Leonard Patrick O’Connor Wibberley (* 9. April 1915 in Dublin; † 22. November 1983 in Santa Monica, Kalifornien) war ein irisch-US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, der unter verschiedenen Pseudonymen arbeitete. Bekannt wurde er mit seinen satirischen Romanen über das fiktive Herzogtum Grand Fenwick, die auch verfilmt wurden.
Der in Dublin geborene Leonard Wibberley verließ seine irische Heimat schon in jungen Jahren und ging in England zur Schule. Nach einer abgebrochenen Ausbildung in einem Buchverlag begann er in den 1930er Jahren als Reporter in London, wo er den Journalismus bei einer der großen Sonntagszeitungen erlernte. Vor dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg verbrachte er einige Zeit in Trinidad.
1943 ging Wibberley in die USA, wo er bald wieder als Journalist arbeitete, zunächst in New York und dann in Chicago. Schließlich ließ er sich mit seiner Familie in Kalifornien nieder und arbeitete in der Redaktion der Los Angeles Times.
Leonard Wibberley schrieb weit über 100 Bücher, darunter mehr als 50 Kinderbücher, viele unter dem Pseudonym Christopher Webb. Weitere Pseudonyme waren Patrick O’Connor und Leonard Holton. Unter letzterem Namen brachte er seine Krimi-Reihe um den in Los Angeles beheimateten Father Joseph Bredder heraus, einen Geistlichen mit detektivischem Spürsinn in Anlehnung an Gilbert Keith Chestertons Father Brown. Für jugendliche Leser schrieb er die Treegate-Abenteuer, eine Serie historischer Romane, angesiedelt in der Zeit der Amerikanischen Revolution und des Britisch-Amerikanischen Krieges von 1812.
Wibberleys größter Erfolg beim erwachsenen Publikum waren seine satirischen Romane um das Herzogtum Grand Fenwick, das kleinste Land der Erde. Darin spießte er auf humorvoll-liebenswerte Weise die politischen Entwicklungen in der Zeit des „Kalten Krieges“ auf. Im ersten Roman, The Mouse that Roared (1955; deutsche Ausgabe zunächst unter dem Titel Kleiner Staat ganz groß), erklärt Grand Fenwick den USA den Krieg, nachdem der einzige Exportartikel des Herzogtums, der „Pinot Grand Fenwick“, durch den Etikettenschwindel „Pinot Grand Enwick“ für einen kalifornischen Wein in eine Absatzkrise geraten ist. Absurde Verwicklungen sind die Folge. Der Stoff regte zu weiteren Bearbeitungen an. So machte Jack Arnold aus der Vorlage 1959 mit Die Maus, die brüllte eine der gelungensten Filmsatiren, was auch dem glänzenden Peter Sellers in drei Rollen zu verdanken war, und Christopher Sergel verarbeitete den Stoff 1963 zu einem Theaterstück. Auch The Mouse on the Moon (1962), in dem das wieder einmal klamme Grand Fenwick die USA mit der Scheinabsicht, eine Mondrakete bauen zu wollen, anpumpt, kam 1963 unter dem deutschen Titel Auch die Kleinen wollen nach oben unter der Regie von Richard Lester mit Margaret Rutherford und Ron Moody ins Kino. Sergel wiederum gestaltete auf Grundlage des Romans 1972 die Bühnenkomödie Mouse on Mars.
Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet.
1 The Mouse that Roared (1955, auch als The Wrath of Grapes)
Deutsch: Kleiner Staat ganz gross : Eine nicht ganz unglaubhafte Geschichte. Übersetzt von Heinrich Fraenkel. Ullstein, 1956. Auch als: Die Maus, die brüllte. Vitolibro, 2012, ISBN 978-3-86940-101-0.
3 The Mouse on the Moon (1962)
4 The Mouse on Wall Street (1969)
Deutsch: Hilfe, wohin mit dem Geld? : ein heiterer Roman. Übersetzt von Marlène Schwörer. Rüschlikon, 1972, ISBN 3-275-00489-1. Auch als: Ullstein TB #3451, 1978, ISBN 3-548-03451-9.
5 The Mouse That Saved the West (1981)
Black Tiger (als Patrick O’Connor)
Black Tiger at Bonneville (1960)
Black Tiger at Indianapolis (1962)
1 John Treegate’s Musket (1959)
3 Sea Captain from Salem (1961)
Father Bredder (als Leonard Holton)