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Leonid Iljitsch Breschnew

Sowjetischer Politiker, Parteichef der KPdSU von 1964 bis 1982, Staatsoberhaupt der Sowjetunion von 1977 bis 1982

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Leonid Iljitsch Breschnew (russisch Леонид Ильич Брежнев , wiss. Transliteration Leonid Il'ič Brežnev; * 6. Dezemberjul. / 19. Dezember 1906greg. in Kamenskoje, Russisches Kaiserreich, heute Ukraine; † 10. November 1982 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker. Als Mitglied des Politbüros gehörte er von 1957 bis 1982 zur sowjetkommunistischen Führungselite und war von 1964 bis zu seinem Tod 1982 als Erster Sekretär bzw. Generalsekretär der KPdSU der mächtigste Politiker der Sowjetunion. Breschnews 18 Jahre währende Amtszeit als Parteichef der KPdSU war die zweitlängste nach der Josef Stalins.

Im Jahre 1923 trat Breschnew in die Jugendorganisation der Partei ein und wurde sechs Jahre später offizielles Parteimitglied. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Politoffizier unter anderem in der 1. Ukrainischen Front eingesetzt. Seine Amtszeit war vor allem durch Annäherung an den Westen bei zeitgleicher Stärkung der sowjetischen Position in Mittel- und Osteuropa geprägt. Michail Gorbatschow charakterisierte die Breschnew-Jahre später als „Ära der Stagnation“, eine Zeit, die durch das Fehlen politischer Reformen und eine zunehmende Korruption gekennzeichnet gewesen sei. Nach seinem Tod wurde Breschnew von Juri Andropow ersetzt, auf den kurze Zeit später Konstantin Tschernenko folgte.

Breschnew war der Sohn eines Metallarbeiters namens Ilja Jakowlewitsch Breschnew (1874–1934) und seiner Frau Natlia Denisowa Mazalova (1886–1975) und wurde am 19. Dezember 1906 in Kamenskoje in der Ukraine, etwa 35 km westlich von Katerinoslaw, geboren. Die Eltern der Mutter kamen aus Jenakijewe. Breschnews Nationalität ist schwer zu beurteilen, da in offiziellen Dokumenten sie teilweise als ukrainisch und teilweise als russisch angegeben wurde. Breschnew selber schrieb in seinem Buch, er sehe sich als Russe. Er begann 1923 ein landwirtschaftliches Studium und im selben Jahr trat er der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol bei. Ab 1923 leistete Breschnew seinen Militärdienst in der Roten Armee. Dort wurde er nach einer Ausbildung zum Panzersoldaten Politkommissar.

Von Juni bis Oktober 1926 absolvierte er ein Praktikum am Katasteramt in der belarussischen Stadt Orscha. Sein Studium schloss er im Mai 1927 ab und trat eine Stelle als Landneuordner im Amtsbezirk Graiworon an, das dem Gouvernementskatasteramt Kursk unterstellt war. Im April 1928 wurde er ans Bezirkskatasteramt Swerdlowsk in den Landkreis Michailowsk im Ural versetzt. Nach einem knappen Jahr wurde er im März 1929 zum Vorsitzenden der Katasterabteilung des Gebietsexekutivkommitees der Stadt Bissert ernannt. Im Februar 1930 wurde er zum Vorsitzenden des Katasteramts von Swerdlowsk befördert. Am 9. Oktober 1929 trat Breschnew im Alter von 22 Jahren der KPdSU bei.

Danach studierte er bis 1935 am Metallurgischen Institut im zentral-ukrainischen Kamjanske (russisch Kamenskoje, von 1936 bis 2016 Dniprodserschinsk).

Als Breschnew der KPdSU beitrat, war Josef Stalin ihr unangefochtener Führer und für viele Jungkommunisten ein Idol. Während und nach der Zeit des Großen Terrors von 1936 bis 1938 stiegen Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler in der Partei vorrangig auf, und Breschnew machte rasch Karriere. Breschnew, als einer von vielen Apparatschiks, sah in den durch den Großen Terror neuentstandenen Lücken in der Hierarchie eine Möglichkeit innerhalb der Partei aufzusteigen.

Somit schaffte Breschnew es im Jahr 1936, Direktor des Dniprodserschynsk Metallurgischen Technikums zu werden, wobei er kurz danach nach Dnipropetrowsk verlegt wurde. Er stieg rasch innerhalb der Parteiränge auf und wurde Vizevorsitzender des Stadtsowjets der Stadt Kamjanske. Als Nikita Chruschtschow 1938 die Macht innerhalb der Ukrainischen Kommunistischen Partei übernahm, wurde Breschnew Leiter der Propaganda-Abteilung und später im Jahr 1939 Parteisekretär der Oblast Dnepropetrowsk. Durch seine Aufsicht über die Rüstungsindustrie der Stadt baute Breschnew ein Netzwerk von Unterstützern auf, welches sich später zum Dnipropetrowsker Klan weiterentwickelte.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurde Breschnew, wie die meisten Politoffiziere, unverzüglich in die Rote Armee einberufen. Dort bekam er den Auftrag, die Evakuierung der örtlichen Rüstungsindustrie von Dnepropetrowsk in den Osten zu organisieren. Die Stadt fiel am 26. August im Rahmen der Kesselschlacht von Kiew in deutsche Hände. Im Oktober 1941 wurde er zum Brigadekommissar und stellvertretenden Leiter der politischen Verwaltung der Südfront ernannt. Nach der vollständigen Besetzung der Ukraine durch die Deutschen wurde Breschnew im Sommer 1942 an die Front im Kaukasus versetzt. Mit der Abschaffung der Kommissare und der Einführung der Einzelleitung wurde sein Dienstgrad in den eines Obersts überführt.

Im April 1943 wurde er mit der Leitung der politischen Abteilung der 18. Armee beauftragt. Als sich der Krieg zu Gunsten der Sowjetunion wendete, stieß die 18. Armee als Teil der 1. Ukrainischen Front über die Ukraine weiter nach Westen vor. Der oberste Politoffizier der Front war Nikita Chruschtschow, welcher Breschnews Karriere schon vor dem Krieg unterstützte. Breschnew wurde in dieser Zeit zum Protegé Chruschtschows.

Bei der Rückeroberung des Schwarzmeerhafens Noworossijsk im Herbst 1943 zog er sich eine Kopfverletzung zu, als sein Boot auf eine Mine fuhr. Die Verletzung machte sich noch Jahre später bemerkbar, als er zunehmend Schwierigkeiten mit der Aussprache von Wörtern hatte.

Gegen Kriegsende war Breschnew 1. Mitglied des Kriegsrates und Oberster Politischer Kommissar der 4. Ukrainischen Front, als diese am 9. Mai 1945 Prag einnahm.

Im August 1946 wurde Breschnew im Rang eines Generalmajors aus dem Militärdienst entlassen. Kurz zuvor, im Mai, wurde Breschnew Erster KP-Sekretär der Oblast Saporischschja. Sein Stellvertreter Andrei Kirilenko würde später zu einem wichtigen Mitglied des Dnipropetrowsker Klans werden. Nach zahlreichen Wiederaufbauprojekten kehrte Breschnew zurück nach Dnipropetrowsk, wo er als der Erster KP-Sekretär der Oblast Dnipropetrowsk agierte. 1950 wurde Breschnew Erster Sekretär des ZK der KP der Moldauischen Sowjetrepublik (heute Republik Moldau), wo er dafür zuständig war, die kollektivierte Landwirtschaft umzusetzen. Zeitgleich arbeitete Konstantin Tschernenko, ein späteres Mitglied des Klans, als Leiter der Agitprop-Abteilung der Moldauischen SSR. Zugleich wurde er stellvertretender Deputierter des Obersten Sowjets, als Legislative formell das höchste Staatsorgan der Sowjetunion.

Im Jahre 1952 traf Breschnew Josef Stalin, welcher ihn ins ZK der KPdSU beförderte und zugleich als Kandidat ins Präsidium und zum Mitglied des Sekretariats des ZK der KPdSU wählen ließ. Nach Stalins Tod 1953 wurde er Erster Stellvertretender Leiter der Politischen Hauptverwaltung der Sowjetarmee, ein Posten, welchen er bis 1954 behielt.

Chruschtschow folgte Stalin als Parteichef der KPdSU nach dessen Tod nach. Obwohl Georgi Malenkow, Chruschtschows größter Konkurrent, den Posten des Vorsitzenden des Ministerrates der Sowjetunion erhielt, unterstützte Breschnew weiterhin Chruschtschow. Im Februar 1954 wurde er zum zweiten Sekretär der Kommunistischen Partei Kasachstans gewählt. Im Mai desselben Jahres wurde er deren Generalsekretär, als Chruschtschow endgültig über Malenkow siegte. Offiziell war Breschnews Aufgabe, neuen Boden landwirtschaftlich nutzbar zu machen. In Wahrheit war Breschnew in das Raketenprogramm der Sowjetunion und die nukleare Aufrüstung involviert. Dabei wurde von ihm das Kosmodrom bei Baikonur fertiggestellt.

Die „Neuland Kampagne“, welche anfangs sehr erfolgreich war, schaffte es auf Grund von steigender Unproduktivität nicht, die sowjetische Lebensmittelkrise zu lösen. Breschnew wurde 1956 zurück nach Moskau berufen. Wäre er in Kasachstan geblieben, hätten die enttäuschenden Auswirkungen der Kampagne seiner politischen Karriere geschadet. Im Februar desselben Jahres wurde Breschnew erneut zum Kandidaten des Politbüros gemacht und die Kontrolle über die Rüstungsindustrie, der Raumfahrtindustrie und der Schwerindustrie wurde ihm übergeben.

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