Lennard Göttlich (* 13. November 2004 in Ebersbach/Sa.) ist ein deutscher Motorradrennfahrer. Er startet mit der Startnummer 42.
Lennard Göttlich begann seine Motorsportlaufbahn im Jahr 2011 mit Pocket‑ und Minibikerennen. Ab 2018 nahm er am ADAC Junior Cup auf einer KTM RC 390 teil. Nach der Einstellung des Cups 2019 bestritt er die Saison 2020 in der IDM Supersport 300 im KTM Team Freudenberg. 2021 wechselte Göttlich in die Gespannklasse. Dieser Wechsel war stark von seiner familiären Bindung geprägt, da er durch seinen Großvater, Uwe Göttlich, schon früh mit Seitenwagensport in Berührung gekommen war.
Im Jahr 2021 trat Göttlich aufgrund seines jungen Alters von 16 Jahren mit einer Ausnahmegenehmigung für das auch in Superbike-Weltmeisterschaft vertretene Team Bonovo Action in der International Sidecar Trophy an und wurde zusammen mit Beifahrer Uwe Neubert Meister in der 600-cm³-Klasse. Damit wurde er im Alter von 16 Jahren und 282 Tagen der jüngste Fahrer, der jemals eine Gespannmeisterschaft gewann.
Ein Jahr später, zur Saison 2022, stieg Göttlich, ebenfalls durch eine Sondergenehmigung, in die IDM-Sidecar-Klasse auf. Er fuhr erneut für das Team Bonovo Action aus Reichelsheim. Beim ersten Rennwochenende auf dem Lausitzring startete Göttlich im Sprint im international stark besetzten Feld von Platz vier und hielt diesen bis zu einem Unfall kurz vor Ende des Rennens. Im Hauptrennen fuhr er aus der letzten Startreihe auf Platz fünf, womit er der jüngste Fahrer der Geschichte wurde, der in der IDM Sidecar Meisterschaftspunkte gewann. Unter anderem aufgrund vieler unverschuldeter Unfälle blieb dies das Highlight in der Saison 2022 für das Gespann Göttlich/Neubert.
Ab 2023 startete Göttlich mit Beifahrer Lucas Krieg. Erneut für Bonovo Action gab Göttlich sein Debüt in der FIM-Seitenwagen-Weltmeisterschaft. In der Saison 2023 erreichte das junge Duo bereits bei seinem ersten Weltmeisterschaftslauf auf dem Sachsenring den achten Platz, was Lennard Göttlich zum bis dahin jüngsten Fahrer machte, der jemals WM-Punkte gewann. Im weiteren Saisonverlauf fuhren Göttlich/Krieg weitere Top-10-Resultate ein. In der IDM Sidecar erreichten Göttlich/Krieg einige Podestplätze in Serie, bevor ein schwerer Unfall auf dem Schleizer Dreieck diese Serie beendete. Am Ende der Saison 2023 gewann Göttlich die Deutsche Vizemeisterschaft, nachdem Uwe Neubert für die verbleibenden Rennen Lucas Krieg im Gespann ersetzt hatte.
Im darauffolgenden Jahr 2024 wurden Göttlich/Krieg Dritte in der Gesamtwertung der IDM Sidecar, nachdem ihnen ein Sieg auf dem Schleizer Dreieck aberkannt worden war. Trotz guter Leistungen hatte das Team im Saisonverlauf mit technischen Herausforderungen zu kämpfen, insbesondere mit einem Standardmotor, der weniger Leistung als die Motoren der Konkurrenz bot. In der Weltmeisterschaft fuhr Göttlich mit Platz sieben auf dem Sachsenring seine beste WM-Platzierung der Saison ein.
Die Saison 2025 startete für das Team um Lennard Göttlich mit technischen Problemen bei dem WM-Läufen in Le Mans (Frankreich) und Estoril (Portugal). Nachdem das Team bei den weiteren WM-Läufen in Ungarn und Tschechien weitere technische Probleme gehabt hatte, kündigte Göttlich an, das Engagement in der Seitenwagen-Weltmeisterschaft auf zu beenden.
Seit der Saison 2026 startete Göttlich wieder bei nationalen Motorradrennen im Markenpokal von Yamaha Deutschland, dem YAMALUBE Yamaha R7 Cup. Mit zwei Siegen und mehreren Podestplatzierungen beendete er die Saison 2026 auf dem zweiten Gesamtrang hinter dem Schweizer Maxime Schmid.
Göttlich stammt aus einer motorsportbegeisterten Familie. Sein Großvater Uwe Göttlich fuhr bereits Rennen in der IDM Sidecar sowie dem Eurocup, den er 2001 gewann. Von 2001 bis Anfang 2003 startete Uwe Göttlich in der Seitenwagen-Weltmeisterschaft. Seine jüngere Schwester Smilla Göttlich ist ebenfalls als Motorradrennfahrerin aktiv. Nach ihrem 13. Geburtstag startete sie im KTM Junior Cup und gewann dort ihr erstes Rennen. Aktuell startet sie im Moto4 Northern Cup und dem Moto4 European Cup im Rahmen der FIM MotoJunior World Championship.
Lennard Göttlich bei speedweek.com