beeinflussen. Dennoch war das Konzert komplett ausverkauft. Gaststar war der bosnische Sänger Kemal Monteno, der während seines Auftritts sagte: „Hier hat heute die Liebe über den Hass gesiegt!“
Nachdem sie ihren letzten Auftritt in Zagreb am 29. November 1990 im Studentski Centar am Dan Republike („Tag der Republik“) absolviert hatte, wurde im Jahre 2005 mit einem Auftritt in der beliebten Fernsehsendung Jedan na jedan der Sängerin, Schriftstellerin und Moderatorin Alka Vuica am 7. März 2005 auf dem kroatischen Privatsender Nova TV ihr Comeback in Kroatien eingeleitet. Lepa Brena sprach in der Sendung in einem ausführlichen Interview über Familie, Karriere, ihre Plattenfirma und viele andere Dinge. Im Juni 2006 gab Lepa Brena dem kroatischen Journalisten Darko Hudelist ein Exklusiv-Interview, welches im Wochenmagazin Globus veröffentlicht wurde. Dies war gleichzeitig Lepa Brenas erstes Zeitungs-Interview seit langem.