Leonore Ackermann (* 27. März 1936 in Dresden) ist eine deutsche Politikerin (Neues Forum) und war Mitglied des Sächsischen Landtages.
Leonore Ackermann wurde 1936 in Dresden geboren und besuchte dort von 1950 bis 1954 die Oberschule, die sie mit dem Abitur beendete. Ab 1954 studierte sie an der TH Dresden Architektur; sie machte 1960 ihr Diplom in der Fachrichtung Städtebau. Im Anschluss daran war sie in einem Projektierungsbüro in Berlin tätig. Nach einer zehnjährigen Familienphase absolvierte Ackermann ein Zusatzstudium an der TU Dresden in Garten- und Landschaftsarchitektur, welches sie 1977 mit Teilabschlüssen beendete. Danach war sie an der TU in einem Projekt des gleichen Fachbereichs tätig. 1990 wurde sie als freie Architektin zugelassen.
Leonore Ackermann ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie lebt in Groß Upahl, Mecklenburg-Vorpommern.
Von 1965 bis 1978 war sie Leiterin des Elternaktivs der Schule Cossebaude (bei Dresden) und ab 1975 auch Vorsitzende der Ortsgruppe des Kulturbundes Cossebaude.
In der Zeit der Wende in der DDR war sie ab Mai 1990 Abgeordnete der neu geschaffenen Gemeindevertretung von Cossebaude. Im Oktober desselben Jahres wurde sie für Listenverbindung Neues Forum–Bündnis–Grüne in den sächsischen Landtag gewählt. Dort war sie kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Grüne und Vorsitzende des Kulturausschusses. Sie war in dieser Legislaturperiode die einzige Frau an der Spitze eines Ausschusses des Sächsischen Landtags. Dem 1991 aus dem Zusammenschluss von Neuem Forum, Demokratie Jetzt, Unabhängigem Frauenverband und den Grünen in Sachsen entstandenen Landesverband Bündnis 90/Die Grünen blieb sie jedoch fern. Zusammen mit ihrem Landtagskollegen Michael Arnold wollte sie stattdessen das Neue Forum eigenständig halten.
Als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien war Ackermann 1991 maßgeblich an der Entstehung der neuen Sächsischen Rundfunkordnung beteiligt. Als das bekannte Jugendradio DT64 1992 abgeschaltet werden sollte, engagierte sich Ackermann dagegen und griff den damals amtierenden Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf scharf an. Unter anderem bezichtigte sie ihn des Wortbruchs.
Mit dem Ende der ersten Wahlperiode schied Ackermann 1994 aus dem Landtag aus.
Klaus-Jürgen Holzapfel (Hrsg.): Sächsischer Landtag: 1. Wahlperiode, 1990–1994; Volkshandbuch. NDV, Neue Darmstädter Verl.-Anst., Rheinbreitbach 1991, ISBN 3-87576-265-7, S. 19