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Leonor de Almeida Portugal

Portugiesische Adlige, Lyrikerin und Übersetzerin

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Dona Leonor de Almeida Portugal de Lorena e Lencastre, Marquesa de Alorna (* 31. Oktober 1750 in São Jorge de Arroios, Lissabon; † 11. Oktober 1839 in Lissabon) war eine portugiesische Adelige und Lyrikerin. Sie war in den intellektuellen und literarischen Kreisen der portugiesischen Neoklassik unter ihrem Pseudonym Alcipe bekannt.

D. Leonor de Almeida Portugal, Marquesa de Alorna, entstammte mütterlicherseits dem Adelshaus von Távora. Dieses war im 18. Jahrhundert eine der bekanntesten und einflussreichsten Adelsfamilien in Portugal. Die Távoras wurden für den versuchten Königsmord an den König Joseph I. am 3. September 1758 verantwortlich gehalten.

Frühes Leben und Gefangenschaft

Dona Leonor war das älteste der drei Kinder von Don João de Almeida Portugal, zweitem Marquis von Alorna und viertem Grafen von Assumar und Dona Leonor de Lorena e Távora. Sie war die Enkelin der Marquisen von Távora, die 1759 wegen des Verdachts auf Beteiligung am Attentat an König Joseph I. öffentlich hingerichtet wurden. Dona Leonor überlebte das Erdbeben von Lissabon in 1755.

Als Folge des Attentats wurde ihr Vater, Don João de Almeida Portugal, am 13. Dezember 1758 in ein Gefängnis in Junqueira geworfen, obwohl er nie offiziell eines Verbrechens angeklagt worden war. Dona Leonor, sowie ihre Mutter und Schwester, Dona Maria Rita, wurden am 14. September 1758 im Kloster von São Félix de Chelas eingesperrt.

Korrespondenz in der Gefangenschaft

Um 1763 begann eine verbotene und geheime briefliche Korrespondenz zwischen D. João und seine Ehefrau D. Leonor de Lorena e Távora, die dann auf die Töchter ausgebreitet wurde. Diese Briefe dokumentieren wie D. Leonor, geleitet vom Rat ihres Vaters, ihre Persönlichkeit entwickelte und sich der Literatur und dem Lernen von Sprachen wie Französisch, Italienisch, English, Latein und Arabisch, sowie der Kunst des Malens und der Musik widmete. Im Kloster schrieb D. Leonor Oden, Idyllen und andere lyrischen Werke. Auch dokumentierten ihre zahlreichen Korrespondenzen, wie die verbotenen Bücher im Portugal des 18. Jahrhunderts zirkulierten.

D. Leonor wurde in ihrer Zeit im Kloster von prominenten Autoren besucht wie etwa von D. Teresa de Mello Breyner, Gräfin von Vimeiro, oder von Francisco Manuel do Nascimento, der auch als Filinto Elísio bekannt war und ihr das Pseudonym Alcipe gegeben hatte. Diese verbreiteten ihre Texte in den literarischen Kreisen der Zeit. So wurde D. Leonors Talent für Lyrik schon während ihrer Gefangenschaft bekannt.

Im Jahre 1777 wurde D. Leonors gesamte Familie in Folge des Todes von Joseph I. aus der Gefangenschaft befreit. Die Königin D. Maria I. begnadigte politische Gefangene. Die Marquisen von Alorna wurden für unschuldig erklärt und ihre adeligen Privilegien wiederhergestellt.

Im Jahre 1778 entscheidet Dona Leonor, gegen den Willen ihres Vaters, den deutschen, lutheranischen Grafen von Oeynhausen zu heiraten. Dieser gibt seinen lutheranischen Glauben in einer Taufzeremonie am 15. Februar 1778 ab, in der die Königin D. Maria I und der König D. Pedro III Paten waren.

Im Februar 1779 heiratet das Paar und zieht nach Porto, wo der Graf von Oeynhausen bis 1780 eine militärische Position hielt. Hier wurde ihre älteste Tochter, D. Leonor Benedita, die später den sechsten Marquis von Fronteira heiratete, geboren. Dank der Beziehung von D. Leonor zur Königin wurde ihr Ehemann zum bevollmächtigten Minister von Wien ernannt, wohin sie 1780 zogen.

In Wien war die Gräfin von Oeynhausen eine hochangesehene Person in adeligen Kreisen. Der Papst Pius VI, der Philosoph Moses Mendelssohn und der portugiesische Musiker Abade Costa sind einige Personen, zu denen sie Beziehungen pflegte. Vom Kaiser Joseph II wurde D. Leonor mit dem Sternkreuzorden ausgezeichnet.

In ihrer Korrespondenz mit der Gräfin von Vimeiro während ihrer Zeit in Wien beschreibt sie häufige Besuche in Wiener Salons und eine Freundschaft mit der Gräfin von Thun-Hohenstein. Ihre Integration in den hocharistokratischen Kreisen der Stadt wird dadurch bestätigt, dass der Name des Grafen von Oeynhausen auf der Liste der Abonnenten der Konzerte von Wolfgang A. Mozart des Jahres 1784 zu finden ist.

Zwischen 1780 und 1784 kamen drei weitere Kinder von D. Leonor und dem Grafen von Oeynhausen zur Welt: Maria Regina, Frederica und Juliana, die kurz nach ihrem ersten Geburtstag verstarb.

Im Jahre 1784 zog D. Leonor mit ihrer Familie nach Avignon, Frankreich. Zwischen 1784 und 1786 gebar D. Leonor zwei weitere Kinder: Mário Calors Augusto, der mit vier Jahren verstarb, und Henriqueta. Die Oeynhausen Familie verbrachte sechs Jahre im Süden Frankreichs und kehrte 1790 nach Portugal zurück.

Nach der Rückkehr nach Portugal im Jahre 1790 wurden zwei weitere Kinder geboren: Ulrico und Luísa. Der Graf von Oeynhausen wurde zum Militärgouverneur von der Algarve ernannt, eine Position, die er nie ausübte, da er am 3. März 1793 verstarb.

Nach dem Tod ihres Ehemannes zog sich Dona Leonor in die Familienresidenzen zurück und widmete sich der Erziehung ihrer Kinder.

Zwischen 1793 und 1802 pflegte sie Beziehungen literarischen Austauschs mit einigen Dichtern der Academia de Belas Letras, auch als 2.Arcádia Lusitana bekannt- wo sie unter dem Pseudonym Alcipe schrieb- wie etwa Francisco Joaquim Bingre. Auch hatte sie eine Freundschaft zu Manuel Maria Barbosa du Bocage, der ihr seinen dritten Band im Jahre 1804 widmete.

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