An diesem Tag

Leo X.

Sohn von Lorenzo de’ Medici, Papst (1513–1521)

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Leo X. (geboren als Giovanni de’ Medici; * 11. Dezember 1475 in Florenz; † 1. Dezember 1521 in Rom) war vom 11. März 1513 bis zu seinem Tod römisch-katholischer Papst. In sein Pontifikat fällt der Beginn der Reformation. Er war der bislang letzte Papst, der vor seiner Wahl kein Priester gewesen war.

Giovanni de’ Medici wurde am 11. Dezember 1475 als sechstes von insgesamt neun Kindern des Florentiners Lorenzo il Magnifico und seiner Frau Clarice Orsini, die aus dem römischen Adelsgeschlecht der Orsini stammte, in Florenz geboren. Als zweitgeborener Sohn zur kirchlichen Laufbahn bestimmt, sollte er auf Wunsch seiner Mutter seinem späteren geistlichen Stande entsprechend erzogen werden.

Sein Vater Lorenzo, der als il Magnifico („der Prächtige“) in die Geschichte eingegangen ist, legte jedoch eher auf eine ausgewogene Bildung nach humanistischen Gesichtspunkten Wert, die Giovanni im Alter von drei Jahren begann. So wurde Giovanni zunächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Piero de’ Medici von dem Dichter Angelo Poliziano, der als enger Freund Lorenzos bei der Familie lebte, erzogen und unterrichtet.

Doch der Mutter erschien der Dichter vor allem für Giovanni nicht als der geeignete Lehrer, sodass sie Poliziano, der sich zu dieser Zeit mit Clarice und ihren Kindern im Landhaus der Familie in Caffagiolo aufhielt, zeitweilig entließ. Nach energischer Intervention Lorenzos kehrte Poliziano zwar wieder zurück, aber Clarice konnte ihren Willen schließlich durchsetzen. So übernahmen zunächst Martino della Commedia und später der Kleriker Bernardo Michelozzi, der Bruder von Lorenzos Sekretär Niccoló Michelozzi, seine Erziehung. Später studierte er Kirchenrecht und Theologie in Pisa.

Am 1. Juni 1483, als Giovanni sieben Jahre alt war, empfing er das Sakrament der Firmung und erhielt die Tonsur als Zeichen des geistlichen Standes. Dies war notwendig geworden, weil er bereits im Mai seine ersten Pfründen vom französischen König verliehen bekommen hatte. Papst Sixtus IV. hatte dieser Verleihung zugestimmt und ihn in den Rang eines Apostolischen Protonotars erhoben. Die Erhebung zum Protonotar war notwendig, damit Giovanni überhaupt Pfründen übernehmen konnte. Eine Einsetzung als Erzbischof von Aix-en-Provence kurz darauf scheiterte daran, dass der Amtsträger – entgegen anderslautenden Nachrichten – noch lebte. Auch der König von Neapel und der Herzog von Mailand gewährten dem kleinen Giovanni zu dieser Zeit mit Pfründen ihre Gunst, hinzu gesellten sich zahlreiche weitere in der heimatlichen Toskana.

Am 8. November 1483 wurde Giovanni als Domherr von Florenz eingesetzt, dann erhielt er zunächst die Klöster San Michele in Arezzo und 1485 San Michele in Passignano übertragen. Dort fungierte er jeweils nur nominell als Abt; die Verwaltung der Konvente wurde von eigens beauftragten Klerikern übernommen, der Inhaber der Pfründe erhielt jedoch die erwirtschafteten und sonstigen Erträge. Allerdings gingen diese Übertragungen nicht immer reibungslos vor sich. Der Widerstand der Mönche in Passignano war so heftig, dass der Einsatz von Bewaffneten erforderlich war, um die Abtei für Giovanni in Besitz zu nehmen.

Bereits seit diesem Jahr betrieb sein Vater, der bereits für seinen 1478 der Pazzi-Verschwörung zum Opfer gefallenen Bruder Giuliano dieses Amt angestrebt hatte, intensiv die Erhebung seines Sohnes zum Kardinal, doch Papst Innozenz VIII. lehnte dies zunächst unfreiwillig ab. Da Florenz als Verbündeter des Königs von Neapel wenig später in den sogenannten Baronenkrieg verwickelt wurde, verschlechterten sich Lorenzos Beziehungen zur Kurie vorübergehend.

Nach dem Ende des Baronenkrieges bemühten sich ab dem Herbst 1486 der florentinische Gesandte Pierfilippo Pandolfini und der Erzbischof von Florenz, Rinaldo Orsini, der in Rom lebende Schwager Lorenzos, um eine Verbesserung der Beziehungen – auch im Hinblick auf die Karriere des kleinen Giovanni. Im November 1486 äußerte Papst Innozenz VIII. den Wunsch, seinen Sohn Francesco Cibo, der allgemein nur Franceschetto genannt wurde, mit der zweitältesten Tochter Lorenzos, Maddalena de’ Medici, zu verheiraten, um einerseits die Beziehungen zu Florenz zu verbessern und andererseits seinem Sohn die Zukunft zu sichern. Als Gegenleistung verlangte Lorenzo die Erhebung seines Sohnes Giovanni zum Kardinal. Die Erhebung zum Kardinal erfolgte im Konsistorium vom 9. März 1489, Giovanni war damals gerade im 14. Lebensjahr. Die Ernennung erfolgte in pectore und musste drei Jahre lang geheim gehalten werden. Vom Papst wurde sie am 26. März 1492 veröffentlicht. Giovannis Titelkirche war Santa Maria in Domnica.

Als im selben Jahr der illegitime Sohn Cosimos de’ Medici, Carlo di Cosimo de’ Medici, der ebenfalls zahlreiche Pfründen innehatte, gestorben war, wurden sie sämtlich auf Giovanni übertragen.

Im Sommer 1492 starb Innozenz VIII. und der gerade erst ernannte Kardinal Medici nahm an seinem ersten Konklave teil, das Kardinal Rodrigo Borgia (als Papst Alexander VI.) für sich entscheiden konnte. Giovanni, der gegen Borgia gestimmt hatte, verließ vorsichtigerweise Rom, wo er im Familienpalast, dem heutigen italienischen Senatsgebäude Palazzo Madama, gewohnt hatte, und kehrte nach Florenz zurück. Dort hatte kurz zuvor nach dem Tod des Familienoberhauptes Lorenzo des Prächtigen Giovannis älterer Bruder Piero der Unglückliche die Nachfolge angetreten.

1494 wurden die Medici im Zuge der Querung Italiens durch Karl VIII. von Frankreich durch einen Aufruhr aus Florenz vertrieben. Auch für Giovanni begann ein langjähriges Exil, während dessen er in Begleitung seines Vetters Giulio, des späteren Papstes Clemens VII., verschiedene Regionen Europas bereiste. Er kehrte erst 1500 nach Rom zurück, wo 1503 Kardinal Della Rovere, der wie Giovanni ein Gegner des Papstes Alexander gewesen war, als Julius II. zum Papst gewählt wurde. Nach dem Tod seines Bruders Piero wurde Giovanni im selben Jahr neues Oberhaupt der Familie. Er konnte seine guten Beziehungen zum Papst in der Folgezeit nutzen, um die Rückkehr der Medici in das angestammte Florenz vorzubereiten.

1512 wurde Kardinal de Medici, der Julius II. auf dessen Kriegszügen immer begleitet hatte, auf dem Schlachtfeld von Ravenna gefangen genommen und konnte im Juni 1512 in Pieve del Cairo nur durch Zufall wieder entkommen. Wenig später wurde auf dem Konzil von Mantua die Rückkehr der Medici nach Florenz endgültig beschlossen. Unter Führung des Vizekönigs von Neapel zog ein Heer der Heiligen Liga nach Florenz und erreichte die Übergabe. Kardinal de Medici, der die Leitung des Staates übernahm, konnte sich in der Folge gegen mehrere Verschwörungen behaupten.

Am 21. Februar 1513 starb Papst Julius II. Am 11. März 1513 erfolgte die Wahl von Giovanni de’ Medici zu dessen Nachfolger. Der erst 37-Jährige gab sich den Namen Leo X. Da er, obwohl Kardinal, kein Priester war, empfing er nun nach seiner Papstwahl am 15. März die Priesterweihe und am 17. März die Bischofsweihe. Erst dann konnte die Krönung am 19. März folgen.

Leo war auch gröberen Vergnügungen nicht abgeneigt. Er hatte seinen Hofnarren stets dabei und ließ ihn prügeln, sobald er nicht witzig genug auftrat. Angeln und Jagen gehörten ebenso zu seinen Leidenschaften wie prunkvolle Feste und Karnevalsumzüge. So heißt es, in seiner Menagerie sei der indische Elefant Hanno als ein Geschenk des portugiesischen Königs Manuel I. sein Lieblingstier gewesen; einem von Manuel dem Elefanten nachgelieferten Nashorn, das Rom aber nur ausgestopft erreichte, war immerhin vergönnt, von Raffael im Papstpalast verewigt zu werden.

Als Papst griff er stark in die europäische Politik ein. Nach dem Tod des deutschen Kaisers Maximilian I. unterstützte er den französischen König Franz I., mit dem er das Konkordat von Bologna schloss, bei der Kandidatur um die Kaiserwürde. Jedoch unterstützte er später auch den Wahlsieger Karl V. und schloss mit ihm 1521 ein Bündnis gegen Frankreich. Auf dem Fünften Laterankonzil konnte er am 16. März 1517 vor dem Hintergrund der Türkengefahr das Ausrufen eines europäischen Waffenstillstands und eines Kreuzzugs gegen das Osmanische Reich durchsetzen.

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