An diesem Tag

Leonore Teles de Menezes

Durch Heirat portugiesische Königin

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Leonore Teles de Menezes (auch Leonor Tellez des Menezes; * um 1350 in Trás-os-Montes; † wohl 27. April 1386 in Tordesillas) war eine portugiesische Adlige. Als Ehefrau König Ferdinands I. von Portugal war sie von 1372 bis 1383 Königin und nach dem Tod ihres Gatten von 1383 bis 1384 Regentin von Portugal. Erst ihr Sturz ermöglichte die Thronbesteigung Johanns I. und damit den Beginn der Herrschaft des Hauses Avis. Von den Portugiesen wurde sie a aleivosa (die Betrügerische) genannt. Sie war nach Theresia von León die zweite Frau, die Portugal als Regentin regierte.

Leonore Teles wurde als Tochter des portugiesischen Adligen Martim Afonso Telo de Menezes und seiner Gattin Aldonça Anes de Vasconcelos geboren. Noch als junges Mädchen heiratete sie in erster Ehe einen Verwandten, João Lourenço da Cunha, zweiten Herrn von Pombeiro. Außer einer Totgeburt bekam das Paar einen überlebenden Sohn:

Álvaro da Cunha, dritter Herr von Pombeiro (* 1371)

Leonores ältere Schwester Maria war eine Ehrendame der Infantin Beatrix, der Halbschwester König Ferdinands von Portugal. Als Leonore nun Maria am Hof besuchte, machte sie die Bekanntschaft König Ferdinands, der sich in die rothaarige Schönheit verliebte. Maria Teles sprach sich gegen eine Beziehung ihrer Schwester mit dem König aus, und dieser hatte außerdem 1371 im Friedensvertrag nach der Beendigung seines ersten Krieges gegen den kastilischen König Heinrich II. von Trastámara versprochen, dessen Tochter Eleonore zu heiraten. Dennoch wollte Ferdinand nicht von Leonore Teles ablassen, die sich aber auf Rat ihres am Hof einflussreichen Onkels João Afonso Telo de Menezes, Grafen von Barcelos, nicht sofort hingab, sondern es darauf anlegte, zur Königin gemacht zu werden. Tatsächlich gab Ferdinand sein Eheprojekt mit der Infantin Eleonore auf und setzte, als João Lourenço da Cunha seine Gattin zu sich zurückrufen ließ, die Annullierung der Ehe seiner Geliebten unter dem Vorwand ihrer angeblich zu nahen Verwandtschaft mit ihrem Gemahl durch.

Laut einigen Quellen heirateten Ferdinand und Leonore gegen Ende 1371 heimlich. Jedenfalls stieß ihre Beziehung im Volk auf Widerstand und rief oppositionelle Adlige wie Ferdinands Halbbruder Dinis auf den Plan, die in Lissabon einen Tumult verursachten. An die Spitze der Tausenden vor dem Palast erschienenen Protestierenden stellte sich Fernão Vasques, bezeichnete Leonore Teles als Hexe und verlautbarte, dass das Volk eine Ehe des Königs mit ihr nicht zulassen würde. Aus Angst vor der Meute versicherte Ferdinand, er sei mit Leonore Teles nicht vermählt und beabsichtige auch in Zukunft nicht den Abschluss einer solchen Ehe; am nächsten Tag werde er im Dominikanerkloster nähere Auskünfte erteilen. Doch im Schutz der Dunkelheit konnte er gemeinsam mit Leonore unbemerkt Lissabon verlassen, woraufhin das Paar nach Santarém und anschließend in die Provinz Entre-Douro-e-Minho weiterreiste. Auf Leonores Betreiben wurde nun gegen die Aufrührer blutig eingeschritten, wobei auch Vasques zu Tode kam. Im Mai 1372 feierten Ferdinand und Leonore im Kloster Leça do Balio in Matosinhos in Gegenwart vieler Adliger und Prälaten öffentlich ihre Hochzeit. Der Infant Dinis verweigerte aber der neuen Königin den Handkuss und damit die Anerkennung; er ging ins Exil nach Kastilien.

Durch scheinbar freundliches und großzügiges Verhalten suchte Leonore Teles sich bei den vornehmen Portugiesen beliebt zu machen, verabsäumte aber auch nicht, ihren Verwandten hohe und einflussreiche öffentliche Positionen zu verschaffen. So wurde etwa ihr Bruder João Afonso Telo de Menezes Admiral. Ferdinand übertrug Leonore durch Schenkung reiche Einkünfte mehrerer Städte: Vila Viçosa, Abrantes, Almada, Sintra, Torres Vedras, Alenquer, Atouguia, Óbidos, Aveiro sowie die Lehen Sacavém, Frielas und Unhos. Sie tauschte 1374 Vila Viçosa gegen Vila Real und erwarb 1376 Pinhel.

Leonore und König Ferdinand I. bekamen bald eine Tochter und später auch zwei Söhne, die allerdings noch als Kleinkinder verstarben:

Beatrix (* 1372; † nach 1409), die 1383 König Johann I. von Kastilien heiratete.

Noch 1372 schloss König Ferdinand I. ein Bündnis mit John of Gaunt, Herzog von Lancaster, der Ansprüche auf den kastilischen Thron erhob. Damit provozierte der portugiesische König einen neuen Krieg mit Heinrich II. Trastámara und machte sein Land zum Nebenschauplatz im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Kastilische Truppen drangen siegreich in Portugal ein und belagerten Lissabon. Da auch die erwartete englische Hilfe ausblieb, musste Ferdinand den schmählichen Frieden von Santarém (19. März 1373) schließen. Obwohl er zwar dennoch am 16. Juni 1373 ein geheimes Bündnis mit England einging und damit seiner politischen Linie treu blieb, bestand der portugiesisch-kastilische Frieden während der nächsten Jahre fort.

Besonders während der letzten Lebensjahre Ferdinands, als dieser sich krankheitsbedingt bereits weitgehend von der Regierung zurückgezogen hatte, konnte Leonore Teles einen großen Einfluss auf die portugiesische Politik gewinnen und suchte ihre Stellung gegen mögliche Konkurrenten abzusichern. Ihre Schwester Maria hatte nach dem Tod ihres Gatten Álvaro Dias de Souza 1376 heimlich König Ferdinands Halbbruder Johann geheiratet, der ebenso wie der Infant Dinis ein Sohn König Peters I. von Portugal und der Inês de Castro war. Leonore fürchtete angesichts ihrer bisher fehlenden männlichen Nachkommenschaft und der hinfälligen Gesundheit ihres Gemahls, dass nach dessen Tod möglicherweise der Infant Johann den Thron besteigen und so ihre Schwester als neue Königin ihren Platz einnehmen werde. Daher weckte die intrigante Leonore in Johann Zweifel an der Treue seiner Gattin und stellte ihm nach einer Trennung von dieser die Heirat mit ihrer eigenen Tochter, der präsumtiven Thronerbin Beatrix, in Aussicht. Daraufhin erdolchte der Infant im Juni/Juli 1379 seine Gemahlin Maria in Coimbra, floh aber vor der Rache der mächtigen Verwandtschaft der Ermordeten an die kastilische Grenze. Leonore bewirkte durch ihre Fürsprache zwar, dass er an den Hof zurückkehren durfte, doch musste Johann bald erkennen, dass er bezüglich der Vorwürfe der Untreue seiner Gattin und der versprochenen Hand der Königstochter getäuscht worden war und begab sich zu seinem Bruder Dinis ins kastilische Exil.

In Kastilien hatte unterdessen Johann I. nach dem Tod seines Vaters Heinrich II. Trastámara im Mai 1379 den Thron bestiegen. Er handelte 1380 mit der portugiesischen Seite ein Heiratsarrangement aus, das eine spätere Ehe zwischen seinem ältesten, erst einjährigen Sohn Heinrich und der Erbtochter König Ferdinands, Beatrix, vorsah. Es wurde dabei auch vereinbart, dass im Fall des vorzeitigen Ablebens einer der beiden künftigen Eheleute dessen Reich dem Überlebenden zufallen solle. Leonore Teles missbilligte aber diesen für ihre Tochter entworfenen Heiratsplan.

Der galizische Ritter Juan Fernández Andeiro, der aus Kastilien nach Portugal geflüchtet war, aber nach der kastilisch-portugiesischen Annäherung sein Gastland verlassen hatte müssen und in England Zuflucht gesucht hatte, kehrte von dort heimlich mit dem Angebot des Herzogs von Lancaster zur Erneuerung der gegen Kastilien gerichteten portugiesisch-englischen Allianz zurück. Leonore Teles unterstützte diesen Vorschlag. Andeiro war ihr Günstling, den sie zum Grafen von Ourém hatte erheben lassen, und laut spätmittelalterlichen Quellen soll sie mit ihm ein ehebrecherisches Verhältnis unterhalten haben. Unter dem Einfluss von Andeiro und Leonore ging deren königlicher Gemahl auf das englische Bündnisangebot ein. So brach 1381 der dritte Krieg aus, den Ferdinand gegen Kastilien führte. Im Juli 1381 trafen auf dem Seeweg englische Verstärkungstruppen in Portugal ein, die von Edmund of Langley, 1. Duke of York, dem fünften Sohn des englischen Königs Eduard III., angeführt wurden. Edmunds achtjähriger Sohn Edward wurde mit Ferdinands Tochter Beatrix vermählt. Das selbstherrliche Auftreten der englischen Hilfstruppen führte aber zu Spannungen mit der portugiesischen Bevölkerung.

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